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Epidemie Wegen Coronavirus: VW verlängert Zwangspause in einem Teil der Werke

Während VW-Werke im Norden Chinas die Arbeit wieder aufnehmen, bleiben die Fabriken im Süden geschlossen. Auch andere Autohersteller müssen die Zwangspause verlängern.
08.02.2020 - 17:03 Uhr Kommentieren
Bis auf eine einzige Ausnahme bleiben alle VW-SAIC-Fabriken bis zum 17. Februar geschlossen. Quelle: dpa
SAIC Volkswagen Produktion in Shanghai

Bis auf eine einzige Ausnahme bleiben alle VW-SAIC-Fabriken bis zum 17. Februar geschlossen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Auch Volkswagen muss in China zumindest in einem großen Teil seiner Werke die Zwangsferien wegen des Coronavirus‘ verlängern. Wie ein Konzernsprecher am Samstag sagte, wird es in den VW-Fabriken in der Volksrepublik zu einer Art von Nord-Süd-Regelung kommen.

Im Norden, einige Tausend Kilometer vom Zentrum der Corona-Epidemie in der Region Hubei entfernt, soll von Montag an wieder vergleichsweise normal gearbeitet werden. Im Süden hingegen – vor allem rund um die Metropole Schanghai – werden die Zwangsferien noch einmal um eine weitere Woche verlängert.

„Wir arbeiten hart daran, zu einem normalen Produktionsprozess zurückzukommen“, sagte der Konzernsprecher. Doch Volkswagen stehe im Moment vor großen logistischen Problemen. Da auch viele Zulieferer von den Corona-bedingten Zwangsferien betroffen seien, komme es zu Störungen bei der Belieferung von Teilen.

Außerdem gebe es unverändert Probleme im Reiseverkehr: Beschäftigte aus den chinesischen Volkswagen-Fabriken könnten ihre Arbeitsplätze nur eingeschränkt erreichen. Wegen des chinesischen Neujahrsfestes hatten viele Menschen ihren Wohnort verlassen und waren während der Feiertage zu Verwandten und Bekannten in andere Teile des Landes gereist.

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    Volkswagen China werde die weitere Entwicklung sehr genau beobachten, ergänzte der Sprecher. Dazu gehöre auch der Blick auf die Verkaufszahlen auf dem größten Automarkt der Welt. VW verlagere seine Marketing-Aktivitäten in China im Moment stärker in das Internet, um zumindest indirekt Kontakt zu seinen Kunden zu halten. Wegen der vielen Beschränkungen halten sich chinesische Autofahrer beim Neuwagenkauf zurück und besuchen auch keine Autohändler.

    Chinesischer Automarkt für VW extrem wichtig

    Bei der jetzt anstehenden Nord-Süd-Aufteilung hilft es dem Wolfsburger Autokonzern, dass er in China mit zwei unterschiedlichen Partnern Joint Ventures zur Fahrzeugproduktion eingegangen ist. In der nordchinesischen Stadt Changchun kooperiert Volkswagen mit dem lokalen Hersteller „First Automotive Works“ (FAW). In fast allen FAW-VW-Fabriken kann von Montag an wieder vergleichsweise normal gearbeitet werden. Nur das Werk in der Hafenstadt Tianjin nicht allzu weit von Peking entfernt bleibt eine weitere Woche geschlossen.

    Zweiter Kooperationspartner von Volkswagen ist SAIC, die „Shanghai Automotive Industrie Corporation“. Die Gemeinschaftswerke von Volkswagen und SAIC konzentrieren sich auf den Großraum Schanghai, dessen Entfernung zu Wuhan und der Provinz Hubei deutlich geringer ist. Bei VW-SAIC kommt es zu einer genau entgegengesetzten Lösung wie im Fall VW-FAW: Bis auf eine einzige Ausnahme bleiben alle Fabriken bis zum 17. Februar geschlossen. Nur ein Werk unmittelbar in Schanghai nimmt die Fertigung am kommenden Montag wieder auf.

    Für den Volkswagen-Konzern ist der chinesische Automarkt extrem wichtig. Die Volksrepublik ist in den vergangenen Jahren zum bedeutendsten Einzelmarkt des Wolfsburger Autoherstellers geworden. VW verkauft dort fast 40 Prozent seiner gesamten Fahrzeugproduktion. China hat sich in den vergangenen Jahren zu einem stabilen Ertragsbringer für den gesamten Konzern entwickelt. Die chinesischen Tochtergesellschaften überweisen jährlich einen Gewinn von mehr als drei Milliarden Euro nach Wolfsburg. Längere Produktionspausen in China würden Volkswagen spürbar treffen.

    Der US-Autozulieferer Aptiv hatte bereits Ende vergangener Woche mit seiner Prognose für Aufsehen gesorgt. Der Konzern, wichtiger Zulieferer für viele Autohersteller, rechnet in China im ersten Quartal mit einem Produktionsausfall von 15 Prozent für die gesamte Branche.

    In den beiden vergangenen Jahren war der chinesische Automarkt nach zwei Jahrzehnten ununterbrochenen Wachstums erstmals wieder geschrumpft. Auslöser dafür war vor allem der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China, der chinesische Autofahrer beim Neuwagenkauf zögern ließ. Ende vergangenen Jahres gab es erste vorsichtige Anzeichen, dass die Verkaufszahlen bei Pkw in China ganz langsam wieder steigen könnten. Diese kleine Aufwärtsbewegung ist durch das Coronavirus wieder jäh gestoppt worden.

    Zwangspausen könnten länger dauern als geplant

    Auch andere Autohersteller wie Toyota, Honda und BMW haben ihre Werksferien in China wegen des Corona-Virus‘ verlängern müssen. Weil immer mehr Zulieferteile fehlen, könnten die Zwangspausen noch viel länger dauern als bislang geplant.

    Außerhalb Chinas müssen Autowerke die Arbeit einstellen, weil nicht mehr ausreichend Teile von chinesischen Zulieferern ankommen. Als ersten Konzern hatte das die Hyundai-Gruppe in Südkorea getroffen. Teileprobleme gibt es inzwischen auch in einem koreanischen Werk des französischen Renault-Konzerns. Fiat hatte gewarnt, dass Teile aus China in europäischen Fabriken des Unternehmens fehlten. Auch Volkswagen bezieht für Europa Teile aus China. Die Versorgung sei bislang aber noch gesichert, hieß es in Unternehmenskreisen.

    Mehr: Der VW-Rivale Toyota steigert Absatz und Gewinn deutlich. Doch mit dem Coronavirus droht dem Autoriesen eine noch unkalkulierbare Gefahr.

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