Fiat Chrysler Autobauer enttäuscht trotz Gewinnsprung

Fiat Chrysler hat die Analysten mit einem deutlichen Gewinnsprung überrascht. Trotzdem gaben die Aktien des Autobauers um knapp drei Prozent nach. Schuld ist die enttäuschende Prognose des Unternehmens.
Update: 27.01.2016 - 15:19 Uhr
Gute Geschäfte in den USA haben Fiat Chrysler einen Gewinnsprung beschert. Quelle: AFP
Fiat-Chrysler-Werk in Warren

Gute Geschäfte in den USA haben Fiat Chrysler einen Gewinnsprung beschert.

(Foto: AFP)

MailandStarke Geschäfte in Europa und Nordamerika haben Fiat Chrysler (FCA) zum Jahresende überraschend deutlich die Kassen gefüllt. Vor allem der Kleinwagen Fiat 500 und die sportliche Variante des Jeep verkauften sich gut. Zudem konnte der italienisch-amerikanische Autobauer seine Schulden senken. Allerdings zeigte sich der Konzern für das laufende Jahr pessimistischer als gedacht. Fiat-Chrysler-Aktien sackten daher an der Börse um fünf Prozent ab.

Der operative Gewinn stieg den Angaben vom Mittwoch zufolge im vierten Quartal um knapp 40 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro und lag damit um rund 300 Millionen Euro über den Erwartungen. Der Umsatz kletterte ebenfalls überraschend deutlich um elf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro.

In Nordamerika, dem mit Abstand wichtigsten Markt von Fiat Chrysler, stieg der Absatz um knapp zehn Prozent auf 731.000 Fahrzeuge. Der Umsatz kletterte um knapp ein Viertel auf rund 19 Milliarden Euro. In Europa wurden mit knapp 300.000 Fahrzeugen 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist verkauft. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.

Heftige Einbußen gab es dagegen in Lateinamerika. Das liegt vor allem an der schweren Wirtschaftskrise in Brasilien, wo Fiat Chrysler Marktführer ist. Insgesamt brach der Absatz des Konzerns in der Region um mehr als ein Drittel auf noch 140.000 Fahrzeuge ein. Gar um mehr als 50 Prozent auf nur noch 26.000 Autos kippte der Absatz in Asien weg, was Fiat Chrysler unter anderem auf Lieferengpässe nach der Explosion im chinesischen Hafen Tianjin im August zurückführte.

Die größten Premium-Autobauer der Welt
Platz 14: Tesla
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Der Elektrofahrzeughersteller konnte seine Absatzzahlen im vergangenen Jahr um satte 75 Prozent steigern auf 50.500 Autos. Allerdings sind die Absatzzahlen teuer erkauft. Denn Tesla verdient an seinen Fahrzeugen bisher keinen einzigen Cent. Doch die Erwartungen sind umso höher. Bereits jetzt wird Tesla an der Börse mit einer halb so hohen Marktkapitalisierung wie BMW gehandelt. Mit dem Unterschied, dass BMW bereits jetzt knapp zwei Millionen Autos allein im Premiumsegment absetzt.

Platz 13: Jaguar
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Die traditionelle englische Nobelmarke hat ihren seniorenhaften Stil abgelegt. Die neuen Fahrzeuge von Jaguar sind modern, laut und sportlich. Der Strategieschwenk lohnt sich. 2015 verkaufte der Autokonzern 84.000 Fahrzeuge. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von drei Prozent.

Platz 12: Lincoln
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Die amerikanische Luxusautomarke produzierte für zahlreiche US-Präsidenten die Staatskarosse. Roosevelt, Truman, Eisenhower, Kennedy und Bush Senior ließen sich mit den Limousinen von Lincoln kutschieren. 2015 stieg der Absatz um 7,1 Prozent auf 101.000 Fahrzeuge.

Platz 11: Cadillac
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In Europa hat Cadillac einen schweren Stand. In den 1990er-Jahren zog sich die Marke fast komplett aus dem europäischen Markt zurück. Mittlerweile fahren Cadillacs wieder über die Straßen des alten Kontinents. Auch in Deutschland begegnet man hin und wieder den auffällig designten Fahrzeugen. Allerdings hält sich der Erfolg in Grenzen. 2015 sank der Absatz um 0,9 Prozent auf 175.000.

Platz 10: Acura
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Hondas Sport- und Premiumableger Acura wird mit derselben Strategie vertrieben, wie die Nobelableger von Toyota (Lexus) und Nissan (Infiniti). Seit 2006 verkauft Acura seine Autos auch in China. Der Absatz lag im vergangenen Jahr bei 177.000 Fahrzeugen.

Platz 9: Infiniti
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Der Hauptsponsor des Formel-1-Teams von Red Bull versucht den etablierten Premiummarken Audi, BMW und Mercedes Marktanteile abzuknöpfen und will vor allem in Europa Fuß zu fassen – mit durchwachsenem Erfolg. 2015 wurden gerade einmal 215.000 Fahrzeuge verkauft. Immerhin lässt die Wachstumsrate hoffen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Absatz um 16 Prozent.

Platz 8: Porsche
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Satte 19 Prozent mehr Fahrzeuge wurde Porsche im Jahr 2015 los. Insgesamt verkaufte der Hersteller von Supersportwagen 225.000 Fahrzeuge. Vor allem die SUVs Cayenne und Macan peppen die Bilanz der Stuttgarter auf.

Der Schuldenstand im Konzern verringerte sich im Schlussquartal auf fünf von 7,85 Milliarden Euro. Überraschend sagte Fiat Chrysler für 2016 aber lediglich einen Gesamt-Umsatz von "mehr als 110 Milliarden Euro" voraus. Das sind fünf Milliarden weniger als von Analysten erwartet. 2015 hatte der Konzern ohne die jüngst abgespaltene Sportwagen-Sparte Ferrari 111 Milliarden Euro erlöst.

„Die Ergebnisse sind stark und der Ausblick solide, aber zurückhaltend“, sagte ein Händler. „Und die Frage bleibt, wie es Fiat Chrysler gehen wird, sollte es am US-Markt schlechter laufen.“

  • rtr
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