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Erneuerbare Energien Siemens stockt für 1,1 Milliarden Euro Beteiligung an Siemens Gamesa auf

Der Technologiekonzern kauft Mitgesellschafter Iberdrola heraus. Dadurch wird Siemens einen schwierigen Partner los.
04.02.2020 - 20:37 Uhr Kommentieren
Iberdrola hat seinen Anteil an Siemens verkauft. Quelle: Reuters
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Iberdrola hat seinen Anteil an Siemens verkauft.

(Foto: Reuters)

München Vor der Abspaltung des Energiegeschäfts baut Siemens seinen Anteil an der spanischen Windkrafttochter Siemens Gamesa aus. Die Münchener übernehmen die acht Prozent des Mitgesellschafters Iberdrola und erhöhen ihre Beteiligung so auf 67 Prozent.

Der Kaufpreis beträgt 1,1 Milliarden Euro oder 20 Euro pro Aktie, teilte Siemens am Dienstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Im Rahmen des Deals werden alle Rechtsstreitigkeiten zwischen den Partnern beigelegt.

„Siemens und Iberdrola haben lange vor anderen Unternehmen die Notwendigkeit einer Konsolidierung in diesem Sektor erkannt und den ersten Schritt in diese Richtung unternommen“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Der Windkraftkonzern sei ein wesentlicher Eckpfeiler der neuen Siemens Energy. „Die Zeit ist reif, den nächsten Schritt zu gehen.“

Das Verhältnis zwischen dem früheren Gamesa-Großaktionär Iberdrola und Siemens war von Beginn an schwierig gewesen, hinter den Kulissen gab es in der Vergangenheit des Öfteren Auseinandersetzungen. Die Spanier waren früher bei Gamesa der allein bestimmende Großaktionär und beanspruchten auch im neuen Konzern viel Einfluss.

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    Nach zwei Gewinnwarnungen kurz nach der Gründung des deutsch-spanischen Joint Ventures 2017 war Iberdrola-Chef Ignacio Galán so unzufrieden, dass er aus Protest einen Großteil der Service-Aufträge seiner Windparks mit Siemens Gamesa beendete.

    Eine Trennung hatte sich also abgezeichnet. Die Modalitäten waren aber umstritten. Iberdrola wollte von einer Klausel im Fusionsvertrag Gebrauch machen. Diese besagt, dass Siemens Iberdrola die Aktien zu einem Vorzugspreis abkaufen muss, wenn der Konzern gegen Vereinbarungen aus dem Fusionsvertrag verstößt.

    Galán, der sich stets beklagte, Siemens behandele das Joint Venture wie eine deutsche Filiale, bat 2018 die spanische Marktaufsicht CNMV, diese Vertragsklausel zu prüfen. Doch die sah keinen Anlass dafür, dass Siemens Iberdrola ein Kaufangebot für deren Aktien machen müsse. Daraufhin wurde es für eine längere Zeit ruhiger, die öffentliche Kritik von Iberdrola an Siemens Gamesa ließ nach.

    Durch die Abspaltung des Energie-Geschäfts in die neue Siemens Energy AG verbesserte sich die Position von Siemens etwas. Denn laut Industriekreisen hätte Iberdrola seine Sonderrechte verloren, zum Beispiel das Recht, den Finanzvorstand zu bestimmen. Schließlich war die Vereinbarung mit der Siemens AG geschlossen worden.

    Jährliche Synergien in Millionenhöhe

    Siemens zahlt nun dennoch einen Aufschlag von 32 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Handelstage. Die Aktie von Siemens Gamesa schloss am Dienstag bei knapp 16 Euro. Im Rahmen der Einigung verständigten die Unternehmen sich auf eine Kooperation, zum Beispiel bei Windenergieprojekten. Siemens verspricht sich von der Auflösung des Gesellschaftervertrags jährliche Synergien von 100 Millionen Euro.

    Siemens will das Energiegeschäft, das für 40 Prozent der Umsätze steht, in den nächsten Monaten abspalten und unter dem Namen Siemens Energy im Herbst an die Börse bringen. Noch steht das fossile Geschäft mit den Kraftwerken für den größten Teil des Umsatzes.

    Grafik

    Siemens will die Windkraft aber ausbauen und auf neue Wasserstoff-Technologien setzen, um die Abhängigkeit von den fossilen Kraftstoffen zu reduzieren. „Wir sind davon überzeugt, dass die Energiewende viele Möglichkeiten für Siemens Energy bietet“, sagte der künftige Vorstandschef der Einheit, Michael Sen.

    Mit der nun geplanten Integration von Siemens Gamesa in die Siemens-Energietechniksparte Siemens Energy war der Streit mit Iberdrola erneut aufgeflammt. Ende Januar sollten sich Siemens Gamesa und Iberdrola vor Gericht im spanischen Bilbao treffen. Iberdrola hatte geklagt, weil der Mitgesellschafter durch die Integration einen möglichen Interessenskonflikt befürchtete. Die Verhandlung wurde jedoch in beiderseitigem Einverständnis vertagt und um 60 Tage aufgeschoben.

    Die Vertragsklausel bot Iberdrola eine profitable Ausstiegsoption: Demnach hätte Siemens Iberdrola bei einem Verstoß gegen den Fusionsvertrag entweder einen Preis von 22 Euro je Aktie zahlen müssen oder einen Aufschlag von 30 Prozent auf den aktuellen Börsenwert.

    Siemens Gamesa hat derzeit, wie viele Konkurrenten auch, mit Problemen zu kämpfen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (30. September) rutschte das Unternehmen mit einem Minus von 174 Millionen Euro sogar in die Verlustzone.

    Als Begründung nannte Siemens Gamesa Verzögerungen bei fünf großen Windpark-Projekten, vor allem in Norwegen. Infolge des frühen Wintereinbruchs seien so Belastungen von rund 150 Millionen Euro entstanden. Schon im vergangenen Geschäftsjahr hatte Siemens Gamesa die Renditevorgaben von Siemens nicht erfüllt. Der Umsatz sank im ersten Quartal von knapp 2,3 auf 2,0 Milliarden Euro.

    Mehr: Vor dem Umbau im Frühjahr zeigt sich: Nur drei von sechs Sparten des Münchener Konzerns liefern die geforderten Ergebnisse ab. Siemens im Bilanzcheck.

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