Essure Bayer-Verhütungsmittel auf dem Prüfstand

Vor zwei Jahren übernahm der Chemie-Riese Bayer den US-Verhütungsmittel-Hersteller Conceptus. Dessen Produkt Essure steht in den USA nun auf dem Prüfstand. Hat sich Bayer damals Schadensersatzforderungen eingekauft?
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Das Verhütungsmittel Essure wurde ursprünglich vom US-Hersteller Conceptus entwickelt – zusammen mit der Firma hat Bayer das Produkt 2013 übernommen. Quelle: Reuters
Nebenwirkungen übernommen

Das Verhütungsmittel Essure wurde ursprünglich vom US-Hersteller Conceptus entwickelt – zusammen mit der Firma hat Bayer das Produkt 2013 übernommen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Nebenwirkungen von Bayers Verhütungsmittel Essure rufen in den USA die Gesundheitsbehörde FDA auf den Plan. In einem öffentlichen Podium solle die Sicherheit und Wirksamkeit von Essure Ende September diskutiert werden, teilte die FDA am Donnerstag mit. Die US-Gesundheitsbehörde hat nach eigenen Angaben seit der Zulassung des Verhütungsmittels Ende 2002 bislang mehr als 5000 Beschwerden zu Essure erhalten, darunter über Schmerzen, Menstruationsstörungen, ungewollte Schwangerschaften und auch Todesfälle, die mit dem Produkt in Verbindung gebracht werden. Darunter sind nach Angaben der FDA vier Todesfälle bei Frauen und fünf Todesfälle von Föten bei Frauen, die nach dem Einsetzen von Essure schwanger wurden.

Der Ausschuss trifft am Ende der Diskussion eine Empfehlung, der die FDA üblicherweise folgt. Das könnte etwa eine Erweiterung der Produktinformationen und Packungsbeilage um weitere mögliche Nebenwirkungen beinhalten bis hin zur Aberkennung der Zulassung. Eine Bayer-Sprecherin sagte, das Unternehmen befinde sich in regem Austausch mit der Behörde und habe der FDA alle zu Essure vorliegenden Studien zur Verfügung gestellt und die an den Konzern berichteten Nebenwirkungen übermittelt. Bayer zufolge wurde im vergangenen Oktober eine Klage in Philadelphia gegen das Unternehmen in Zusammenhang mit Essure eingereicht. Zur konkreten Zahl der Verfahren äußerte sich der Konzern nicht und bestätigte nur, dass Gerichtsverfahren in Produkthaftungsstreitigkeiten anhängig sind.

Essure kam 2013 mit der 1,1 Milliarden Dollar teuren Übernahme der auf Verhütungsprodukte spezialisierten US-Firma Conceptus zu Bayer. Essure ist eine Methode zur dauerhaften Sterilisation, die von Gynäkologen ohne operativen Eingriff eingesetzt werden kann. Dabei werden zwei Spiralen in die Eileiter gesetzt, das Gewebe vernarbt daraufhin und eine Schwangerschaft wird verhindert. Das Verhütungsmittel wird in insgesamt 26 Ländern vermarktet, darunter in Kanada, Australien, einigen lateinamerikanischen und asiatischen Ländern sowie einigen Ländern in Europa.

So verdient Bayer sein Geld
Hauptversammlung Bayer
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Bayer HealthCare - Umsatz: 18,92 Milliarden Euro

Die Arzneimittelsparte ist immer noch der größte Umsatzbringer für den Konzern, 56.000 Mitarbeiter sind in dieser Sparte angestellt. Weltweit ist Bayer bekannt für die Schmerztablette Aspirin. Doch auch Tiermedizin (Animal Health), verschreibungspflichtige Arzneimittel (Pharmaceuticals) und medizinisches Gerät wie Blutzuckermessgeräte (Medical Care) werden diesem Unternehmensbereich zugerechnet.

Bayer Bilanz
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Allein 11,1 Milliarden Euro verdient Bayer dabei mit verschreibungspflichtigen Mitteln, Umsatztreiber sind unter anderem das Krebsmittel Nexavar und Betaferon, das bei Multipler Sklerose eingesetzt wird. Die Entwicklung neuer Mittel lässt sich der Konzern einiges kosten. Im Jahr 2013 wurden rund zwei Milliarden Euro in die Forschung investiert.

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Bayer MaterialScience - Umsatz: 11,24 Milliarden Euro

Die Kunststoffsparte des Konzerns macht zwar einen hohen Umsatz, der Gewinn fiel im Jahr 2013 mit 429 Millionen Euro allerdings schmal aus. Darum will sich der Konzern nun langsam aus diesem Geschäft verabschieden. Unterteilt wird die Sparte in die Geschäftsbereiche Polyurethanes, Polycarbonates und Spezialkunststoffe.

Bayer AG
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Hauptsitz von Bayer MaterialScience ist Leverkusen. Allerdings ist die Mitarbeiterzahl der Sparte schon im Jahr 2013 leicht auf 14.300 Mitarbeiter geschrumpft.

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Bayer CropScience - Umsatz: 8,82 Milliarden Euro

Dafür wächst die Agrarsparte von Bayer derzeit rasant und kann allein 2013 einen Gewinn von 2,25 Milliarden Euro ausweisen. Unterteilt wird dieser Geschäftsbereich in Pflanzenschutz, Samen und Umweltwissenschaft.

Hauptversammlung Bayer - Proteste
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Immer wieder gerät der Konzern wegen seiner Forschungen allerdings auch in die Kritik. Tierschützer verlangen von Bayer, in der Forschung künftig auf Tierversuche zu verzichten.

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Bayer Technology Services

Neben den drei großen Sparten des Konzerns betreibt Bayer auch eine eigene Technikabteilung, um technologische Lösungen für Anlagen und Produkte zu erarbeiten. 2.350 Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich.

  • rtr
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