Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Erst angespannt, später souverän: Wie Jürgen Schrempp das Kreuzverhör im Kerkorian-Prozess meisterte. Erfolgreiche Rückkehr am dritten Tag

Seite 2 von 4:

„Ich bin sehr zufrieden (dass ich dem Richter die Fakten präsentieren durfte)“, sagt Schrempp anschließend in einem kurzen Statement vor dem Gerichtsgebäude. „Ich bedauere die Fusion in keiner Weise.“ Der Fall liege jetzt in den Händen des Richters, „und „ich kann wieder an die Arbeit gehen“.

An den Tagen zuvor hatte das noch anders ausgesehen, vor allem während des Kreuzverhörs am Mittwoch. „Ein wenig nervös war er zu Beginn schon“, kommentiert Schrempps Frau Lydia in einer Gerichtspause. Den Plastikbecher mit Wasser vor ihm führt er oft nur für einen kurzen Schluck zum Mund, manchmal scheint er ihn vor Anspannung zerdrücken zu wollen. Findet er die gerade angesprochene Seite in den beiden Aktenordnern vor ihm nicht sofort, beugt er sich über den Tisch zum Bildschirm, auf dem Dokumente eingeblendet werden. „Damit wir keine Zeit verschwenden“, sagt er.

Doch Anwalt Christensen lässt sich nicht zur Eile antreiben. Er lächelt süffisant, setzt bewusst Pausen, genießt das Kreuzverhör: Da sitzt der Chef des Autogiganten Daimler-Chrysler, Schöpfer der „Welt AG“ und kämpft um seine Managerehre.

Sein bestes Argument bringt der Anwalt gleich zu Beginn: das umstrittene Interview der „Financial Times“ vom Oktober 2000. Christensen hat es auf Tonband, und jeder im Saal hört einen selbstbewussten Schrempp sagen, dass der Zusammenschluss „aus psychologischen Gründen“ als „Fusion unter Gleichen“ deklariert worden sei. Dass man sonst schließlich nicht ins Geschäft gekommen wäre. Und dass er als Schachspieler üblicherweise nicht über den zweiten und dritten Zug rede.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen