Fast 23 Prozent weniger Volkswagen-Absatz in den USA bricht ein

Der amerikanische Automarkt floriert. Nur nicht für Volkswagen. Mangels neuer Modelle haben die Wolfsburger gerade erobertes Terrain wieder verloren, denn die Konkurrenz konnte teils kräftig zulegen.
Update: 03.01.2014 - 18:17 Uhr 10 Kommentare
Passat-Fertigung im US-Werk Chattanooga, Tennessee: Volkswagen muss auf dem US-Automarkt einen neuerlichen Dämpfer hinnehmen. Quelle: dpa

Passat-Fertigung im US-Werk Chattanooga, Tennessee: Volkswagen muss auf dem US-Automarkt einen neuerlichen Dämpfer hinnehmen.

(Foto: dpa)

HerndonVolkswagen fällt nach einer grandiosen Aufholjagd im wichtigen US-Automarkt wieder zurück. Das erschwert es den Wolfsburgern, ihr Ziel zu erreichen, bis spätestens 2018 zur weltweiten Nummer eins der Autobranche aufzusteigen.

Nicht zuletzt mangels neuer Modelle schrumpften die Verkäufe der Marke VW im vergangenen Jahr um annähernd 7 Prozent auf 408.000 Stück, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab. So musste sich der inzwischen drei Jahre alte US-Passat jüngeren Konkurrenten wie dem Ford Fusion – dem US-Schwestermodell des Mondeo – geschlagen geben.

Im Jahresverlauf lief das VW-Geschäft immer schlechter. Das gipfelte im Dezember in einem Einbruch von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zum Teil dürfte daran auch das schlechte Wetter schuld gewesen sein, das Kunden vom Besuch beim Händler abhielt.

Dies bekamen auch die zwei Erzrivalen Toyota und General Motors zu spüren, mit denen VW um die Weltspitze ringt. Sie verzeichneten in den USA 2 beziehungsweise 6 Prozent weniger Dezember-Verkäufe. Dagegen konnten Ford und Chrysler im gleichen Maße zulegen. Aufs Jahr gesehen verkauften alle diese Hersteller allerdings zwischen 7 und 11 Prozent mehr Wagen.

VW verlor damit Marktanteile. Im vergangenen Jahr hatten die Wolfsburger noch das beste Ergebnis in vier Jahrzehnten eingefahren. Seit 2009 hatte die Marke ihre Verkäufe im Land in einem Kraftakt mehr als verdoppelt. Damals neue Modelle wie Passat und Jetta und Preissenkungen lockten die US-Kunden an. 2013 aber kehrte Ernüchterung ein.

Für einen Lichtblick sorgte die Premiumschwester Audi, die sowohl im Dezember als auch im Gesamtjahr mehr Wagen loswurde und das beste Ergebnis ihrer Geschichte in den USA einfuhr. US-Chef Scott Keogh zeigte sich auch für das neue Jahr optimistisch. Die Rivalen BMW und Daimler liegen bei den Verkäufen in den USA allerdings vor Audi.

Bei VW steht noch die Entscheidung über einen neuen Geländewagen speziell für den nordamerikanischen Markt aus, der einen deutlichen Schub bringen dürften. Schon Anfang 2013 hatte VW seine Studie Crossblue auf der Automesse in Detroit vorgestellt.

Dabei könnte gerade das US-Geschäft einen zusätzlichen Schub vertragen. Nach Jahren des steilen Wachstums kommt die Kernmarke Volkswagen Pkw dort ins Schlingern. Zweistellige Absatzrückgänge zwischen September und November ließen bereits vor den Dezember-Zahlen die Alarmglocken schrillen. Zum Januar übernimmt mit Michael Horn ein neuer Manager das Konzerngeschäft in den USA. Vorgänger Jonathan Browning wolle aus persönlichen Gründen in seine Heimat Großbritannien zurückkehren.

