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Farnborough International Airshow Boeing wartet mit dem völlig neuen Jet

Wer bekommt auf der Luftfahrtmesse in Farnborough die meiste Aufmerksamkeit? Boeing verschiebt die Ankündigung eines brandneuen Jets.
14.07.2018 Update: 15.07.2018 - 11:34 Uhr Kommentieren

Kampf um die Milliarden – Airbus und Boeing buhlen um Mega-Deals

Frankfurt Dass Luftfahrtmessen wie die Farnborough International Airshow das Wort „Show“ im Namen tragen, hat einen Grund. Solche Branchentreffen sind tatsächlich vor allem eine Show, bei der es darum geht, möglichst große Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn die ist wiederum der Hebel, um Aufträge von prominenten Kunden zu erhalten. 

Vor allem zwei Hersteller ringen ab Montag in der Nähe von London wieder um den Titel: Boeing und Airbus. Wer ihn bekommen wird, ist wie immer bis zum letzten Messetag am 22. Juli offen. Nur eines steht seit Sonntag fest: Anders als von vielen Branchenkreisen erwartet wird Boeing wohl doch nicht den Marktstart eines völlig neuen Jets bekanntgeben.

„Wir fühlen uns nicht zu einer Entscheidung gedrängt“, sagte Konzernchef Dennis Muilenburg der britischen „Financial Times“ unmittelbar vor Beginn der Messe am Montag. Eine Entscheidung erst im Jahr 2019 wäre für den geplanten Ersteinsatz des Flugzeugs im Jahr 2025 kein Problem, versicherte der Boeing-Chef. 

Damit wird Farnborough wohl nicht zu der Plattform werden, auf der seit langer Zeit mal wieder ein neues Flugzeug vorgestellt wird. Vielleicht will sich Boeing die große Show für die Paris Air Show im kommenden Jahr aufheben, der Heimatmesse für den Erzrivalen Airbus. Ein komplett neues Flugzeug zu bauen kostet viel Geld und Zeit und ist deshalb ein riskantes Unterfangen. Erst müsse es einen soliden „Business Case“ geben, so Muilenburg. Bislang hat die US-Airline Delta erklärt, die Patenschaft für den Jet übernehmen zu wollen. Auch United Airlines hat Interesse signalisiert.

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    Konkret geht es um ein Flugzeug für den sogenannten „Middle of the market“ – kurz MoM – mit 228 bis 268 Sitzen und geeignet für Langstrecken. Seit zwei Jahren schon spielt Boeing öffentlich mit der Idee. Auch ein Name ist schon im Markt: 797.

    Neu ist das MoM-Segment nicht. Boeing hatte bis 2004 die 757 im Angebot – mit gut 1000 gebauten Exemplaren eine durchaus erfolgreiche Maschine, die Platz für bis zu 295 Passagiere bot. Sie füllte damit eine Lücke zwischen den kleineren Mittelstreckenjets des Typs A320 oder Boeing 737 und den Großraum-Flugzeugen beider Hersteller. Seit dem Ende der 757 gibt es kein vergleichbares Flugzeug, weshalb Branchenkenner durchaus einen Markt für ein solches völlig neues Flugzeugmuster sehen. 

    Den sieht grundsätzlich zwar auch Airbus, glaubt aber die Lücke mit dem bestehenden Angebot ausreichend abdecken zu können. Vom oberen Marktsegment kommt die A330neo mit 257 Sitzen, von unten schickt Airbus seine A321neo ins Rennen, die mit zusätzlichen Tanks als LR- und künftig sogar XLR-Version auch lange Strecken bewältigen soll. Deshalb sieht man bei Airbus bislang keinen Handlungsdruck, was eventuelle Pläne bei Boeing betrifft. 

    Doch auch Airbus hat bereits gut für die Show in Farnborough vorgelegt. Der Konzern will ab Montag unter anderem mit der neuen A220 punkten. Sie ist das jüngste Mitglied der Familie und hieß bis Anfang dieser Woche noch C-Series. Airbus hat die Mehrheit an dem vom kanadischen Hersteller Bombardier übernommenen Programm erworben und will den Jet künftig auch in seinem US-Werk in Mobile fertigen. Mit der US-Airline Jet Blue hat Airbus schon einen ersten Großkunden für das Flugzeug gefunden. Vielleicht folgen ab Montag weitere. 

