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Flugzeugbauer Boeing gibt geplante Milliardenübernahme von Embraer auf

Zwei Jahre lang vorbereitet, jetzt gescheitert: Boeing sollte 80 Prozent der Jetsparte von Embraer übernehmen. Die Brasilianer hätten vertragliche Bedingungen nicht rechtzeitig erfüllt.
25.04.2020 Update: 25.04.2020 - 22:11 Uhr Kommentieren
Das brasilianische Unternehmen wollte seine Jetsparte veräußern. Quelle: Reuters
Embraer

Das brasilianische Unternehmen wollte seine Jetsparte veräußern.

(Foto: Reuters)

Nach jahrelangen Vorbereitungen hat der US-Flugzeugbauer Boeing eine geplante Großübernahme in Brasilien abgesagt. Die Verhandlungen mit Embraer seien gescheitert, teilten die Amerikaner am Samstag mit. Boeing hatte in einer 4,2 Milliarden Dollar schweren Transaktion 80 Prozent der Jet-Sparte von Embraer übernehmen wollen, um den deutsch-französischen Konkurrenten Airbus auch bei mittelgroßen Flugzeugen bis zu 150 Sitzen anzugreifen.

Embraer habe bestimmte vertragliche Bedingungen nicht innerhalb der vereinbarten Frist erfüllt, begründete Boeing den Rückzug. Man habe sich in zweijährigen Verhandlungen letztlich nicht über die Bedingungen der Übernahme einigen können, erklärte der zuständige Boeing-Manager Marc Allen. Man beende die Transaktion daher. Dies sei „zutiefst enttäuschend“.

Der brasilianische Luftfahrtkonzern Embraer, der den Deal zuvor als lebenswichtig bezeichnet hatte, behielt sich rechtliche Schritte gegen Boeing vor und kündigte an, Schadenersatz zu fordern. Boeing wolle wegen hausgemachter Probleme aus der Kaufvereinbarung herauskommen und nutze angebliche Unstimmigkeiten als Vorwand, teilte Embraer auf die Erklärung Boeings hin mit. Die Firma sprach von einer unrechtmäßigen Beendigung der Kaufvereinbarung.

Embraer wollte neben den 20 Prozent an dem Joint Venture die Kontrolle über seine Rüstungssparte und die Sparte mit Geschäftsflugzeugen behalten. Die Wettbewerbsbehörden hatten den Deal nach und nach durchgewunken, mit Ausnahme der Europäischen Kommission, die ihn zuletzt noch geprüft hatte. Durch den Kauf hätte Boeing sich Embraers Palette an kleineren Flugzeugen einverleibt. Das hätte die US-Amerikaner im Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus gestärkt.

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    Boeing erwähnte die Corona-Krise in der Meldung nicht. Doch klar ist, dass die Krise dem Geschäft der Flugzeughersteller heftig zusetzt, mit ungewissen langfristigen Folgen. Mehrere hundert Bestellungen wurden bereits storniert. Dazu kommt für Boeing noch das große Problem mit der 737 Max. Das Modell ist seit zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegt. Boeing stellt am 29. April seine Quartalszahlen vor.

    Mehr: Boeing will für 4,2 Milliarden Dollar 80 Prozent der kommerziellen Flugzeug-Sparte von Embraer kaufen. Jetzt kommt der Flugzeughersteller dem Deal näher.

    • rtr
    • dpa
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