Flugzeugbau Airbus-Chef Enders lässt seine Zukunft offen

Geht Airbus-Chef Tom Enders oder bleibt er? Einem französischen Medienbericht zufolge will der Deutsche seinen Vertrag bei dem Flugzeugbauer nicht verlängern. Er selbst hat diese Information nicht bestätigt.
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Medienberichten zufolge will Airbus-Chef Tom Enders seinen Vertrag bei dem Flugzeughersteller nicht verlängern. Er selbst hält sich dazu bedeckt. Quelle: Reuters
Tom Enders

Medienberichten zufolge will Airbus-Chef Tom Enders seinen Vertrag bei dem Flugzeughersteller nicht verlängern. Er selbst hält sich dazu bedeckt.

(Foto: Reuters)

Paris
Airbus-Chef Tom Enders will seinen Vertrag bei dem europäischen Flugzeugbauer einem Zeitungsbericht zufolge nicht verlängern. Der 58-jährige Deutsche habe die französische Regierung darüber informiert, dass er keine dritte Amtszeit anstrebe, berichtete „Le Figaro“. Die Entscheidung werde Thema auf einer regulären Verwaltungsratssitzung am Donnerstag sein. Der Vertrag läuft im Mai 2019 aus. Enders selbst hielt sich zu seinen Plänen bedeckt. „Die Entscheidung über meine Zukunft als Airbus-Chef wird nicht von der französischen Presse, von der französischen Regierung oder irgendeiner Regierung getroffen“, ließ er über seinen Sprecher ausrichten. „Sie wird vom Verwaltungsrat... oder von mir getroffen - und idealerweise in Abstimmung zwischen dem Verwaltungsrat und mir.“

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Regierung Macron
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Die französische Regierung will in den kommenden Monaten damit beginnen, Anteile an Unternehmen abzustoßen. Es werde damit gerechnet, dass dabei zehn Milliarden Euro zusammenkämen, sagte Finanzminister Bruno Le Maire. Sie sollten in Innovationsprojekte fließen. Der Steuerzahler werde sehen, dass das Geld „für die Zukunft und nicht die Vergangenheit“ ausgegeben werde. Der französische Präsident Emmanuel Macron (hier beim Besuch einer Schiffswerft) hatte im Wahlkampf angekündigt, Minderheitsanteile an Unternehmen zu veräußern.

EDF
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An dem Energieversorger hält der Staat 83,4 Prozent, es ist der höchste Staatsanteil an einem Unternehmen. Die Börsenkapitalisierung beträgt 26 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres ist der Kurs um 19,56 Prozent gefallen. Das ist der stärkste Verlust in diesem Zeitraum im Staatsportfolio noch vor Dexia. Das Unternehmen hat 159.000 Mitarbeiter. Im Bild zu sehen ist das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Baden-Württemberg.

ADP
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An dem Flughafenbetreiber hält der Staat 50,63 Prozent. Die Börsenkapitalisierung liegt bei knapp 14 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres ist die Aktie um 40 Prozent gestiegen. Zu ADP gehören unter anderem die Flughäfen Roissy Charles de Gaulle, der zweitgrößte in Europa, und Orly bei Paris (Bild). Die Gruppe hat 8900 Angestellte.

Areva
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Am Atomkonzern Areva ist Frankreich mit 28,83 Prozent beteiligt. Der Börsenwert des Unternehmens liegt bei 1,7 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres ist der Wert um 23,68 Prozent gestiegen. Das Unternehmen beschäftigt 44.000 Mitarbeiter.

Engie
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Der Energieversorger entstand 2008 aus der Fusion von Gaz de France und Suez. Frankreich hält derzeit 28,65 Prozent. Der Börsenwert beträgt 32 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres ist der Wert um 8,66 Prozent gefallen. Das Unternehmen hat 155.000 Mitarbeiter.

Thales
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An Thales, Spezialist für Sicherheit, Militärtechnik und Luftfahrt, ist der Staat mit 25,97 Prozent beteiligt. Der Börsenwert beträgt 20 Milliarden Euro. Der Kurs ist innerhalb eines Jahres um 26,45 Prozent gestiegen. Das Unternehmen hat 62.000 Mitarbeiter.

Eramet
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An dem Bergbau und Metallurgie-Unternehmen Eramet hält der Staat 25,66 Prozent. Der Börsenwert beträgt 1,1 Milliarden Euro. Der Kurs ist innerhalb eines Jahres um 33,29 Prozent gestiegen, allerdings nach einem starken Anstieg im Jahr 2016 um 92 Prozent seit Anfang 2017 um 23 Prozent abgerutscht. Eramet hat 13.000 Mitarbeiter.

Im April hatte Enders erklärt, er erwäge, seinen Vertrag über 2019 hinaus zu verlängern. Er denke nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Doch seither wächst der Druck auf ihn: So wird ihm unternehmensintern vorgeworfen, die Aufklärung der schon länger schwelenden Korruptions-Affäre rund um den Verkauf von Flugzeugen zu aggressiv voranzutreiben. Um Ermittlungen vor allem in Frankreich und Großbritannien zu begegnen, hat Enders schonungslose Aufklärung versprochen. Der französische Staat hält elf Prozent an Airbus, hat seinen einst großen Einfluss auf die Besetzung von Führungsposten aber durch eine Umorganisation im Jahr 2013 weitgehend eingebüßt.

  • dpa
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