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Fiat 500 im Angebot Ein Auto vom Discounter – warum Lidl jetzt auch Kleinwagen verkauft

Der klassische Autohandel bekommt Konkurrenz: Der Discounter Lidl steigt in den Autoverkauf ein. Doch das vermeintliche Schnäppchen ist vor allem Marketing.
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Der Kleinwagen Fiat 500 soll künftig über die Website von Lidl angeboten werden.
Ein Fiat von Lidl

Der Kleinwagen Fiat 500 soll künftig über die Website von Lidl angeboten werden.

Düsseldorf Künftig will auch der Discounter Lidl in das Geschäft mit Autos einsteigen. Ab dem 4. Februar bietet der Discounter über seinen Onlineshop den Fiat 500 im Leasing für 89 Euro im Monat an.

Für 165 Euro im Monat können Kunden das Komplettpaket buchen, dann sind auch Wartung, Winterreifen und eine Vollkasko-Versicherung des Leasingautos inklusive. Limitiert ist das Angebot auf 1000 Fahrzeuge.

Hinter dem Angebot steckt nicht der Hersteller direkt, sondern das Berliner Start-up Vehiculum, die Santander Bank und das Autohaus König, ein großer Händler aus Ostdeutschland. Als erster Händler hatte das Autohaus König auch schon einen Renault Clio über den Onlinehändler Amazon angeboten.

Das Angebot sei „gut, aber nicht außergewöhnlich gut“, meint Autoprofessor Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen. Innovativ sei vor allem das System hinter dem Angebot.

Denn anders als bei den meisten Leasingangeboten im Netz versprechen Lidl und Vehiculum, den gesamten Prozess online innerhalb von 15 Minuten abzuwickeln – von der Online-Identifizierung über den Vertragsabschluss bis zur Bonitätsprüfung.

„Mit seiner monatlichen Zahlung ist Leasing in Zeiten von Film- oder Musikstreaming-Anbietern zwar ultramodern, in der Anschaffung aber so kompliziert und unübersichtlich wie vor 20 Jahren“, kritisiert Vehiculum-Gründer Lukas Steinhilber. Für Autoprofessor Reindl hat der Autohandel tatsächlich digitalen Nachholbedarf. „Nur wenige Händler haben schon heute Systeme und Prozesse, um Leasingverträge komplett digital abzuwickeln“, sagt Reindl.

Allerdings ist das Angebot von Lidl vor allem ein Experiment. „Bei individuell konfigurierten Fahrzeugen, die heute insbesondere bei Dienstwagen gefragt sind, wird auch der digitale Abwicklungsprozess komplizierter“, so Reindl. Bei Lidl werden dagegen vorkonfigurierte Fahrzeuge in nur einer Ausstattungsvariante angeboten.

Darum ist die Zahl der online abgeschlossenen Leasingverträge bisher auch noch überschaubar ist. Die Kooperation mit Lidl dürfte vor allem aus Marketinggründen zustande gekommen sein. Das Start-up Vehiculum, das deutschlandweit Leasingangebote vergleicht, will sich künftig nicht nur an Geschäftskunden, sondern auch an Privatkunden wenden. Mit dem Verkauf beim Discounter ist die Aufmerksamkeit garantiert.

Bei den angestammten Händlern dürfte die Offensive allerdings auch kritische Reaktionen hervorrufen. „Gerade bei Fiat wird man sich dieses Leasing-Angebot für den Fiat 500 genau ansehen“, ist Autoprofessor Reindl überzeugt. Denn mit dem Auto vom Discounter wächst auch die Konkurrenz für Händler, die ihre Autos vielleicht zu einem ähnlichen Preis, aber nicht digital vertreiben.

Dass innovative Leasingangebote im Netz auch nach hinten losgehen können, bewies der französische Hersteller PSA im Jahr 2017. Damals boten die Franzosen ihren Peugeot 208 in einer Kooperation mit dem Kommunikationsriesen 1&1 für einen Flatrate-Preis von 99 Euro im Monat an – inklusive Versicherung und Steuern. Das Angebot war so günstig, das tausende Kunden es annahmen. In der Folge mussten vier führende Vertriebsmanager von Peugeot gehen.

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