Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EU fordert Rekord-Bußgeld Milliardenstrafe für Fahrstuhlkartell

Seite 2 von 2:

„Auswirkungen werden noch lange zu spüren sein“

„Die Auswirkungen des Kartells werden noch die nächsten 20 bis 50 Jahre zu spüren sein“, sagte der Kommissionssprecher. Der Bau von Aufzügen und Rolltreppen schließe erhebliche Folgeverträge für die Wartung ein. Die Betroffenen könnten nun jedoch versuchen, unter Hinweis auf die Preisabsprachen vor Auftragserteilung die Verträge entweder mit den fraglichen Unternehmen neu auszuhandeln oder aber vor Gericht anzufechten.

Die Tatsache, dass die drastischen Bußen sich lediglich auf Fälle in Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden bezögen, bedeute nicht, dass das Kartell nicht auch in anderen Ländern aktiv gewesen sein könnte. Die Kommission habe aber entschieden, sich auf die Ermittlungen in diesen vier Ländern zu stützen. Die Ermittlungen seien „durch einen Hinweis“ ausgelöst worden. Erst später hätten sich dann einige Mitglieder des insgesamt 17 unterschiedliche Konzernfirmen umfassenden Kartells entschlossen, der EU-Kommission behilflich zu sein. Dafür seien sie mit geringeren Strafen belohnt worden. Die Bußen fließen in den EU-Haushalt. Die Beiträge der einzelnen Mitgliedstaaten werden dadurch entlastet.

„Eine Art Inquisition“

Der Schweizer Aufzug- und Rolltreppenhersteller Schindler, weltweit die Nummer zwei der Branche, will sich bislang zu der EU-Kartellstrafe nicht offiziell äußern. "Wir haben von der EU nichts gehört", sagt ein Sprecher am Mittwochmittag. Alfred Schindler, Chef der Schindler Holding, die die Mehrheit der Anteile an Schindler hält, hatte allerdings schon bei anderer Gelegenheit über die Vorgehensweise der EU geklagt. Sie sei eine "Art Inquisition", weil die EU lange Zeit hinter verschlossenen Türen ermittelt habe.

Bei Schindler hatten die Vorwürfe zu einer zwölfmonatigen intensiven, internen Untersuchung geführt, wie das Management einräumte. Ergebnis: Die Vorwürfe erwiesen sich als durchaus stichhaltig, was Absprachen innerhalb verschiedener Länder anbelangt. Europaweite Preisvereinbarungen habe es aber nach Schindler-Erkenntnissen nicht gegeben.

Das Kartellverfahren birgt nun auch die Gefahr in sich, dass die Unternehmen auf ihrem wichtigsten Markt, den USA, unter Druck kommen. Dort waren nach Bekanntwerden der Ermittlungen der EU bereits Sammelklagen beispielsweise gegen Schindler eingereicht worden, die damals aber von einem Richter mangels Substanz zurückgewiesen worden waren. Schindler Konzernleitungsmitglied Karl Hofstetter hat bereits auf die Gefahr hingewiesen, dass die Klagen erneut eingereicht werden könnte, falls die EU handfeste Beweise für Preisabsprachen liefert.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote