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EY-Studie Abfahrt in die Krise – Gewinne der Autohersteller brechen ein

Der Profit und Absatz der 16 weltgrößten Autobauer ist zum Jahresbeginn eingebrochen. Die Krise trifft vor allem deutsche und japanische Hersteller.
20.06.2019 - 09:21 Uhr 3 Kommentare
Der einstige Boom-Markt China entwickelt sich zum Problem für die Autobauer. Quelle: dpa
Straße in Schanghai

Der einstige Boom-Markt China entwickelt sich zum Problem für die Autobauer.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Verlieren sind sie in München gar nicht mehr gewohnt. Noch vor einem Jahr thronte BMW an der Spitze der rentabelsten Autobauer der Welt. Die Ebit-Marge von 11,9 Prozent fiel so hoch aus wie bei keinem anderen Hersteller. Dieses Jahr folgte der jähe Absturz. Magere 2,6 Prozent Ebit-Marge konnten die Münchener im ersten Quartal 2019 vorlegen – weniger als Hyundai oder Fiat-Chrysler.

„Das genügt nicht unseren hohen Ansprüchen“, musste Finanzvorstand Nicolas Peter bei der Präsentation der Zahlen kleinlaut eingestehen. Dabei ist BMW nicht der einzige Autokonzern, der derzeit mit Problemen zu kämpfen hat. Weltweit steht die Branche vor einem Krisenjahr, zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY.

Die Zahlen der ersten drei Monate sind eindrücklich. Insgesamt brach der Gewinn der 16 größten Autokonzerne um 28 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro ein – der niedrigste Wert seit dem Jahr 2011. Die französischen Hersteller Renault und PSA (Peugeot Citroën) sind in diesen Zahlen nicht einmal enthalten: beide Konzerne haben im ersten Quartal keine Gewinne oder Verluste offengelegt.

Besonders hart fällt der Gewinnrückgang bei den japanischen Herstellern aus, deren Profite um 40 Prozent zurückgingen,. Aber auch bei den Deutschen ist der Rückgang mit 28 Prozent deutlich. Allein die koreanischen Hersteller Kia und Hyundai trotzen mit einem leichten Gewinnplus dem Trend.

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    „Die weltweite Autoindustrie befindet sich in einer tiefgreifenden Umbruchphase – und die aktuelle Absatz- und Gewinnkrise verstärkt den Handlungsdruck bei den Unternehmen zusätzlich“, sagt Constantin Gall, Leiter des Bereichs Automotive & Transportation bei EY.

    Denn die Hersteller stecken in der Klemme. Während der Absatz nach etlichen Rekordjahren wieder schrumpft, müssen sie Milliarden in Zukunftstechnologien wie Elektroantriebe oder das autonome Fahren investieren, um herannahende Konkurrenten wie Tesla oder die chinesischen Herausforderer abzuwehren und strenge Emissionsvorgaben auch in Zukunft einzuhalten. Das lässt die Gewinne schrumpfen.

    Hinzu kommen politische Turbulenzen, die Absatz- und Produktionsplanung über den Haufen werfen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China gilt als größtes Risiko, hinzu kommt ein Streit über Autozölle zwischen der EU und US-Präsident Donald Trump, der drohende Brexit und konjunkturelle Unsicherheiten.

    Deutsche Hersteller investieren massiv in die Zukunft

    Insgesamt sank der weltweite Autoabsatz im ersten Quartal nach EY-Zahlen um 5,7 Prozent auf 18,5 Millionen Fahrzeuge. Hersteller aus den USA und Frankreich schrumpften besonders stark und haben damit Marktanteile verloren. Brisant für alle Autokonzern: Der jahrelange Boommarkt China schwächelt. Im ersten Halbjahr ging der Pkw-Absatz dort um satte 14 Prozent zurück.

