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Flugzeugbauer Milliardenverlust bei Airbus: CEO Faury erwartet lange Durststrecke

Flugzeuge am Boden, leere Werke, stornierte Bestellungen. Die Coronakrise trifft Flugzeugbauer Airbus hart. Unterm Strich steht ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro.
30.07.2020 Update: 30.07.2020 - 11:32 Uhr Kommentieren
Der Flugzeugbauer schreibt aktuell deutliche Verluste. Quelle: dpa
Airbus-Chef Guillaume Faury

Der Flugzeugbauer schreibt aktuell deutliche Verluste.

(Foto: dpa)

Paris Airbus hat im ersten Halbjahr 2020 einen Verlust von 1,9 Milliarden Euro hinnehmen müssen und sieht sich nach wie vor nicht dazu in der Lage, eine finanzielle Leitlinie für das ganze Jahr zu veröffentlichen. Der Einbruch geht vor allem auf die katastrophale Lage im zivilen Flugverkehr zurück. Der kam aufgrund der Coronakrise über mehrere Monate fast völlig zum Stillstand – mit der Folge, dass Airlines kaum neue Flugzeuge abnahmen und die Auslieferungen hinauszögern.

Auch das Rüstungs- und Satellitengeschäft erwirtschaftete ein schlechteres Ergebnis. Bei den Hubschraubern lief es besser als im Vorjahr. Für das zweite Halbjahr plant der europäische Flugzeughersteller laut Finanzchef Dominik Asam eine Rückstellung in Höhe von 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro für den anstehenden Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen.

Wie weit fortgeschritten die Stellenstreichungen sind, sagte CEO Guillaume Faury bei einer telefonischen Pressekonferenz am Donnerstagmorgen nicht: „Das variiert je nach Land sehr, wir sind in intensiven Gesprächen mit den Sozialpartnern und den Regierungen.“ Doch laufe bereits jetzt die Produktion auf dem verringerten Niveau, das im April dieses Jahres beschlossen wurde: „Wir haben jetzt die angemessene Organisation für eine anspruchsvolle Zeit.“ Die monatliche Produktionsrate für das größte Modell A350 hat Airbus noch einmal gesenkt, von sechs auf fünf Exemplare.

Damit reagiert der Hersteller auf die laut Faury langsamer als erwartet kommende Wiederbelebung des Langstreckenmarktes. Bei den kleineren Flugzeugen, mit einem Gang zwischen zwei Sitzreihen (A320-Familie), rechne er erst 2022 mit einem spürbaren Aufschwung. Das Unternehmen hat also noch eine lange Durststrecke vor sich, auch wenn inzwischen wieder mehr Maschinen ausgeliefert werden können als auf dem Tiefpunkt des Einbruchs.

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    Insgesamt übergab der Flugzeugbauer 196 Maschinen an Fluggesellschaften. Das sind nur halb so viele wie im Vorjahreszeitraum. 122 davon entfielen allerdings auf das erste Vierteljahr. Deshalb ist nicht ganz klar, wieso Faury von einer deutlichen Verbesserung im zweiten Quartal, vor allem im Juni, spricht.

    Trotz der vorübergehenden Werksschließungen und der schnellen Senkung der Produktionsraten wurden in Toulouse und Hamburg deutlich mehr Flugzeuge hergestellt, als abgenommen wurden: Laut Pressemitteilung konnten 145 Exemplare im ersten Semester nicht ausgeliefert werden. Der größere Teil des Staus trat im zweiten Vierteljahr auf, im ersten Quartal betrug die Zahl der auf Halde stehenden Flieger noch 60. „Im Juni und Juli hat sich die Lage verbessert, an alle unsere traditionellen Kunden in Asien, Europa und den USA übergeben wir wieder Maschinen“, freute sich Faury dennoch.

    „Die Lieferkette wird halten“

    Die Netto-Neubestellungen im ersten Halbjahr beziffert der Konzern mit 298. Diese Zahl spiegelt aber vor allem die Zeit vor der Coronakrise wider, im zweiten Quartal gab es lediglich acht Netto-Orders. Noch im Februar hatte der Konzern erwartet, aufgrund der starken Nachfrage nach Jets die Produktionsraten steigern zu müssen.

    Der brutale Einbruch von 40 Prozent beim Umsatz einerseits, die langsamere Anpassung der Produktion andererseits haben zu einem Cash-Abfluss von rund zwölf Milliarden Euro vor Übernahmen und Akquisitionen sowie Kundenfinanzierung geführt. „Im zweiten Halbjahr wollen wir den auf null begrenzen“, sagte Asam. Der Finanzchef räumte ein, dass Airbus an fast allen Produktionsstandorten in starkem Umfang von Kurzarbeit profitiert. Den finanziellen Effekt zugunsten des Unternehmens bezifferte er auf rund 500 Millionen Euro.

    Große Sorgen machen sich die Regierungen in Deutschland und Frankreich um die Auswirkungen der Krise auf die Zulieferer von Airbus. Faury dagegen zeigt sich verhalten optimistisch: „Die Lieferkette wird halten, wir arbeiten intensiv mit unseren Zulieferern zusammen, einige sind erleichtert darüber, dass sie die Produktion nicht (wie Anfang des Jahres erwartet) erhöhen müssen.“ 

    Alle Planungen, sowohl die eigenen wie die der Lieferanten, würden zunichtegemacht, sollte es im Herbst „zu einem neuen starken Corona-Ausbruch kommen“, warnte Faury. Airbus versuche dennoch, sich auf einen erhofften Aufschwung einzustellen, indem die eigene Mannschaft weitergebildet werde. Trotz deutlicher Senkung der Investitionen will das Unternehmen neue Produkte wie die Langstrecken-Variante der A320-Familie, die A321 XLR, schützen: Dafür würden alle nötigen Aufwendungen gesichert, versicherte der CEO. 

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