Folgen des Erdbebens Sony schockt mit einem Milliardenverlust

Sony schockt seine Aktionäre mit einer dramatischen Gewinnwarnung: Der japanische Elektronikriese geht nicht mehr von einem Gewinn aus, sondern von einen Milliardenverlust. Schuld ist aber nicht das Erdbeben.
Update: 23.05.2011 - 14:01 Uhr 1 Kommentar

TokioDie negativen Schlagzeilen für den japanischen Unterhaltungsriesen Sony reißen nicht ab: Wenige Tage vor der Präsentation der Jahresbilanz gaben die Japaner am Montag überraschend einen Nettoverlust für 2010/11 (per Ende März) in Milliardenhöhe bekannt. Als Grund nannte Sony Steuer-Belastungen. Der einstige Vorzeigekonzern der japanischen Unterhaltungselektronik hatte zuletzt mit den Folgen des verheerenden Erdbebens und Tsunamis sowie einem massiven Datenklau zu kämpfen.

Nach den neuerlichen Schätzungen werde sich unter dem Strich ein Nettoverlust in Höhe von umgerechnet 2,25 Milliarden Euro (260 Milliarden Yen) ergeben, teilte Sony mit. Es wäre der größte Verlust seit 1995 und der zweitgrößte von Sony überhaupt. Bislang hatten die Japaner unter dem Strich einen Gewinn von gut 600 Millionen Euro angekündigt. Die Belastung im Zusammenhang mit den Steuerangelegenheiten bezifferte Sony mit umgerechnet 3,1 Milliarden Euro. Die Schätzung für einen operativen Gewinn von 1,75 Milliarden Euro tastete das Unternehmen indes nicht an. Sie stammt noch aus der Zeit vor dem Erdbeben und darauffolgenden Tsunami am 11. März. Die Katastrophen hatten zu erheblichen Schäden an Sonys Fabriken im Nordosten des Landes geführt, die Lieferkette unterbrochen sowie die heimischen Nachfrage einbrechen lassen.

Das Beben werde das operative Ergebnis im neuen Geschäftsjahr wohl mit rund 1,3 Milliarden Euro belasten, teilte Sony mit. Sony musste jüngst auch eine massiven Datenklau einräumen, der bereits im April stattfand. Persönliche Daten von mehr als 100 Millionen Sony-Kunden waren betroffen. Der Datenklau werde mit gut 122 Millionen Euro zu Buche schlagen. Bis Ende Mai will Sony die abgeschalteten Netzwerke wieder voll hochfahren. Im neuen Geschäftsjahr soll unter dem Strich aber wieder ein Gewinn stehen. Auch der Umsatz werde steigen.

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