Flugzeugbauer mit mehr Gewinn Airbus holt mehr raus

Dank des guten Geschäft mit Passagierjets steigert Airbus seinen Betriebsgewinn. Bei der Rüstungssparte läuft es besser als gedacht. Konzernchef Tom Enders mahnt allerdings vor kommenden Herausforderungen.
Update: 14.11.2014 - 10:39 Uhr Kommentieren
Ein Airbus A350 XWB: Vorstandschef Tom Enders lobte die Fortschritte bei den neuen Fliegern A350 und A320neo. Quelle: dpa

Ein Airbus A350 XWB: Vorstandschef Tom Enders lobte die Fortschritte bei den neuen Fliegern A350 und A320neo.

(Foto: dpa)

MünchenDer Flugzeugbauer Airbus profitiert vom anhaltend guten Geschäft mit Passagierjets. Im abgelaufenen Quartal stagnierte zwar der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum bei 13,3 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte aber um 14 Prozent auf 744 Millionen Euro. Der Nettogewinn schrumpfte wegen Währungseffekten um gut 40 Prozent auf 264 Millionen Euro. „Die starke Nachfrage bei Zivilflugzeugen hält allgemein an“, teilte Airbus am Freitag mit. Der Auftragsbestand des Konzerns lag Ende September 12 Prozent über dem Wert zum Jahreswechsel.

Vorstandschef Tom Enders lobte die Fortschritte bei den neuen Fliegern A350 und A320neo. Er mahnte allerdings: „Wir sollten jedoch nicht vergessen: Noch sind einige Herausforderungen zu bewältigen, darunter der Übergang zur A330neo sowie der Hochlauf der Programme A350 und A400M. Das erfordert weiterhin die volle Aufmerksamkeit des Managements.“ Enders bestätigte seine Prognose, wonach sein Haus 2014 in etwa einen Umsatz auf Vorjahresniveau und eine operative Rendite von bis zu acht Prozent vor Sonderlasten verbuchen werde.

Dabei hilft dem Major der Reserve auch, dass sich das Geschäft mit Militärtechnik bisher nicht so schlecht für Airbus entwickelt wie befürchtet. Das Betriebsergebnis der Rüstungs- und Weltraumsparte legte im abgelaufenen Quartal sogar um fünf Prozent zu. Außerdem seien die Geschäfte mit militärischen Transportflugzeugen und Telekommunikationssatelliten zuletzt gut gelaufen. An der Börse kamen die Nachrichten gut an, die Airbus-Aktie legte knapp drei Prozent zu.

Enders' Sorgen um teure Patzer bei der Entwicklung des jüngsten Langstreckenfliegers A350 schwinden. Die Musterzulassungen wurden bereits erteilt. Die ersten Modelle würden wie geplant Ende des Jahres in Dienst gestellt. Auch mit dem Nachfolger des populären Mittelstreckenjets A320, der mit neuen Turbinen als A320neo auf den Markt kommt, geht es gut voran. Die Entwicklung liege im Zeitplan, gegen Ende des Jahres 2015 sollen die ersten Modelle zu den Kunden fliegen.

Das sind die Verkaufsschlager von Airbus
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Platz 12 - A330-200F - 26 ausgelieferte Flugzeuge

Das am wenigsten verkaufte Flugzeug von Airbus ist die Frachtversion der A330-200. Am 5. November 2009 erfolgte der Erstflug vom Flughafen Toulouse-Blagnac aus (Foto). Der neue Frachter hat eine etwas höhere Nutzlast als das bisherige A300-Frachtmodell sowie eine größere Reichweite. Bei den Passagierversionen der A330 ist der Kabinenboden beim Aufenthalt am Boden leicht abschüssig, da das Bugfahrwerk etwas kürzer als das Hauptfahrwerk ist. In der Frachtversion ist das Fahrwerk leicht versetzt, damit der Boden eben ist. Anders als in der Passagierversion wurde die Technologie der A380 verbaut. Im Juli 2010 wurde der erste Airbus A330-200F im Rahmen der Farnborough International Airshow an Etihad Crystal Cargo ausgeliefert. Kostenpunkt für den Flieger: 224,8 Millionen Dollar laut Airbus-Preisliste.

Stand: Ende Mai 2014, Quelle: Airbus, Statista

A318
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Platz 11 - A318 - 79 ausgelieferte Flugzeuge

Die A318 fasst in der normalen Ausstattung rund 107 Passagiere und ist die kleinste Version des A320. Kurz nach dem Erstflug am 15. Januar 2002 sorgten Probleme mit den Triebwerken für Negativschlagzeilen, einige Bestellungen wurden storniert. Daraufhin wurde die Technik überarbeitet. Ein Airbus A318 kostet laut Liste 71,9 Millionen Dollar. Da leichtere Konkurrenz insbesondere des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer deutlich wirtschaftlicher ist, fallen die Verkaufszahlen des kleinen Airbus-Jets relativ gering aus. Der sogenannte „Baby-Bus“ wird von Air France, Avianca und British Airways eingesetzt.

