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Flugzeughersteller Abstürze und Startverbote bringen Boeing-Chef Dennis Muilenburg in Erklärungsnot

Der CEO des Flugzeugbauers hat Krisen gemeistert und sich mit Präsident Trump arrangiert. Doch die größte Bewährungsprobe steht jetzt erst an.
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Der Boeing-Chef gerät in Erklärungsnot. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Dennis Muilenburg

Der Boeing-Chef gerät in Erklärungsnot.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

New YorkEs ist auffällig still geworden um den Boeing-Vorstandsvorsitzenden. Seit dem Absturz der zweiten Maschine vom Typ 737 Max in Äthiopien hat sich Dennis Muilenburg nicht mehr an die Öffentlichkeit getraut. Nur auf Twitter meldet er sich zu Wort: „Unsere Gedanken und Gebete sind mit allen, die auf dem Flug 302 von Ethiopian Airways waren, und ihren Familien“, schrieb Muilenburg dort. Boeing liefere den Regierungen und Behörden alle technischen Details, die sie für ihre Untersuchungen brauchten.

Es ist der zweite Absturz einer 737 Max aus dem Hause Boeing innerhalb von fünf Monaten. Und es ist der zweite, der in die Amtszeit von Muilenburg fällt. Das Desaster ist die größte Bewährungsprobe für den 55-jährigen Luftfahrtingenieur, der seit 2015 an der Spitze von Boeing steht. Verschiedene Länder sperrten ihren Luftraum für die Jets – darunter Deutschland, Großbritannien, Indonesien und China.

Seinen Mitarbeitern gegenüber zeigt sich Muilenburg zuversichtlich: „Wir vertrauen in die Sicherheit des 737-Max-Models und in die Arbeit der Männer und Frauen, die es entworfen und gebaut haben“, schreibt er. „Seit der Zulassung und dem Markteintritt hat die Max-Familie Hunderttausende Flüge sicher durchgeführt.“

Ringen um die richtigen Worte

Muilenburg muss nun auch die richtigen Worte für die Menschen da draußen finden, die mit American Airlines, Norwegian oder United unterwegs sind und Angst haben, in eine Unglücksmaschine zu steigen. Oder die Frage einer Frau auf Twitter beantworten: „Würden Sie Ihrer Familie erlauben, damit zu fliegen?“

In seiner Amtszeit hat er schon einige Widerstände überwunden und sich unter anderem vom Feind zum Freund des US-Präsidenten gewandelt. Als Donald Trump im November 2016 zum Präsidenten gewählt wurde, galt Boeing eher als Unternehmen, das den Demokraten nahestand. Wohl auch deshalb prangerte Trump Boeing auf Twitter an, die neue Regierungsmaschine Air Force One sei viel zu teuer. Muilenburg kam ihm entgegen.

Heute stehen die beiden im regen Austausch: Muilenburg besucht den Präsidenten im Trump-Tower, der stellt sich mit dem Boeing-Chef kameratauglich auf die Landebahn – Handshake zum Vertragsabschluss über die neue Air Force One. Muilenburg hat mit seiner Politik der Niedrigpreise gleich mehrere Aufträge aus dem Rüstungsbudget des Präsidenten gewonnen.

In der zivilen Luftfahrt gelang es ihm, sein Unternehmen aus dem Handelskrieg zwischen den USA und China herauszuhalten, wie die vielen Aufträge chinesischer Airlines zeigen. Auch aufgrund dieser diplomatischen Fähigkeiten hat die Fachzeitschrift „Aviation Week“ den auf einer Farm in Iowa aufgewachsenen Manager dieses Jahr zur „Person des Jahres 2018“ gekürt. „The Transformer“ heißt der Titel, den die Zeitschrift ihm gewidmet hat.

Schon als Praktikant bei Boeing

Der drahtige Hobby-Radfahrer hatte nach seinem Studium 1985 als Praktikant bei Boeing begonnen, machte dort dann zunächst in der Rüstungssparte Karriere. Eine Zeit lang agierte er aus Washington, als Boeing dort ein System für die Luftverkehrskontrolle entwickelte.

In der Hauptstadt hatte er auch mit der Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA zu tun, wodurch er ein Gespür für Politik entwickelte. Unter seiner Führung verdreifachte sich der Aktienkurs. Doch plötzlich zeigt sich ein ganz anderes Bild. Die Aktie bricht ein, und die Investoren warten darauf, dass Muilenburg seine Qualitäten als Krisenmanager unter Beweis stellt.

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