Fisker Was plant der vergessene Tesla-Zwilling?

Vor etwa einem Jahr verschwand der US-Elektroautobauer Fisker nach Finanzproblemen von der Bildfläche. Dann übernahmen die Chinesen. Nun mehren sich die Anzeichen für ein Comeback.
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Der Fisker Karma gehörte bei seiner Premiere im Jahr 2008 zu den Berühmtheiten der North American International Auto Show in Detroit. Quelle: ap
Traum unter Strom

Der Fisker Karma gehörte bei seiner Premiere im Jahr 2008 zu den Berühmtheiten der North American International Auto Show in Detroit.

(Foto: ap)

DüsseldorfDie wahrscheinlich schönste Elektro-Neuheit des Jahres 2008 hieß Karma. Der Plug-in-Hybrid mit schwungvoll gezeichnetem Chassis, 330 PS und drei Elektromotoren verzückte damals die Autowelt. Sein Entwickler galt damals als Pionier wie Tesla-Gründer Elon Musk.

Sein Name: Henrik Fisker. Ein Designer, der schon Autos für BMW und Aston Martin entworfen und mit seinem gleichnamigen Start-up innerhalb weniger Jahre 1,4 Milliarden Dollar (rund 1 Milliarde Euro) von privaten und öffentlichen Investoren eingesammelt hatte. Neben Tesla galt Fisker seinerzeit als der erfolgversprechendste Elektroautobauer. Doch auch Wunderkinder können scheitern.

Nur fünf Jahre nach dem glanzvollen Auftritt war das hoffnungsvolle Start-up insolvent. Mehrere Rückschläge hatten Fisker ausgebremst. Erst mussten hunderte Fahrzeuge zurück in die Werkstätten gerufen werden. Dann stand die Produktion still, weil ein Batterielieferant Insolvenz anmelden musste. Schlussendlich wurde auch noch ein Großteil der nicht ausgelieferten Fahrzeuge von Hurrikan Sandy zerstört. Im November 2013 war der Traum geplatzt.

Zurück zu den edlen Wurzeln
Fisker Thunderbolt
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Designer Henrik Fisker hat einst die moderne Design-DNA von Aston Martin entwickelt. Nun rüstete er einen Sportwagen der  Marke optisch noch einmal auf. Als Fisker Thunderbolt feierte die Studie auf dem automobilen Schönheitswettbewerb in  Amelia Island in Florida Premiere.

Gründlich überarbeiteter Zweisitzer
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Das Coupé auf Basis des Aston Martin Vanquish V12 ist keine Kooperation mit dem britischen Hersteller, bei dem Fisker Anfang des Jahrtausends in Diensten stand und mit DB9 und Vantage die Keimzellen für das aktuelle Design der Briten schuf. Der Thunderbolt ist vielmehr ein Gemeinschaftsprojekt mit dem US-Tuner Galpin. Während die technische Basis mit dem 424 kW/576 PS starken Zwölfzylindermotor unangetastet bleibt, wurde die Karosserie komplett neu aus Kohlefaserlaminat aufgebaut.

Im Detail verfeinert
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Fisker lässt dem Coupé zwar seinen grundlegenden Stil, verfeinert es aber an zahlreichen Details. So gibt es einen neuen Kühlergrill, neue Kotflügel und Scheinwerfer sowie eine neue Motorhaube. Die Heckscheibe zieht sich nun in die Karosserieflanken und das Dach ist komplett aus Glas gefertigt. Dazu kommt ein neuer Innenraum mit gebogenem Touchscreen, feinem italienischen Leder und einer integrierten Champagnerbar.

Edle Fingerübung
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Offiziell ist der Thunderbolt nur als Fingerübung gedacht. Sollten sich aber solvente Interessenten finden, würden Galpin und Fisker einzelne Exemplare bauen. Zu den Preisen gibt es keine Angaben. Bereits das Grundfahrzeug kostet gut 250.000 Euro.