Thai traditional dancers perform in front of a new A340-500 during a ceremony at Bangkok International Airport
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Platz 10 - A340-500/600 - 131 ausgelieferte Flugzeuge

Die Ultralangstreckenversion des A340 wurde unter anderem auf dem längsten Linienflug der Welt eingesetzt. Den 16.668-Kilometer-Flug zwischen Singapur und New York hat Singapore Airlines allerdings eingestellt. Damit das Flugzeug genug Treibstoff für diese Reichweite hat, ist im Rumpf ein zusätzlicher Tank eingebaut. Bester Abnehmer der Modells ist Emirates.

huGO-BildID: 33852277 Ruler of Dubai Sheikh Mohammed Bin Rashid al-Maktoum (L) walks past an Emirates Airline's Airbus A380 as he attends the op
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Platz 9 - A380 - 132 ausgelieferte Flugzeuge

Das größte Modell der zivilen Luftfahrt machte immer wieder mit Haarrissen in den Tragflächen negative Schlagzeilen. Auch in der Entwicklungsphase musste Airbus immer wieder Rückschläge hinnehmen. Der Riesenflieger ist noch dazu nicht gerade ein Verkaufsschlager. Größter Kunde ist die arabische Airline Emirats (hier links im Bild: Dubais Herrscher Scheich Al Maktum). Der Listenpreis liegt derzeit bei 414,4 Millionen Dollar pro Maschine, allerdings können die meisten Fluggesellschaften mit deutlichen Rabatten rechnen.

Fraport Hauptversammlung
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Platz 8 - A340-200/300 - 246 ausgelieferte Flugzeuge

Die A340-200 ist rund fünf Meter kürzer als die Grundversion und wird vor allem auf Langstrecken eingesetzt. Entwickelt wurde das Modell ab 1987, im Jahr 1993 nahm die erste Maschine bei der Lufthansa ihren Dienst auf. Bis heute gehört die deutsche Airline zu den wichtigsten Nachfragern der A340-200. Durch sein leichtes Gewicht hat der Flieger eine Reichweite von durchschnittlich 14.000 Kilometern. 1994 stellte eine Maschine sogar einen Reichweitenrekord für vierstrahlige Passagiermaschinen auf und flog bei einem Testflug von Paris nach Auckland 19.000 Kilometer weit. Doch wegen der hohen Betriebskosten blieb die Nachfrage gering.

Beginn der 13. Deutsch-Russische Regierungskonsultationen
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Platz 7 - A310 - 255 ausgelieferte Flugzeuge

Die zweistrahlige Maschine wurde nur bis 2007 verkauft. Als Weiterentwicklung der A300 ist sie besonders beliebt als Regierungsflugzeug. Neben deutschen Ministern fliegen auch Regierungsmitglieder aus Thailand, Frankreich, Kanada, Pakistan und Spanien mit der Airbus-Maschine. Als Frachtmaschine für Fedex fliegen derzeit 30 Maschinen dieses Typs, als Passagiermaschine war die A310 unter anderem bei Singapore Airlines und der Lufthansa im Einsatz.

An Airbus A330-300 aircraft of Taiwan's Eva Airlines is seen with Hello Kitty motifs in Taoyuan International Airport, northern Taiwan
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Platz 6 - A330-300 - 525 ausgelieferte Flugzeuge

Das Langstreckenflugzeug ist bei den Kunden weiterhin gefragt. Rund 300 Passagiere können in der Großraummaschine transportiert werden, der aktuelle Listenpreis beträgt rund 246 Millionen Euro. Wichtigster Abnehmer ist die chinesischer Airline Cathay Pacific. Hier im Bild: Ein Flieger der taiwanischen Eva Airlines im „Hello Kitty“-Design.

Mit dem Militärtransporter A400M droht allerdings neuer Ärger. Durch Änderungen der Ausstattung und Verzögerungen bei der Abnahme entstünden neue Risiken. „In manchen Bereichen sind wir spät dran. Auf der anderen Seite ist der Abnahmeprozess mit den Kunden ziemlich mühevoll“, sagte Finanzchef Harald Wilhelm in einer Telefonkonferenz. Rückstellungen im Schlussquartal seien nicht auszuschließen, sein Haus prüfe aber noch. Zuletzt hatte es bei den Auslieferungen des A400M immer wieder Ärger gegeben, etwa mit der Türkei oder der Bundeswehr. Das deutsche Verteidigungsministerium stört sich daran, dass ihr erster Großraumtransporter nicht in der vereinbarten Ausstattung geliefert worden sei.

Mit dem Verkauf des Minderheitsanteils am französischen Dassault lässt sich Airbus nun Zeit. „Die letzten Wochen waren wegen der Marktschwankungen nicht die besten für Aktienplatzierungen“, sagte Wilhelm. „Deshalb warten wir nun einen besseren Zeitpunkt ab.“ Es gebe nicht mehr viele Gelegenheiten in diesem Jahr. „Also wundern sie sich nicht, wenn es 2015 wird.“ Airbus, Dassault und die französische Regierung machten in ihren Gesprächen über die Zukunft des Anteils von gut 46 Prozent Fortschritte.

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