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Exklusive Studie Deutschland droht Stromlücke

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Die Trendresearch-Studie teilt die vorliegenden Kraftwerksprojekte in vier Kategorien ein – gemessen an der Wahrscheinlichkeit ihrer Realisierung. Auf dieser Grundlage lassen sich verschiedene Szenarien berechnen für die Stromversorgung in Deutschland. Das Fazit: Bleibt es beim beschlossenen Atomausstieg, lässt sich eine Unterversorgung mit Strom nur noch vermeiden, wenn die geplanten Neubauten mit einer Leistung von zusammen 36 000 Megawatt und einem Investitionsvolumen von 46 Mrd. Euro weitgehend umgesetzt werden. Doch dieses Szenario gilt eher als unwahrscheinlich. Dabei kalkulieren die Experten auch in diesem Szenario bereits ein, dass der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 wie geplant deutlich steigt.

Werden dagegen nur die Projekte mit hoher Wahrscheinlichkeit realisiert (Szenario Nummer zwei), würde die Stromproduktion schon 2015 nicht mehr ausreichen. Und selbst wenn Projekte mit einer mittleren Wahrscheinlichkeit ebenfalls gebaut werden (Szenario Nummer drei), wäre Deutschland ab 2018 auf Stromimporte angewiesen. Das auf Energiethemen spezialisierte, unabhängige Marktforschungsunternehmen hat für die Studie Anlagenbauer, Versorger und Experten befragt und umfangreiche Marktdaten ausgewertet.

„Kraftwerksprojekte werden gleich durch mehrere Unsicherheiten bedroht“, sagt auch der Energieexperte Berthold Hannes von der Unternehmensberatung Bain. Gasanlagen sind beispielsweise durch die drastisch steigenden Importpreise unrentabel. Gleichzeitig steigen die Kosten für den Bau neuer Anlagen rasant. Der weltweit hohe Bedarf – etwa aus China und Indien – übersteigt die Kapazitäten der Anlagenbauer. Die Preise für schlüsselfertige Kohlekraftwerke haben sich in den vergangenen vier Jahren nahezu verdoppelt. 2007 sagten deshalb unter anderem Kommunalversorger in Bremen und Köln aus Kostengründen Projekte ab.

Die Probleme in der Stromversorgung werden auch auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft 2008 eine zentrale Rolle spielen. Der Branchentreff beginnt am Dienstag in Berlin.

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