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Europäische Union ermittelt Chiquita unter Bananen-Kartell-Verdacht

Die Europäische Union (EU) verdächtigt mehrere internationale Obst-Produzenten wie den US-Konzern Chiquita, illegale Preisabsprachen für den europäischen Markt getroffen zu haben. Chiquita selbst hatte die EU-Kommission zuvor auf das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter aufmerksam gemacht.

HB BRÜSSEL. Die EU-Kommission teilte mit, Niederlassungen der verdächtigten Unternehmen in Deutschland, Belgien, Großbritannien und Irland seien bereits am Donnerstag durchsucht worden. Es habe Grund zu der Annahme gegeben, dass die Unternehmen illegale Preisabsprachen getroffen und den Markt unter sich aufgeteilt hätten. Die Wettbewerbshüter machten keine Angaben dazu, welche Produzenten und Händler von Bananen, Ananas und anderem Obst von den Razzien betroffen waren.

Der US-Konzern Chiquita und der irische Großhändler Fyffes erklärten jedoch selbst, dass ihre Firmengelände durchsucht worden seien. Auch die Hamburger Niederlassung des Obst-Großhändlers Dole sei am Donnerstag durchsucht worden, bestätigte Dole Europe am Freitag in Paris. „Aber es gibt mit Sicherheit kein Kartell“, sagte ein Dole-Sprecher. Andere Großproduzenten wie Fresh Del Monte Produce und Noboa waren zunächst nicht für Stellungnahmen zu erreichen.

Chiquita hatte eigenen Angaben zufolge kürzlich selbst festgestellt, dass einzelne Mitarbeiter über Jahre hinweg mit europäischen Wettbewerbern Informationen über Preise und Lieferumfänge ausgetauscht hatten. Auch auf anderem Wege sei gegen das EU-Wettbewerbsgesetz und firmeninterne Regelungen verstoßen worden. Das Unternehmen habe dieses Verhalten inzwischen unterbunden und die Europäische Kommission selbst darüber unterrichtet.

Wegen dieser Selbstanzeige und der angekündigten Kooperation mit den Behörden sei Chiquita garantiert worden, von Strafen verschont zu werden. Die EU-Kommission gewährt jenem Mitglied eines Kartells Straffreiheit, das als erstes sich selbst und seine Partner anzeigt.

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