Erstkunde in Fernost Conti liefert High Tech nach China

Eine Zeitenwende bahnt sich an: Neue Spitzentechnik aus Deutschland wird erstmals in chinesischen Autos eingesetzt. Die europäischen Hersteller hatten bei dem Angebot nicht zugegriffen. Bedenken von Experten, dass damit zu früh Know-how nach China gegeben werde, weist Conti zurück.
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Berufsverkehr in Peking. Die chinesischen Autobauer hatten bilang keinen Bedarf nach deutscher Spitzentechnologie - das ändert sich nun. Quelle: DAPD

Berufsverkehr in Peking. Die chinesischen Autobauer hatten bilang keinen Bedarf nach deutscher Spitzentechnologie - das ändert sich nun.

STUTTGART/FRANKFURT. Es ist eine Zäsur, auch wenn sie beiläufig daherkommt. Erstmals beliefert der Zulieferer Continental einen chinesischen Autohersteller als Erstkunden mit neuer Spitzentechnik. Conti geht damit andere Wege als die Konkurrenz: Bosch etwa versucht bislang, in Indien oder China Ableitungen und Adaptionen bestehender Systeme zu verkaufen, nicht aber neue Entwicklungen.

"Wir werden das System einem chinesischen Hersteller als Erstkunden liefern", sagte Continental-Vorstandschef Elmar Degenhart im Wirtschaftspresse-Club Stuttgart. Der chinesische Kunde werde es in einen Mittelklassewagen einbauen, der in Serie geht und 2011 auf den Markt kommt. Den Namen des Kunden nannte er nicht.

Hart, aber fair

Es geht um die Technologie "Simplify your drive". Die ermöglicht per Knopfdruck, das Auto an den Fahrstil des Besitzers anzupassen. Drei Einstellungen sind programmiert: ökologisch, sportlich und komfortabel.

Im Ökomodus werden Motor, Getriebe und Fahrwerk so abgestimmt, dass der Verbrauch sinkt. Beschleunigt der Fahrer zu sehr, hält das Gaspedal druckvoll dagegen. Gibt er schonend Gas, belohnen ihn Ökopunkte in einem grünen Kleeblatt, das links im frei programmierbaren Display auftaucht.

Im Modus "Sportlich" lässt sich das elektronische Pedal mühelos durchtreten. Der Modus "Komfort" reduziert die dann in ruhigem Blau gehaltene Anzeige auf wenige Informationen. Die Dämpfung ist hoch. Helferlein wie ein automatischer Abstandsregler schalten sich ein.

Die chinesischen Hersteller zünden damit die nächste Stufe bei ihrer Aufholjagd gegenüber westlichen Autokonzernen. "Alle großen Zulieferer in Deutschland sind in Gesprächen mit chinesischen Autoherstellern", sagt Autoexperte Christoph Stürmer vom Brancheninstitut Global Insight.

Die Chinesen gelten als gute Kunden, die zwar hart verhandeln, aber sich dann fair an die Absprachen halten. Dass bei Conti nun ein Hersteller aus dem Reich der Mitte den Erstzuschlag erhält, sieht Stürmer als Zeichen dafür, dass die Chinesen nach dem Design der Fahrzeuge nun auch bei der Technik nachlegen. "Es ist ein Zeichen für die Schnelligkeit der Chinesen. Eine global angelegte Technologie-Offensive sehen ich darin aber nicht."

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2 Kommentare zu "Erstkunde in Fernost: Conti liefert High Tech nach China"

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  • Zu kurzsichtig,High Tech nach China. Ein weiterer baustein zu Deutschland schaft sich ab !

  • Mal wieder denken die Manager nur an den kurzfristigen Gewinn.

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