Für Chrysler läuft es in den Staaten deutlich besser
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10 Kommentare zu "Fast 23 Prozent weniger: Volkswagen-Absatz in den USA bricht ein"

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  • "Nur dank autobild-Propaganda bleibt VW angeblich ein Qualitätsprodukt."

    Danke ! Ich dachte schon, ich wäre der Einzige, dem die autobild-Propaganda aufgefallen ist. Typischer autobild-Test:
    1. VW 2. Audi 3. Skoda 4. SEAT, dann der Rest....

  • Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Habe jetzt meinen Golf verkauft und bin auf ein "ausländisches" Fahrzeug umgestiegen, nachdem beim Golf die Bremsdruckschalter gehäuft ausfallen. Dies ist auch in diversen Foren nachzulesen. Der Austausch dieses ca 2€-Teiles kostet je nach Modell bis über 1500.-Euro. Kulanz außerhalb der Garantiezeit gibt es trotz nur 50000km gefahrener Strecke nicht. Soviel zur Qualität von VW nach eigener Erfahrung.

  • Einbildung ist auch Bildung, und daran sind die Deutsche wirklich die Nummer Eins.

  • VW verscherbelt seit Jahren die Autos absolut billig in USA. Die hohen Verkaufszahlen kamen nur über den Preis zustande. Leider fehlt in Amerika die autobild, die VW in jedem Test gewinnen lässt. In USA erkennt man die VW-Marke als das an, was sie wirklich ist. Eine Billigmarke. Schaut man sich mal in diversen deutschen PKW-Foren um, dann ist man erstaunt mit wievielen Problemen sich VW-Fahrer rumärgern müssen. Nur dank autobild-Propaganda bleibt VW angeblich ein Qualitätsprodukt.

  • Das kann ich gut nachvollziehen. Habe gehört, dass VW in USA teilweise bei Chrysler fertigen lässt. Weiß aber nicht, ob das stimmt. Jedenfalls hinterlassen die VW-Modelle dort wirklich einen alten Eindruck. Außerdem wird dort häufig von technischen Mängeln mit VW-Fahrzeugen berichtet.
    Man schaue sich mal die Fahrzeuge von Kia und Hyundai dort an (Optima, Elantra, Sonata), dann weiß man, was ich meine. Die Teile gehen dort weg wie warme Semmeln, und das hat natürlich Gründe.

  • Zitat : Volkswagen-Absatz in den USA bricht ein

    - macht nichts, in China werden ja 7 neue Werke gebaut.

    Nach dem die Werke stehen wird dort der Absatz NICHT einbrechen :

    dort kommt Konfuzius und tritt VW in den lahmen Arsch !

    Das wars dann mit dem Größten und Schönsten........Autobauer der Welt !

    VW ist die gleiche Lachnummer, wie die GroKO !

  • In den USA wird derzeit die Uhr zurück gestellt: Billiger Kraftstoff aus Fracking und Ölschieferabbau sorgt für eine Renaissance lange überholter Motorkonzepte und weniger Umweltbewußtsein. Den Flottenverbrauch kann man schließlich mit voll elektrisch betriebenen Zweit- und Drittfahrzeugen (inklusive Golf-carts)senken - egal ob diese tatsächlich eine Laufleistung erbringen oder nicht. Innovation ist dann unabhängig vom Antriebskonzept im wesentlichen alles was im Cockpit bunt flimmert.
    So eine Entwicklung ist natürlich Gift für einen Technologiekonzern wie VW. Da wird sich für das Kerngeschäft von VW in den USA in den nächsten Jahren auch wenig ändern. Schade.

  • Das VW KonzernManagement ist überaltert. Die Autos optisch nicht mehr zeitgemäß u. entsprechen den Rentnern im Vorstand.
    Da ist die neue Mercedes C-Klasse optisch u. techn. um Längen vorraus.
    Tja Herr Piech, dass mit 2018 wird nichts!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Kein Wunder, denn VW baut Autos hässlich wie die Nacht, weshalb sie wohl meistens in schwarz geordert werden. Die Töchter Skoda und Seat sind allemal besser .... und dazu noch günstiger zu haben!

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