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Feindliche Übernahme droht Saint-Gobain will BPB schlucken

Im Übernahmepoker um BPB hat der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain den Aktionären des britischen Gipsplattenherstellers eine feindliches Angebot vorgelegt.

HB LONDON. Drei Mal habe Saint-Gobain erfolglos versucht, das Direktorium von BPB zu Verhandlungen zu bewegen, teilten die Franzosen am Mittwoch mit. Daher sei keine andere Möglichkeit geblieben, als die zuletzt auf 720 Pence je Anteilschein erhöhte Bar-Offerte direkt den BPB-Aktionären vorzulegen. Der Übernahmekandidat rief dazu auf, das Angebot im Wert von umgerechnet insgesamt rund 5,3 Mrd. € abzulehnen und kündigte im Gegenzug an, 350 Mill. Pfund an die Aktionäre auszuschütten. Die Dividende werde dabei für das laufende Geschäftsjahr um 44 % auf 23 Pence je Aktie erhöht.

Das jüngste, „nicht willkommene Angebot“ stelle immer noch eine Unterbewertung von BPB dar, begründeten die Briten ihre ablehnende Haltung. Auch einige Anteilseigner sagten, sie würden ein höheres Angebot erwarten. Marktexperten rechneten ebenfalls damit, dass Saint-Gobain seiner Offerte abermals aufbessern müsse. „Ich glaube nicht, dass 720 Pence ausreichen werden“, sagte ein Analyst. Ein um 30 Pence höheres Angebot könnte die Investoren aber zum Verkauf ihrer Anteile bewegen. Mit 675 Pence je Aktie hatte Saint-Gobain die Übernahmeschlacht vor gut zwei Wochen eröffnet und dann zwei Mal nachgelegt.

Saint-Gobain teilte mit, durch die Übernahme von BPB am Gipsplatten-Markt expandieren zu wollen. Zudem solle die Position als weltgrößter Baumaterialien-Gruppe gestärkt werden. Saint-Gobain-Titel gaben nach Vorlage der feindlichen Offerte zunächst etwas nach, legten dann aber um 3,8 % zu auf bislang nie erreichte 51,50 €. BPB-Aktien zogen ebenfalls um knapp vier Prozent an.

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