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Europas Top 500 Warum US-Firmen einen Vorsprung vor europäischen Unternehmen haben

Unternehmen in den USA verdienen deutlich mehr als europäische Firmen. Doch der Vorsprung Amerikas ist keinesfalls naturgegeben.
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Die USA profitieren von den großen Technologiefirmen wie Apple, Google und Facebook. Quelle: Luke Chesser / Unsplash
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Die USA profitieren von den großen Technologiefirmen wie Apple, Google und Facebook.

(Foto: Luke Chesser / Unsplash)

Düsseldorf Amerikas Vorsprung ist groß, er wurde 2018 aber nicht noch größer. Mit umgerechnet 723 Milliarden Euro verdienten die 500 nach Umsatz größten US-Konzerne unter dem Strich in etwa genauso viel wie im Jahr davor – und knapp ein Drittel mehr als die 500 größten europäischen Wettbewerber.

Allein die drei Technologieriesen Apple, Alphabet (Google) und Facebook kamen auf 95 Milliarden Euro. Das sind acht Milliarden Euro mehr, als zusammengerechnet alle 30 Dax-Konzerne in Deutschland schafften.

Europas Top 500 bilanzierten einen Reingewinn von 548 Milliarden Euro – sechs Prozent mehr als im Jahr davor und damit sogar erstmals mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007. Maßgeblich dazu beigetragen haben Öl- und Gaskonzerne wie Royal Dutch Shell und Gazprom, Pharmariesen wie Novartis und Roche, Konsumgüterhersteller wie Nestlé und Unilever.

Die Unternehmen in den Niederlanden, der Schweiz und Russland steigerten ihre Gewinne im Schnitt um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Russland kamen dabei die steigenden Öl- und Gaspreise zugute. Die westlichen Sanktionen hatten zumindest auf die großen russischen börsennotierten Konzerne so gut wie keinen Einfluss.

Amerikas Vorsprung ist keineswegs naturgegeben. Mit 537 Milliarden Euro hatten Europas Unternehmen 2007, kurz vor Ausbruch der Bankenkrise, ihre US-Wettbewerber um über 100 Milliarden Euro hinter sich gelassen. Doch in der Staatsschuldenkrise kehrten sich die Verhältnisse nachhaltig um.

Höhere Steuern für Verbraucher und Unternehmen, um die Staatshaushalte in überschuldeten Ländern wie Spanien, Griechenland und Irland zu konsolidieren, weniger Investitionen aus öffentlichen Geldern, rekordhohe Arbeitslosenzahlen in den Südländern infolge der langen Konjunkturkrise und daraus folgend weniger Konsum – all das schmälerte die Gewinne der Unternehmen.

Währenddessen fand die US-Konjunktur nach überstandener Bankenkrise rasch aus der Krise, ehe US-Präsident Donald Trump mit einer billionenschweren Unternehmensteuerreform den Boom befeuerte und die Wirtschaft und Unternehmensgewinne weiter ankurbelte.

Amerika brauchte nach der Krise 2008/09 nur bis zum Jahr 2011, um seine alten Rekorde aus dem starken Jahr 2007 zu übertreffen. Europa schaffte dies erst 2018. „Die Wettbewerbsfähigkeit und die Staatshaushalte verbesserten sich enorm“, urteilt Niall Gallagher vom Schweizer Vermögensverwalter GAM.

Strukturreformen in Spanien, Frankreich und anderen Euro-Ländern wirkten sich vorteilhaft aus. So senkte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Gewinnsteuern auf Unternehmen – und er bemüht sich, das Arbeitsrecht zu vereinfachen.

Aber: Europas Kraft erlahmt schon wieder. „Die Euro-Zone hat einen enttäuschenden Start ins zweite Quartal 2019 hingelegt“, analysierte Chefvolkswirt Chris Williamson vom britischen Datenspezialisten IHS Markit aus der Befragung von Einkaufsmanagern in europäischen Konzernen. „Sorgenkind bleibt die Industrie.“ Zwar belastet die schwächere Nachfrage aus Asien und besonders China ganz besonders die deutschen Unternehmen, geht aber auch an den Wettbewerbern im übrigen Europa nicht vorbei.

Angesichts der sich seit dem Spätherbst 2018 eintrübenden Wachstumserwartungen wäre es deshalb nicht überraschend, wenn sich die Gewinne der europäischen Unternehmen wieder schlechter als die ihrer amerikanischen Wettbewerber entwickeln.

Denn diese profitieren stärker von ihrem großen und nach wie vor robusten Binnenmarkt und der starken Entwicklung ihrer großen Technologiefirmen um Amazon, Facebook und Apple. Alexander Kron, Geschäftsführer beim Wirtschaftsprüfer EY, meint: „Dem hat Europa wenig entgegenzusetzen.“

Mehr: Europas 500 größte Unternehmen verdienen mehr denn je. Ausgerechnet die deutschen Konzerne entziehen sich dem Trend: Jetzt rächt sich die Abhängigkeit von China und der schwächelnden Weltwirtschaft.

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