    Die A220 soll die Modelllücke von Airbus schließen
    Neuer Name, neuer Anlauf
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    Die C-Series, das erste und bislang einzige Verkehrsflugzeug des kanadischen Herstellers Bombardier, wird in A220 umgetauft. Das gab der europäische Luftfahrtkonzern Airbus am Vormittag in Toulouse bekannt. Airbus hatte die Mehrheit (50,01 Prozent) an dem Programm am 1. Juli offiziell übernommen. Bombardier hatte sich mit der Entwicklung des Jets finanziell übernommen. Die kanadische Provinzregierung in Quebec musste helfen. Mit Airbus hofft Bombardier auf bessere Verkaufszahlen.

    (Foto: dpa)
    Bisher erfolglos
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    Die sind bitter nötig. Bislang fliegt der Jet erst in einer Stückzahl von 38 um den Globus. 23 Flugzeuge sind bei der Lufthansa-Tochter Swiss im Einsatz, neun bei Air Baltic und sechs bei Korean Air. Bombardier hat nach eigenen Angaben 390 Bestellungen vorliegen. Die will Airbus massiv ausbauen.

    (Foto: Reuters)
    Airbus will die Hälfte des Marktes erobern
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    Der Konzern kalkuliert einen Bedarf von insgesamt 6000 bis 7000 Flugzeugen in dieser Größenklasse. In den kommenden 20 Jahren würden etwa 3000 Jets benötigt, sagte David Dufrenois, der Verkaufschef des nun A220 genannten Flugzeugtyps. „Wir wollen die Hälfte des Marktes, den wir für die kommenden 20 Jahre prognostizieren“, so Dufrenois.

    (Foto: Reuters)
    Lücke geschlossen
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    Die C-Series bietet in der kleinsten Ausführung Platz für 100 bis 130 Passagiere, in der etwas längeren bis 160. Die Reichweite entspricht der eines üblichen Mittelstreckenflugzeugs. Airbus selbst hat für diesen Markt zwar die A319 im Programm. Doch das Flugzeug ist im Grunde eine verkürzte Version der größeren A320-Familie. Deshalb gilt es als nicht sehr effizient und wird auch nicht gut verkauft. Mit der C-Series kann Airbus diese Lücke nun elegant schließen.

    (Foto: Reuters)
    Sparsamer als die Konkurrenz
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    Denn der Jet genießt einen guten Ruf. Kunden wie Air Baltic berichten, dass das Flugzeug um mehr als 20 Prozent effizienter sei als vergleichbare Flugzeuge. Bombardier selbst hatte einen Effizienzgewinn von 15 Prozent versprochen. Weiterer Vorteil: Das Flugzeug besitzt eine sogenannte „Fly-by-wire-Steuerung“, eine elektronische Steuerung der Maschine. Die nutzt auch Airbus selbst. Das Flugzeug passt also gut in die Airbus-Familie.

    (Foto: Reuters)
    Zufriedener Airbus-Manager
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    Laut Dufrenois will Airbus im eigenen Werk in Mobile (USA) künftig jährlich zwischen 50 und 60 der A220-Flugzeuge bauen. „Die A220 beginnt eine neue Phase in ihrer Karriere mit den ganzen Ressourcen von Airbus im Rücken, um den kommerziellen Erfolg weltweit fortzusetzen“, sagte Guillaume Faury (im Bild), Airbus President Commercial Aircraft, am Dienstagvormittag bei Ankunft der ersten A220 in Airbus-Lackierung am Konzernflughafen in Toulouse.

    (Foto: Reuters)
    Werbung in Farnborough
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    Nicht nur Faury (im Bild) gibt sich optimistisch: Schon nächste Woche will Konzernchef Tom Enders nachlegen. Auf der Luftfahrtshow im britischen Farnborough könnte er neue Kunden für das jüngste Baby des Unternehmens verkünden.

    (Foto: Reuters)

    Die A220 dürfte in Farnborough zudem ein schon länger diskutiertes Thema befeuern: die Konsolidierung auf Herstellerseite. So hat Boeing sich Anfang Juli grundsätzlich mit dem brasilianischen Hersteller Embraer darüber verständigt, die Mehrheit an der Verkehrsflugzeugsparte zu übernehmen. Diese fertigt die sogenannten E-Jets, Regionalflugzeuge mit bis zu 100 Sitzen. Der Deal muss noch genehmigt werden, endgültig dürfte er erst im kommenden Jahr vollzogen werden können. Deshalb kann Boeing in Farnborough noch nicht die Jets aus Brasilien zeigen.

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