Auch für Champagnerflaschen ist Platz
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Der gebürtige Däne Fisker startete seine Designer-Karriere in den 90er-Jahren bei BMW, wo er unter anderem den Luxussportwagen Z8 mitentwickelte. In den 2000ern wechselte er zu Ford und leitete das Design der damaligen Tochter Aston Martin. Später machte er sich mit der Firma Fisker Coachbuild selbstständig.

Umso bemerkenswerter ist es, dass Fisker nun mit neuem Besitzer zurückkommen könnte. Mitte 2014 hatte der chinesische Zulieferer Wanxiang den Elektroautobauer mit der Rückendeckung einiger Gläubiger für 149 Millionen Dollar (rund 135 Millionen Euro) geschluckt.

Unter chinesischer Fahne soll Fisker sich nun nach einer neuen Produktionsstätte umgesehen haben – und dabei in Süd-Kalifornien fündig geworden sein. Genauer: in Moreno Valley Mit 30 Millionen Dollar soll Fisker eine Autofabrik mit rund 52.000 Quadratmetern angemietet haben, melden mehrere amerikanische Zeitungen übereinstimmend. Die Laufzeit des Vertrages sei auf zehn Jahre angelegt. Nach Angaben der Stadtverwaltung habe Fisker zugesagt, in der neuen Produktion zunächst rund 150 neue Jobs zu schaffen, vor allem mit Arbeitskräften auf aus der Region. „Das ist ein Meilenstein für unsere Stadt“, zitiert die „Detroit Times“ den Bürgermeister Jesse Molina.

Begegnung mit Tesla
Tesla S P85D
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Neben beeindruckenden Fahrleistungen (700 PS; in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h; Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h) wirbt das Unternehmen auch mit seinem Netzwerk an Schnellladestationen, wo Tesla-Kunden kostenlos Strom tanken können.

An der Stromzapfsäule
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Die Bedienung der Supercharger ...

Energie tanken
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...ist so einfach wie bei einer herkömmlichen Zapfsäule.

Sicher eingerastet
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Das Kabel ist während des Ladevorgangs durch eine Verriegelung fest mit dem Fahrzeug verbunden. So kann kein Witzbold den Stecker herausziehen, während man im Rasthof einen Kaffee trinkt.

Grünes Licht
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Grünes Licht signalisiert, dass der Strom fließt. Je nachdem, wie voll die Batterien sind, flackern die Lichter schneller oder langsamer.

Aktueller Ladestatus
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Auf dem Display im Fahrzeuginneren wird während des Ladens der aktuelle Status angezeigt. Im Test dauerte es zwischen 7 und 15 Sekunden, um Strom für einen Kilometer Reichweite zu laden. Die Ladegeschwindigkeit nimmt ab, je voller die Batterie wird.

Klappe zu
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Nach dem Laden wird die "Tankklappe" wieder geschlossen.

Wann Fisker in der neuen Fabrik wieder mit der Produktion startet, ist derzeit noch unklar. Offiziell will das Unternehmen die Meldungen noch nicht kommentieren. Welches Modell gebaut werden soll, liegt für Marktbeobachter dagegen auf der Hand: Der Karma soll zurückkommen. Denn vor der Insolvenz hatte Fisker gerade einmal 2.500 Modelle des halbelektrischen Schönlings verkauft. Damit es nie wieder zu Problemen mit den Zulieferern kommt, haben die chinesischen Besitzer vorgesorgt. Zum Imperium der Chinesen gehört mit A123 auch ein Hersteller für Lithium-Ionen-Batterien, der auch Fisker beliefern soll. Ausgerechnet jener Zulieferer, der Fisker damals in Turbulenzen brachte.

Firmengründer und Namensgeber Henrik Fisker wird beim Neustart allerdings nicht mehr mit an Bord sein. Er hat das Unternehmen im März 2013 verlassen - und arbeitet derzeit längst an neuen Schönheiten.

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