Flugzeugbauer mit Milliardenminus Privatjet kostet Bombardier-Chef den Job

Den „Learjet 85“ beerdigte Bombardier, doch das gescheiterte Projekt hat Folgen. Der Flugzeug- und Zugbauer macht einen Milliardenverlust. Der Chef muss gehen, bekommt aber gleich einen neuen Job im Konzern.
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Die Kanadier trennen sich von ihrem Vorstandschef – aber im Unternehmen bleibt Pierre Beaudoin dennoch. Quelle: Reuters
Flugzeug der Learjet-Serie von Bombardier

Die Kanadier trennen sich von ihrem Vorstandschef – aber im Unternehmen bleibt Pierre Beaudoin dennoch.

(Foto: Reuters)

BangaloreDer kanadische Zug- und Flugzeugbauer Bombardier ist wegen der gescheiterten Entwicklung eines Privatjets tief in die Verlustzone gerutscht. Der Konzern teilte daraufhin am Donnerstag mit, dass sowohl der Vorstandschef als auch der Verwaltungsratsvorsitzende ausgetauscht würden.

Aufwendungen für den kürzlich auf Eis gelegten „Learjet 85“ hatten den Konzern zum Jahresende mit 1,4 Milliarden Dollar belastet. Im vierten Quartal machte der Konzern deshalb unter dem Strich einen Verlust von fast 1,6 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr 2014 blieb immer noch ein Fehlbetrag von 1,2 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch über eine halbe Milliarde Gewinn gemacht.

Die Bombardier-Aktie hat wegen der Entwicklung 2014 über ein Viertel ihres Werts verloren. Bombardier will nun in diesem Jahr durch die Ausgabe neuer Aktien und neuer Anleihen rund zwei Milliarden Dollar einnehmen.

Das Unternehmen teilte mit, Vorstandschef Pierre Beaudoin werde seinen Posten am Freitag räumen und an die Spitze des Verwaltungsrats rücken, wo sein Vater den Sitz nach mehr als 50 Jahren in der Führungsspitze aufgeben werde. Neuer Bombardier-Chef wird Alain Bellemare. Er kommt vom US-Mischkonzern United Technologies, zu dem der Hersteller von Flugzeugtriebwerken Pratt & Whitney gehört.

Bombardier ist der drittgrößte Flugzeugproduzent der Welt nach Boeing und Airbus. Die Sparte steuert mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes bei. Bombardier konzentriert sich dabei auf Privatjets für Geschäftsleute sowie Regionalflugzeuge. Das „Learjet 85“-Projekt wurde dabei vor fast zehn Jahren gestartet und litt unter zahlreichen Verzögerungen und Kostensteigerungen bis es im Januar auf unbestimmte Zeit stillgelegt wurde.

Die zweite Säule des Konzerns ist die Zugsparte, die ihren Sitz in Berlin hat. Bombardier baut in deutschen Werken unter anderem Doppelstockzüge für den Regionalverkehr. Das Unternehmen ist aber auch wichtigster Partner für Siemens beim größten Auftrag der Bahn-Geschichte, dem ICE-Nachfolger ICx. Die bis zu 300 Fernverkehrszüge sollen ab 2017 die alten IC und dann die ICE ablösen.

Die beliebtesten Business-Flugzeuge Europas
Platz 24 - Global 5000 - 2.534 Starts (2017)
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Maßstäbe setzt die Global-Serie von Bombardier insbesondere in der Reichweite. Zuletzt ging die Zahl der Abflüge jedoch deutlich zurück – um sechs bis sieben Prozent. Die Finanzkrise 2008 hat der Branche mächtig zugesetzt. Manche Anbieter von Business-Flügen haben sich besser erholt als andere.

Quelle: Die Rangliste basiert auf Angaben von WINGX Advance und bezieht sich auf alle Starts von europäischen Airports im Jahr 2017. Das Marktforschungsinstitut hat die Daten der europäischen Luftverkehrskontrolle Eurocontrol für den Zeitraum von Januar bis Mai 2017 ausgewertet.

Platz 23 - Learjet 60 - 2.693 Starts
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Das zweistrahlige Geschäftsreiseflugzeug von Bombardier stieg zuletzt wieder häufiger auf. Seit Jahresbeginn verbuchte dass Modell 11,7 Prozent mehr Abflüge.

Platz 22 - Hawker 400 - 3.136 Starts
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Sogar ein 19-prozentiges Plus gab es für die Maschine des US-amerikanischen Herstellers Hawker Beechcraft. Höchstgeschwindigkeit: über 860 km/h.

Platz 21 - Learjet 35 - 3.152 Starts
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Der Erstflug liegt schon über 40 Jahre zurück. Der Bombardier-Jet verlor zwischen 2015 und 2016 sieben Prozent, in diesem Jahr ging das Minus bisher zurück.

Platz 20 - Learjet 45 - 3.428 Starts
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Zwischen 2015 und 2016 flogen Businessjets um gut zweieinhalb Prozent häufiger ab. Diesen Wert überstieg die Bombardier-Maschine mit einem Plus von 16 Prozent mit Abstand.

Platz 19 - Phenom 100 - 3.577 Starts
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Der leichte Jet des brasilianischen Unternehmens Embraer kann vier bis sechs Passagiere befördern. Und das tat er zuletzt vermehrt. Um satte 50 Prozent stiegen die Abflugzahlen seit Jahresbeginn.

Platz 18 - G300-450 - 3.938 Starts
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Eine solche Gulfstream ist auch bei Promis beliebt. Hier landet US-Schauspieler Brad Pitt auf dem Flughafen von Valletta. Der Rückgang der Abflüge zwischen 2015 und 2016 (neun Prozent) konnte in den vergangenen Monaten zumindest aufgefangen werden.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Flugzeugbauer mit Milliardenminus: Privatjet kostet Bombardier-Chef den Job"

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  • Wie kann man einen gescheiterten "Chef" einen neuen Posten im selben Unternehmen geben? Er müßte eigentlich wegen firmenschädlichen Verhalten auf Schadenersatz = kompletten Betrag verklagt werden. Wäre es eine "Putzfrau", würde man so vorgen. So ist es aber nur ein"wertvoller Manager", der Millionen kassierte für sein Versagen!!

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