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Ex-Porsche-Betriebsratschef Welche Fragen nach dem Abgang von Uwe Hück noch offen sind

Warum musste der Porsche-Betriebsratschef überraschend gehen? Verfehlungen wurden ihm nicht nachgewiesen, doch der Druck aus dem Vorstand wurde offenbar zu groß.
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Porsche selbst hält sich in Bezug auf seinen Ex-Gesamtbetriebsratschef bedeckt. Quelle: dpa
Uwe Hück

Porsche selbst hält sich in Bezug auf seinen Ex-Gesamtbetriebsratschef bedeckt.

(Foto: dpa)

Stuttgart, Düsseldorf Wer sich ehrenamtlich engagiert, erntet normalerweise großen Respekt. Viele Jahre war das bei Uwe Hück auch der Fall. Der langjährige Betriebsratschef von Porsche hat seine eigene Stiftung aufgebaut, die Lernstiftung Hück, in der er benachteiligten und sozial schwachen Jugendlichen das Boxen im Ring, aber auch das Auftreten bei Bewerbungen beibringt. Das soziale Engagement ist authentisch. Porsche-Vorstände besuchten die Veranstaltungen, in der Lokalpresse wurde Hück dafür gefeiert.

Im Februar dann schied Hück überraschend bei Porsche aus. Spätestens als vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts auf überhöhte Betriebsratsgehälter gegen mehrere Porsche-Vorstände ermittelt, nährte das Spekulationen in mehreren Medien, ob Hück wirklich freiwillig gegangen ist – oder ob ihm nicht vielmehr der Vorstand den Abgang nahegelegt hatte.

Nach Informationen des Handelsblatts fiel ausgerechnet seine ehrenamtliche Tätigkeit einigen im Unternehmen negativ auf. Es begannen Gerüchte die Runde zu machen, dass Hück Porsche-Mitarbeiter immer mal wieder für Hilfstätigkeiten bei seiner Stiftung einsetzen würde.

Doch was ist Arbeit, was ist Freundschaftsdienst unter Kollegen? Richtig knallharte Beweise gegen Hück fand die Konzernrevision nicht, als sie im Auftrag des Vorstands 2016 begann, das Betriebsratsbüro unter die Lupe zu nehmen. Hück betont, dass er selbst darum gebeten habe. Denn es hatten sich damals auch andere, ebenfalls unangenehme Gerüchte verbreitetet. Die wollte Hück gerne ausräumen.

Dabei ging es unter anderem um Verdachtsmomente, dass bei der Umwandlung von befristeten Anstellungen in feste Jobs Geld geflossen sein soll. Tatsächlich konnte die Konzernrevision keine strafrechtlich relevanten Vorgänge feststellen, lediglich Mängel in der Struktur, wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr.

Bekannt ist auch der Fall, dass Hück einen Betriebsratsmitarbeiter als Fahrer eingesetzt hat, obwohl ihm das nicht zustand. Hück hatte schon vor zwei Jahren auf die Dienste des Fahrers verzichtet, musste aber 7500 Euro Steuern wegen privater Inanspruchnahme nachzahlen. Der Fahrer hatte das Unternehmen ebenfalls kurzfristig verlassen.

Blume: „Wir haben proaktiv reagiert“

Hück jedenfalls bleibt bei seiner Darstellung: „Ich persönlich habe entschieden das Unternehmen zu verlassen“, wehrt sich Hück gegen die mediale Darstellung, Vorstandschef Oliver Blume habe ihn unter Druck gesetzt zu gehen.

Und Porsche selbst hält sich bedeckt – mit Hinweis auf das laufende Verfahren. Aber eins will dann Vorstandschef Oliver Blume gegenüber dem Handelsblatt doch klarstellen: „Wir haben proaktiv reagiert und die gebotenen Schritte zur Klärung eingeleitet.“

Dazu passt, dass Finanzchef Lutz Meschke schon vor zwei Wochen zum Handelsblatt sagte, dass man die Frage der Angemessenheit der Vergütung von Betriebsräten „gegenüber den Finanzbehörden von sich aus zur Diskussion gestellt“ habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Zuge der Ermittlungen vor wenigen Wochen sogar eine große Durchsuchung bei Porsche und in Privathäusern durchgeführt. Für die Porsche-Vorstände geht es dabei um den Verdacht der Untreue, falls es sich bestätigt, dass tatsächlich überhöhte Gehälter an Hück gezahlt wurden.

Gegen Hück selbst wird nicht ermittelt. Noch ist offen, ob es in der Sache zu einer Anklage gegen Porsche-Vorstände kommt. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen unter anderem mit Sichtung der Akten weiter.

Mehr: Uwe Hück startet eine Karriere als Politiker. Im Interview spricht er über Korruptionsvorwürfe und darüber, wie er Pforzheim retten und Sigmar Gabriel zurückholen will.

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