Fahrdienst Gett VW steigt beim Uber-Angreifer ein

In vielen Städten weltweit macht der Fahrdienst Gett dem Rivalen Uber das Geschäft streitig. Mit einer Finanzspritze von Volkswagen will das Start-up weiter wachsen.
Deal-Fieber in der Autobranche: Hersteller  wie VW jagen Online-Firmen wie Gett hinterher. Sie hoffen, mit neuen Fahrdiensten den Weg in die Zukunft zu finden. Quelle: AP
Volkswagen & Gett

Deal-Fieber in der Autobranche: Hersteller wie VW jagen Online-Firmen wie Gett hinterher. Sie hoffen, mit neuen Fahrdiensten den Weg in die Zukunft zu finden.

(Foto: AP)

CharlottesvilleDie Werbung ist klar gegen den großen Wettbewerber gerichtet. „Die Konkurrenz, die wir nicht nennen wollen, zockt euch über-mäßig ab“, heißt es da auf einem Werbeplakat. „Subjektiv gesehen, sind wir objektiv besser als Uber“, auf einem anderen. Mit der provokanten Kampagne wollte Gett im vergangenen Sommer in New York auf sich aufmerksam machen – und Kunden ebenso wie neue Fahrer für sich gewinnen.

Sechs Jahre ist das New Yorker Start-up alt, das von den zwei israelischen Unternehmern Shahar Waiser und Roi More gegründet wurde. Im Prinzip funktioniert Gett genau wie Uber: Über eine App ruft man sich ein Taxi, kann verfolgen, wie weit der Fahrer entfernt ist und zahlt am Ende mit Kreditkarte.

Bei einigen Punkten setzt sich Gett jedoch von Uber und anderen Konkurrenten ab. So legt das Unternehmen etwa großen Wert darauf, dass die Preise stets gleich bleiben und nicht wie bei Uber und anderen Fahrdiensten zu Stoßzeiten angehoben werden. Auch bekräftigt Gett, dass ausschließlich erfahrene Fahrer mit entsprechender Versicherung eingestellt werden. Beides sind Themen, bei denen es mit Uber in der Vergangenheit Ärger gab.

Mit günstigen Preisen und guter Bezahlung für die Fahrer drängt Gett in die Märkte vor. In den USA, in Großbritannien, Russland und Israel ist der Uber-Rivale bereits vertreten. Insgesamt beschäftigt der Chauffeur-Dienst mehr als 50.000 Fahrer in 60 Städten, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilt. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen rund 500 Millionen Dollar Umsatz.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Mit einer 300 Millionen Dollar schweren Beteiligung von Volkswagen will Gett weiter wachsen. Die Unternehmen „ergänzen sich als strategische Partner hervorragend“, sagt Unternehmenschef Waiser, der zuvor bereits das Start-up Loyalize im Silicon Valley gegründet und verkauft sowie das Russland-Geschäft für Comverse, einem Dienstleister für Telekom-Unternehmen, aufgebaut hat.

Volkswagen ist nicht der einzige Konzern, der sich an Fahrdiensten beteiligt. General Motors hatte im Januar 500 Millionen Dollar in den Uber-Konkurrenten Lyft investiert. Der japanische Autobauer Toyota kündete am Dienstag ein strategisches Investment und ein Leasing-Deal mit Uber an. Details wurden nicht bekannt gegeben. Sowohl Toyota als auch Volkswagen wollen sich so auch im Wettbewerb um selbstfahrende Fahrzeuge besser aufstellen.

VW-Chef Matthias Müller hat eine Offensive angekündigt, die den vom Dieselskandal geplagten Autobauer bis 2025 zu einem führenden Mobilitätsanbieter machen soll. Die Partnerschaft mit Gett sei dafür „ein erster Meilenstein auf dem Weg zu ganzheitlichen Mobilitätslösungen“, sagte Müller.

Details wollen VW und Gett kommende Woche auf einer gemeinsamen Veranstaltung vorstellen. In Deutschland ist Gett bislang nicht aktiv.

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