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Boeing 737 Max

Boeing liefert mehr Flugzeuge als Airbus.

(Foto: AP)

Flugzeugkonzerne Boeing liefert mehr Flugzeuge als sein größter Konkurrent

Der US-Flugzeugkonzern verfehlt sein eigenes Lieferziel in 2018. Aber er landet dennoch erneut vor seinem Rivalen Airbus.
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Frankfurt Der US-Luftfahrtkonzern Boeing hat im vergangenem Jahr, wie schon in den Vorjahren etwa, mehr zivile Flugzeuge ausgeliefert als der europäische Erzrivale Airbus. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wurden 2018 insgesamt 806 Verkehrsjets an Kunden übergeben.

Damit verfehlte Boeing zwar seine eigenen Vorgaben, liegt aber vor Airbus. Der europäische Rivale will seine Zahlen Mittwochabend vorlegen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat der Konzern mit 800 Flugzeuge sein Lieferziel erreicht.

Beide Hersteller versuchten im Dezember mit aller Macht, ihre eigenen Vorgaben zu schaffen. Denn die Lücke, die klaffte, war beträchtlich. Airbus übergab bis Ende November 673 Verkehrsflugzeuge an Airlines und Leasingfirmen.

Um also auf 800 Jets zu kommen, müsste das Unternehmen im Dezember 127 Flugzeuge übergeben haben. Das ist zwar exakt jene Zahl, die der Konzern auch im Dezember 2017 erreichte, allerdings in einem echten Gewaltmarsch. Zuletzt hatte das Airbus-Management erklärt, die 800 zu schaffen, auch weil man die neue A220 einrechnet. Dieses Modell basiert auf der früheren C-Series des von Airbus übernommenen kanadischen Herstellers Bombardier.

Boeing hatte bis Ende November 704 Flugzeuge ausgeliefert. Um die avisierten 815 Jets noch zu erreichen, hätte der US-Riese im Dezember folglich noch 106 Flugzeuge übergeben müssen, deutlich mehr als jene 83, die im Dezember vergangenen Jahres den Besitzer wechselten. Angesichts dieser gewaltigen Zahlen hatten die Analysten des Informationsdienstleisters Forecast International vor einigen Wochen prognostiziert, dass beide Unternehmen ihre eigenen Vorgaben reißen werden.

Dass es so eng wurde, hat vor allem mit Bau-Verzögerungen der modernisierten, beliebten Kurz- und Mittelstreckenjets der Familien Airbus 320 und Boeing 737 zu tun. Beide Anbieter litten bis zum Spätsommer unter den Problemen ihrer Zulieferer. Der A320neo-Familie machten vor allem technische Mängel der neu entwickelten Motoren der Hersteller Pratt & Whitney (P&W) und CFM International zu schaffen.

Anfangs brauchten die Triebwerke zu lange zum Abkühlen. Dann trat ein Problem mit Dichtungen auf. P&W löste beide Defekte, musste aber zeitweilig die Produktion einstellen und später bereits ausgelieferte Motoren ersetzen. Im Spätsommer kamen ungewöhnliche Vibrationen der P&W-Motoren hinzu.

Zeitweise standen bei Airbus bis zu 100 fertig gebaute Jets auf den Parkplätzen und warteten auf ihre Triebwerke. Einige dieser in der Branche spöttisch „Glider“ genannten Flugzeuge warteten so lange, dass die Arbeiter die Scheiben abklebten, damit die intensive Sommersonne nicht die Innenausstattung ausblich.

Auch Boeing bekam die Probleme der Motorenlieferanten zu spüren. Im Boeing-Werk Renton bei Seattle standen Ende August 50 fast fertig gebaute Jets herum und warteten auf ihren Antrieb – hier vom Hersteller CFM International. Damit nicht genug.

Auch die Rümpfe ließen im Sommer auf sich warten. Die stellt der Zulieferer Spirit Aero Systems her. Zudem litt Boeing in der eigenen Fertigung in Renton zeitweise unter Personalmangel. Der Konzern reagierte mit zusätzlichen 600 Mitarbeitern – teils durch Neueinstellungen, teils durch Verlagerung aus dem Werk Everett, ebenfalls bei Seattle gelegen.

Mittlerweile scheint sich dieser Stau aber weitgehend aufgelöst zu haben. So lieferte Boeing im November 61.737 Flugzeuge aus, mehr als die eigentlich festgelegte monatliche Rate von 52 Maschinen. 38 davon waren vom Modell 737 Max.

Airbus übergab im gleichen Zeitraum sogar 71 A320, davon 50 Neos. Die von Airbus avisierte monatliche Rate für die A320-Familie liegt bei 60 Flugzeugen, das Management spricht aber mit Zulieferern bereits über eine noch höhere Fertigungszahl. 

Der Blick auf die bis Ende November eingegangenen Bestellungen zeigt: Halten alle Airlines und Leasingfirmen ihre Orderverträge ein, haben beide Unternehmen ihre Fertigung auf Jahre hinaus ausgelastet. Ende November hatte Airbus 7337 Bestellungen vorliegen, die abgearbeitet werden müssen.

Das sichert die Produktion nach Berechnungen der Experten von Forecast International für die kommenden zehn Jahre. Das Orderbuch des Rivalen Boeing reicht mit 5873 Jets per Ende Dezember immerhin für 7,7 Jahre.

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