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Airbus-Montage in Toulouse

Der Brexit stört die Lieferkette massiv.

(Foto: Reuters)

Flugzeugbauer Der Brexit stört die Lieferkette von Airbus massiv

Dem europäischen Flugzeugbauer droht nach dem EU-Austritt ein Stillstand seiner Produktion. Das wäre auch für Großbritannien ein Desaster.
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Frankfurt Für den Flugzeughersteller Airbus ist der Ausstieg der Briten aus der EU längst mehr als ein Ärgernis. Seit Monaten weisen die Manager auf die Folgen hin. Die sind massiv. Airbus baut in Großbritannien im Wesentlichen Flügel für die eigenen Jets. Der Brexit – vor allem ein unkontrollierter – stört die Lieferkette massiv.

Airbus ist aus dem Zusammenschluss mehrerer Luftfahrtunternehmen in Europa entstanden. Entsprechend ist der Konzern tief in Deutschland, Frankreich, Spanien und in Großbritannien verwurzelt – auch mit Standorten. Es geht aber um mehr als nur die Lieferkette.

Nach einem Abschied Großbritanniens stellt sich die Frage, ob das Land weiterhin Mitglied der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) bleiben wird. Sie ist unter anderem für die Zulassung aller Teile zuständig, die an Flugzeugen verbaut werden.

Selbst wenn Airbus die Lieferung von Flügeln nach einem Brexit sicherstellen könnte, ist nicht garantiert, dass diese auch montiert werden dürfen. „Das könnte eine sehr beunruhigende Situation für uns sein und am Ende zu einem Stillstand unserer Produktion führen“, warnte Airbus-Chef Tom Enders vor einigen Monaten.

Wie viele andere Unternehmen plant auch Airbus als „Baseline-Szenario“ aktuell mit einem EU-Abschied Großbritanniens ohne Vertrag. Darauf deutet ein Brief des Leiters der internen Brexit-Arbeitsgruppe an die Mitarbeiter hin, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters im vergangenen November zitierte. Der Konzern will sich zu möglichen Szenarien nicht äußern, verweist aber darauf, dass man an Gegenmaßnahmen arbeite.

Dabei geht es vor allem um den Aufbau von Lägern auf dem europäischen Festland. Die Rede ist von der Bevorratung von Teilen für rund drei Monate. Gleichzeitig hat man alle Zulieferer darauf hingewiesen, sich die nötigen Zertifikate bei der EASA zu beschaffen. Investitionen in die britischen Werke wurden dagegen erst einmal gestoppt.

Doch all das löst die Kernfrage nicht: Kann Airbus künftig weiter in Großbritannien fertigen? Mehrfach drohte das Management mit einem Produktionsstopp. Für das Land wäre das ein Desaster. Denn neben den 14.000 Airbus-Mitarbeitern liefern rund 4000 britische Firmen mit 100.000 Arbeitsplätzen Teile zu.

Bis Ende November hat Airbus eigenen Angaben zufolge rund 15 Millionen Euro in die Vorbereitung auf einen harten Brexit investiert. Die gesamten Kosten eines Brexits dürften weitaus höher liegen. Die Schätzungen reichen von einem dreistelligen Millionenbetrag bis hin zu mehr als eine Milliarde Euro. Denn im Zweifel müsste der Konzern sogar neue Werke errichten.

Noch an einer anderen Stelle könnte der Brexit Folgen für den Flugzeugbauer haben: beim geplanten Nachfolger für den Kampfjet Eurofighter. Der soll gemeinsam von Frankreich, Deutschland und Großbritannien entwickelt und gebaut werden. Beteiligte Unternehmen sind etwa Dassault und Airbus.

Wegen des Brexits hatten die Länder Deutschland und Frankreich im vergangenen Sommer aber angedeutet, man könne den neuen Jet auch ohne Großbritannien bauen. Gleichzeitig hatte Großbritannien einen eigenen Kampfjet ins Rennen geschickt, entwickelt und gebaut von britischen Firmen wie BAE Systems, MBDA oder Rolls-Royce. Das wäre eine Konkurrenz für das europäische Projekt.

Airbus-Chef Enders plädiert deshalb dafür, auch nach einem Brexit bei dem Kampfflugzeug mit den Briten zusammenzuarbeiten. Das sei auch nach dem Abschied aus der EU kein Problem, erklärte er kürzlich. Den Eurofighter hatten die drei Nationen gemeinsam entwickelt und gebaut.

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