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Folgen des Bebens Lieferketten der Autobauer könnten reißen

Die Naturkatastrophe in Japan wird die Autobranche hart treffen. Und das nicht nur in Japan. Ganze Liefererketten sind bedroht - und das weltweit.
15.03.2011 - 14:30 Uhr Kommentieren
Ein durch das Erdbeben zerstörter Toyota Yaris in der Hafenstadt Sendai. Quelle: dapd

Ein durch das Erdbeben zerstörter Toyota Yaris in der Hafenstadt Sendai.

(Foto: dapd)

Düsseldorf Das Herz der japanischen Autoindustrie schlägt noch, aber die Branche ist von dem Erdbeben und den Tsunami-Flutwellen im Nordosten schwer getroffen worden. Und das nicht nur, weil Toyota, Honda oder Nissan die Produktion in ihren japanischen Werken bereits vor Tagen eingestellt haben und nach jüngsten Berechnungen wohl die Produktion von 120000 Fahrzeugen verloren haben. Da auch Zulieferer von der Naturkatastrophe betroffen sind, werden die Folgen des Bebens laut einer Studie des Marktforschungsinstituts IHS Automotive weltweit zu spüren sein - etwa in Nordamerika, wo viele Werke japanischer Hersteller stehen.

Dutzende von Zulieferern, so die Experten, seien von der Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen worden - und zwar Hersteller aller Arten von Komponenten. Selbst wenn nur die Produktion kleinster Bauteile ausfiele, seien die Konsequenzen enorm. Ein Auto lässt sich eben nicht zu 97 Prozent bauen. Entweder ganz, oder gar nicht. Und die Fertigung von Komponenten lässt sich auch nicht einfach so von heute auf morgen auf Werke in anderen Ländern umverteilen. Produktionsstraßen sind keine Wohnmobile.

Hinzu kommt, dass in Japan fast alle Teile direkt ans Band geliefert werden. Jetzt rächt sich das System der Just-in-Time-Fertigung. Eine Lagerhaltung gibt es fast nicht mehr. Wenn die landesweit eng miteinander verwobenen Lieferketten unterbrochen sind, kann das kaum mehr kompensiert werden: Die Produktion steht still.

"Es kommt jetzt darauf an, wie lange der Produktionsausfall dauert", sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch Gladbach der Nachrichtenagentur Reuters. Je länger der Stillstand anhält, desto höher sind die Kosten. Die Unterhaltskosten der Werke laufen weiter, auch Löhne müssen gezahlt werden. "Das geht schnell in die Höhe Hunderter Millionen Euro", schätzt Bratzel.

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    In Japan wurden im vergangenen Jahr rund 9,6 Millionen Pkw und Lastwagen produziert, mehr als die Hälfte davon gingen ins Ausland. Da laut IHS aber wichtige Schlüsselkomponenten nach wie vor in Japan hergestellt werden, machen sich die Produktionsausfälle schnell auch noch global in vielen Auslandswerken bemerkbar. Letztlich könnten ganze Lieferketten unterbrochen werden, so die Experten. Berichte über erste Produktionsausfälle etwa beim Elektronikspezialisten Panasonic seien "Besorgnis erregend".

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