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EU-Austritt Großbritanniens Jaguar-Chef Speth sieht wegen Brexit Zehntausende Jobs in Gefahr – und appelliert an May

Der EU-Binnenmarkt ist Jaguar-Chef Speth zufolge „so wichtig für unser Geschäft wie die Räder für unsere Autos“. Der Brexit gefährde Produktion und Arbeitsplätze.
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Jaguar-CEO warnt Theresa May vor schlechtem Brexit-Deal Quelle: Reuters
Ralf Speth

Dem Jaguar-Land-Rover-CEO zufolge könnte ein schlechter Brexit-Deal das Unternehmen 1,2 Milliarden Pfund koste.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Theresa May hat bereits einige Brexit-Warnungen gehört. Aber nur wenige waren so stark wie jene, die am Dienstag aus Birmingham kam. Ralf Speth, Chef von Jaguar Land Rover, warnte die britischen Premierministerin vor einem schlechten EU-Austrittsdeal. Der könne bei Jaguar Zehntausende Arbeitsplätze gefährden und das Unternehmen mehr als 1,2 Milliarden Pfund kosten. Die Verluste würden die Gewinne des Autobauers womöglich vollkommen vernichten.

Zudem gab Speth zu bedenken, dass die britische Regierung bereits jetzt jeden einzelnen Schritt genau überdenken müsse. Schließlich würden die in Großbritannien angesiedelten Unternehmen nun entscheiden, wie sie auf den Brexit reagieren und diese Entscheidungen auch nicht mehr rückgängig machen – egal, wie sich der EU-Austritt Großbritanniens letzten Endes gestalte.

Jaguar Land Rover beschäftigt allein im Vereinigten Königreich mehr als 40.000 Menschen. Der freie Zugang zum europäischen Binnenmarkt ist laut dem Jaguar-CEO „so wichtig für unser Geschäft wie die Räder für unsere Autos“. Aktuell wisse er nicht einmal, ob es am 30. März nächsten Jahres überhaupt in einer der Werkshallen möglich sei, Fahrzeuge herzustellen.

Am 29. März 2019 tritt Großbritannien offiziell aus der Europäischen Union aus. Die britische Regierung strebt eine Brexit-Vereinbarung bis spätestens November an. Am vergangenen Wochenende sagte Mays Kabinettschef David Lidington, dass London an einer Abmachung interessiert sei, die alle EU-Mitgliedsstaaten zufriedenstelle.

Die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien haben zuletzt jedoch kaum Fortschritte gemacht. Ursprünglich war eine Einigung bis zum Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs Mitte Oktober angestrebt worden. Die britische Regierung hat einen Notfallplan erarbeitet, der greifen soll, wenn sich London und die EU-Länder nicht einigen sollten.

Mays Regierung versucht den Jaguar-CEO zu beruhigen. Ein Regierungssprecher sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, dass Mays Pläne die Lieferketten der britischen Autoindustrie schützen würden und die Premierministerin zuversichtlich sei, einen guten Deal auszuhandeln.

Das würde zumindest Mays bisherigem Kurs entsprechen. Die Premierministerin steht für einen unternehmerfreundlichen Brexit. So will May für Waren eine Freihandelszone mit der EU schaffen und einen Teil der gemeinsamen Regeln beibehalten.

Der Jaguar-CEO ist einer von Dutzenden Managern, die May vor den Folgen des Brexit warnen. Im Juni teilte Airbus mit, seine Präsenz in Großbritannien zu überprüfen, da dem französischen Flugzeugbauer im Falle eines harten EU-Austritts Kosten in Milliardenhöhe drohten. Auch Rolls-Royce, BMW und Siemens sehe ihre Produktion in dem Land in Gefahr.

Mit Agenturmaterial.

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