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Entwicklungsallianz Daimler und BMW arbeiten beim autonomen Fahren zusammen

Erst Mobilitätsdienste, jetzt autonomes Fahren: Die Rivalen Daimler und BMW verkünden die nächste Zusammenarbeit. Ziel ist es, die hohen Entwicklungskosten zu teilen.
Update: 28.02.2019 - 16:15 Uhr Kommentieren

München, FrankfurtEs war ein historischer Tag. Nach mehr als einhundert Jahren erbitterter Rivalität legten Daimler und BMW vergangene Woche in Berlin den Grundstein für eine neue Ära und fusionierten ihre Mobilitätsdienste.

„Zusammen sind wir stärker“, sagte BMW-Chef Harald Krüger. „The sky is the limit“, assistierte Daimler-CEO Dieter Zetsche – nur der Himmel gebe die Grenzen der Partnerschaft vor. Und tatsächlich scheint es in München und Stuttgart kaum noch Berührungsängste zu geben.

Die beiden Wettbewerber wollen jetzt jedenfalls auch beim autonomen Fahren gemeinsame Sache machen. In einem ersten Schritt wollen die Konzerne die nächste Technologiegeneration für Fahrassistenzsysteme, automatisierte Parkfunktionen sowie automatisiertes Fahren auf Autobahnen gemeinsam entwickeln.

Daimler und BMW haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Über die Pläne dazu hatte das Handelsblatt bereits Ende Januar berichtet.

Angedacht ist eine langfristige und strategische Kooperation der beiden Häuser. Die gemeinsam ertüftelte Technik soll vor Mitte des nächsten Jahrzehnts in voller Breite verfügbar sein.

„Autonomes Fahren ist für uns einer der revolutionärsten Trends, an dem wir im gesamten Daimler-Konzern intensiv arbeiten“, erklärt Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius. „Statt individueller Insellösungen geht es uns um ein zuverlässiges Gesamtsystem, das unseren Kunden einen spürbaren Nutzen bringt. Zusammen mit den richtigen Partnern wollen wir die Leistungsfähigkeit dieser Technologie maßgeblich vorantreiben und sicher auf die Straße bringen.“

Es gehe um die „Industrialisierung des autonomen Fahrens im Rahmen einer flexiblen, skalierbaren und nicht exklusiven Plattform“, ergänzt BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich. „Durch die Zusammenführung der großen Kompetenzen unserer beiden Häuser erhöhen wir die Innovationskraft und beschleunigen die Verbreitung dieser Technologie.“

Das Ziel der Zusammenarbeit besteht darin, die milliardenschweren Kosten für die Entwicklung von Betriebssystemen für das führerlose Fahren zu senken und die Technik schneller für Kunden verfügbar zu machen.

Neue Dienste machen den Konzernen Konkurrenz

Letztlich ist die Partnerschaft aber wie bei den Mobilitätsdiensten eine Zweckehe. Daimler und BMW haben auch im Bereich des autonomen Fahrens erkannt, dass sie allein zu schwach sind, um gegen die Finanzkraft der Digitalkonzerne zu bestehen. Denn sie geben den Takt bei Roboterautos vor.

Konzerne wie der Fahrdienstvermittler Uber und der Alphabet-Ableger Waymo machen den etablierten Autokonzernen beim autonomen Fahren Konkurrenz. Die Angreifer aus dem Silicon Valley investieren in hohem Tempo enorme Summen und können ihr Know-how beim Einsatz Künstlicher Intelligenz auch im Auto voll ausspielen.

Während Uber darauf abzielt, den Fahrer zu ersetzen und Taxifahrten in Städten um bis zu 70 Prozent billiger anzubieten, ist der Anspruch von Waymo noch umfassender.

Die Google-Tochter Waymo ist beim autonomen Fahren ohne Lenkrad und Gaspedal führend. Wie Android im Smartphone-Markt soll die Waymo-Software eines Tages das globale Betriebssystem der Autoindustrie werden. Die deutschen Autohersteller sind beim autonomen Fahren aus Sicht von Experten mittlerweile weit abgeschlagen. Insbesondere Waymo sei enteilt.

Daimler und BMW versuchen nun, im Schulterschluss nachzuziehen. Es lockt ein riesiges Geschäft. Die Unternehmensberater von Horváth & Partners gehen davon aus, dass 2035 das Marktpotenzial von Diensten wie einer autonom fahrenden Taxiflotte auf 150 bis 200 Milliarden Euro pro Jahr steigen könnte. Davon wollen sich Daimler und BMW ein großes Stück schnappen.

Die Zeiten, in denen sich die Führungskräfte der Weltmarken Mercedes und BMW frostig gegenübersaßen, sind jedenfalls vorbei. „Wir gehen jetzt voll in die Kooperation hinein“, heißt es im Umfeld der Konzerne. „Premium und Premium verstehen sich gut.“ Im Kampf gegen die Digitalangreifer aus dem Silicon Valley werden in München und Stuttgart alte Rivalitätsdogmen über Bord geworfen. Zudem sei die Tür für weitere Partner offen.

Daimler und BMW hoffen dabei vor allem auf Volkswagen. Gemeinsam halten die drei deutschen Autokonzerne die Mehrheit am Berliner Kartendienstleister Here, der die Daten für das autonome Fahren liefert. Doch anstelle von BMW und Mercedes hat sich VW Anfang des Jahres mit Ford verbündet.

Mehr: Die Autobranche ist vom Zugpferd zum Problemfall der Wirtschaft geworden. Schafft sie noch die Wende?

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