    Ausgerechnet China, das lange als Markt der hohen Gewinnspannen galt, droht sich zu normalisieren. „Wenn sich die aktuelle Absatzschwäche fortsetzt, werden wir verstärkt Preiskämpfe sehen, die die Margen noch weiter belasten dürften“, sagt Peter Fuß, Automotive Partner bei EY.

    Auf der anderen Seite wachsen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E). Allein im ersten Quartal gaben die 16 größten Autokonzerne ganze 16,5 Milliarden Euro für Investitionen in die eigene Zukunft aus.

    Am höchsten sind die Entwicklungsausgaben bei den deutschen Herstellern. Insgesamt investieren BMW, Daimler und VW ganze 5,2 Prozent ihres Umsatzes in ihre F&E-Abteilungen, eine Summe von 6,32 Milliarden Euro. Weltweit an der Spitze steht Volkswagen mit Ausgaben von 3,2 Milliarden Euro.

    „Die hohen Innovationsausgaben drücken auf die Marge – aber sie sind alternativlos. „Die deutschen Konzerne sind gut beraten, beim Thema Forschung und Entwicklung zwar weiter Vollgas zu geben, um ihre Position als Technologieführer zu verteidigen“, sagt Fuß. „Entscheidend wird sein, dass die Automobilhersteller auf jene Zukunftstechnologien setzen, die der Autokunde letztlich auch bezahlen wird“, so Fuß weiter. Kurzum: Die Elektro-Offensive der deutschen Hersteller muss zünden.

    Auch für Experte Gall ist klar, dass der Druck auf die Marge zu einer Marktbereinigung führen wird. „Jetzt sind diejenigen Unternehmen im Vorteil, die über ausreichend Finanzmittel verfügen und zudem bei den Zukunftsthemen Elektromobilität und autonomes Fahren gut aufgestellt sind“, sagt er. „Wer da nicht zur Spitze gehört, droht unter die Räder zu geraten.“

    Um die hohen Kosten zu stemmen, dürfte die Zahl der Kooperationen zwischen den Konzernen zunehmen. Auf diese neue Autowelt seien die deutschen Hersteller nach Ansicht der EY-Experten aber gut vorbereitet.

    „Die deutschen Autobauer sind heute in der Lage, sehr rasch und flexibel beispielsweise intelligente Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Playern in bestimmten Geschäftsfeldern oder bei einzelnen Zukunftstechnologien einzugehen“, sagt EY-Experte constantin Gall. „Wir werden in Zukunft häufiger sehen, dass Autokonzerne Joint Ventures gründen und sogar Teilbereiche ihrer Geschäfte miteinander fusionieren.“

    Mehr: Weltweit ist der Autoabsatz gesunken, die Gewinn brechen ein. Doch erstmals seit Jahren kommt der rentabelste Hersteller wieder aus Deutschland. Das sind die rentabelsten Autohersteller.

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    3 Kommentare zu "EY-Studie: Abfahrt in die Krise – Gewinne der Autohersteller brechen ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrter Herr Bay,

      an der Studie von Ernst & Young haben Sie nicht mitgearbeitet. Da Sie kein Autor sind, kann man Sie für den Inhalt auch nicht kritisieren. Aber es wäre schön, wenn Sie einen falschen Zungenschlag zurechtrücken würden.

      Von einer Absatz- und Gewinnkrise der Autoindustrie zu sprechen, halte ich für eine massive Übertreibung. Die Autoindustrie ist nun einmal seit jeher eine Branche, die sehr stark vom Konjunkturzyklus abhängt. Dass in einer solchen Branche die Geschäftsentwicklung auch immer wieder einmal in größeren Schritten nach oben oder nach unten geht, ist völlig normal. Deshalb wehre ich mich gegen das Krisengeschrei und das Ausrufen von Sensationen. Auch wenn sie vielleicht die Auflage steigern.

    • Eine sehr alte Volksweisheit sagt:
      Die Klage ist das Lied des Kaufmanns (der Autobauer)
      Genau genommen, nichts Neues.

    • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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