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Feindliche Übernahme Merck bietet 6 Milliarden Dollar für US-Konzern Versum Materials

Merck will Versum – Versum will Merck jedoch nicht. Doch der Darmstädter Pharmakonzern zeigt sich von der Abweisung der Amerikaner unbeeindruckt.
Update: 26.03.2019 - 16:37 Uhr Kommentieren
Merck gibt Gebot für US-Firma Versum Materials ab Quelle: dpa
Merck-Zentrale in Darmstadt

Der Pharmakonzern Merck kämpft um die Übernahme von Versum Materials.

(Foto: dpa)

DarmstadtMerck wagt die erste feindliche Übernahme eines deutschen Unternehmens in den USA seit 13 Jahren: Der Darmstädter Konzern will den Elektronikmaterialienhersteller Versum Materials für rund sechs Milliarden Dollar übernehmen, obwohl sich dessen Vorstand hartnäckig dagegen sträubt. „Wir sind fest entschlossen, die Übernahme von Versum abzuschließen. Das nun vorliegende Übernahmeangebot ist ein eindeutiger Schritt in diese Richtung“, teilte der Pharma- und Spezialchemiekonzern am Dienstag mit.

Merck warb erneut direkt bei den Versum-Aktionären für sein Vorhaben und forderte diese auf, gegen den vom Versum-Management ausgehandelten Zusammenschluss mit dem US-Rivalen Entegris zu stimmen. Die Offerte über 48 Dollar je Aktie in bar sei der Fusion mit Entegris eindeutig überlegen.

Anleger spekulierten gleichwohl, dass Merck wohl noch etwas drauflegen muss. Versum-Aktien notierten im frühen Handel an der Wall Street mit rund 50 Dollar leicht oberhalb des Angebotes.

Für Merck wäre es der erste feindliche Übernahmeversuch seit dem Arzneimittelhersteller Schering 2006, der letztlich an Bayer ging. Der letzte feindliche Übernahmeversuch eines deutschen Unternehmens in den USA war der Kauf des Katalysatorenherstellers Engelhard durch BASF ebenfalls 2006, der letztlich aber ein freundliches Ende fand.

Merck erklärte, das Unternehmen würde es zwar bevorzugen, direkt mit dem Versum-Management über sein Angebot zu sprechen. Der Vorstand weigere sich aber, Kontakt aufzunehmen. „Die voreilige Ablehnung unseres Vorschlags durch den Versum-Vorstand und die mangelnde Bereitschaft, mit uns Gespräche zu führen, hat uns gezwungen, diesen Vorschlag den Aktionären direkt vorzulegen“, schrieb Merck in einem zweiten offenen Brief an die Versum-Anteilseigner. „Sagen Sie dem Versum-Vorstand, dass er seine Arbeit machen und ihre Interesse an erster Stelle setzen soll.“

Das Versum-Management hatte Merck bislang trotz intensiven Werbens die kalte Schulter gezeigt und seinen Entschluss bekräftigt, den Übernahmevorschlag aus Deutschland abzulehnen. Versum habe unverändert die feste Absicht, mit Entegris zu fusionieren, hatte der US-Konzern zuletzt vor knapp drei Wochen die Avancen von Merck zurückgewiesen.

Entegris soll an dem geplanten gemeinsamen Unternehmen 52,5 und Versum 47,5 Prozent halten. Versum-Aktionäre sollen für jede gehaltene Aktie 1,120 Entegris-Anteilsscheine bekommen, das entspricht gegenwärtig einem Wert von rund 39 Dollar je Entegris-Aktie. Versum und Entegris hatten zuletzt mit deutlich höheren Kostensynergien von jährlich mehr als 125 Millionen Dollar für ihre Fusion geworben - 50 Millionen mehr als bei Bekanntgabe des Deals im Januar.

Merck bezeichnete diese Schätzungen als „illusorisch“. „Anleger sollten sich von dieser Taktik nicht täuschen lassen und nicht der gescheiterten Aktionärsführung zum Opfer fallen“, schrieben die Darmstädter an die Versum-Aktionäre. Das Angebot von Merck stelle eine Prämie von mehr als 23 Prozent gegenüber dem Wert des Entegris-Angebots am Tag vor dem Start der Übernahmeofferte dar.

Die Finanzierung habe sich Merck bereits bei der Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas Fortis und der Deutschen Bank gesichert. Mit dem Zukauf will Merck sein Spezialchemiegeschäft weiter ausbauen und stärker ins Geschäft mit der Chip- und Display-Industrie kommen.

Zuletzt hatte Merck diesen Bereich 2014 mit der Übernahme der britischen AZ Electronic Materials gestärkt. Die Versum-Anteilseigner sollen am 26. April auf einem außerordentlichen Aktionärstreffen über die Fusion mit Entegris abstimmen.

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