Ford US-Autobauer fährt Rekordgewinn in Europa ein

Der US-Autobauer Ford hat im vergangenen Jahr in Europa einen Rekordgewinn eingefahren. Doch der Konzern rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang. Rivale Fiat Chrysler erwartet 2017 hingegen Zuwächse.
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Der Autobauer will 700 Millionen Dollar in Michigan investieren, neue Jobs sollen vor allem bei elektrisch betriebenen und autonom fahrenden Autos entstehen. Quelle: Reuters
Ford

Der Autobauer will 700 Millionen Dollar in Michigan investieren, neue Jobs sollen vor allem bei elektrisch betriebenen und autonom fahrenden Autos entstehen.

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Detroit/MailandFord hat in Europa im vergangenen Jahr so viel verdient wie noch nie, rechnet 2017 aber mit Bremsspuren. Der Vorsteuergewinn habe sich hier mit 1,2 Milliarden Dollar mehr als vervierfacht, teilte der zweitgrößte Autohersteller der USA am Donnerstag mit. In den letzten drei Monaten 2016 habe es das siebte Quartal in Folge schwarze Zahlen gegeben. Der Erzrivale General Motors (GM) kämpft dagegen mit der deutschen Tochter Opel weiterhin darum, wieder in die Gewinnzone zu kommen. Ford betonte, dieses Jahr dürften in Großbritannien das schwächere Pfund sowie Sonderkosten für die Markteinführung des neuen Fiesta auf das Ergebnis drücken.

Der Konzern rechnet insgesamt mit einem erneuten Gewinnrückgang in diesem Jahr. 2016 blieben unter dem Strich 4,6 Milliarden Dollar hängen. Im vierten Quartal fiel allerdings wegen Sonderlasten ein Verlust von 783 Millionen Dollar an. Dieser steht vor allem im Zusammenhang mit Bilanzkorrekturen bei Pensionsverpflichtungen. Außerdem gab es Sonderkosten, weil das Management ein Projekt für ein neues Werk in Mexiko gestrichen hat.

Ford teilte mit, dies sei wegen der schwachen Nachfrage nach kleineren Wagen geschehen und nicht wegen der Kritik des neuen US-Präsidenten Donald Trump an Produktionsverlagerungen Richtung Mexiko. Ford-Finanzchef Bob Shanks sagte, die konkreten Maßnahmen der Trump-Regierung müssten noch abgewartet werden. Der Republikaner droht mit hohen Importzöllen, wenn Autos aus Billiglohnländern eingeführt werden. Die Branche hat dennoch eine enge Zusammenarbeit zugesagt. GM hat gerade versprochen, in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 7000 Arbeitsplätze in den USA schaffen. Ford will daheim 700 Millionen Dollar in Michigan investieren, neue Jobs sollen vor allem bei elektrisch betriebenen und autonom fahrenden Autos entstehen.

Anders als Ford rechnet der italienisch-amerikanische Rivale Fiat Chrysler mit Zuwächsen im laufenden Jahr. Für das Gesamtjahr kalkuliert das Management mit einem operativen Ergebnis von mehr als sieben Milliarden Euro. Das würde einer Steigerung um rund eine Milliarde Euro entsprechen. Der Umsatz soll auf 115 bis 120 (2016: 111) Milliarden Euro klettern.

GM-Chefin und Autobosse bei Trump
Autochefs zu Besuch im Weißen Haus
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Den zweiten Tag in Folge hat US-Präsident Donald Trump Konzernchefs ins Weiße Haus geladen. Am Dienstagvormittag traf er die Lenker von Autokonzernen – hier hilft Trump BM-Chefin Mary Barra in den Stuhl.

Mary Barra
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Die GM-Chefin steht wie andere Firmenchefs unter Druck, Produktionsstandorte im Land zu lassen. Trump hat zuletzt regelmäßig Unternehmen mit Strafzöllen gedroht, sollten sie Arbeitsplätze aus den USA verlagern und die im Ausland gefertigten Produkte dann importieren zu wollen.

Ford-Chef Mark Fields (r.)
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Den zweiten Tag in Folge kam Ford-Chef Mark Fields (r.) ins Weiße Haus. Er hatte bereits am Montag zu einer Runde von Vorstandschefs der fertigenden Industrie gehört, die bei Trump vorsprechen durften.

Treffen der Autochefs
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Im Vorfeld der Sitzung hatte Trump angekündigt, dass er neue Fabriken im Land wolle – um Autos zu bauen, die in den USA verkauft würden.

Sergio Marchionne
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Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne (rechts) gehörte ebenfalls zu den Gästen.

Mary Barra
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Die Gäste empfing Trump im Roosevelt Room in unmittelbarer Nähe zum „Oval Office“. In einem Interview hatte sich Trump vor wenigen Tagen gefragt, warum in den USA viele Mercedes verkauft würden, in Deutschland aber wenige Chevrolet aus dem GM-Konzern von Mary Barra (r.). Ein Grund: In Deutschland hat GM die Marke zugunsten von Opel weitgehend verschwinden lassen.

Donald Trump
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Trump erneuerte sein Versprechen, Regulierungsvorschriften zu reduzieren und sagte, dass Umweltschutz außer Kontrolle geraten sei.

Im Schlussquartal 2016 hat die weltweite Nummer sieben der Branche nur ein leichtes Plus eingefahren. Umsatz und operatives Ergebnis stiegen um jeweils ein Prozent. Die Erlöse summierten sich auf 29,7 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis auf 1,55 Milliarden. An der Mailänder Börse zogen die Aktien des Konzerns um knapp drei Prozent an. Positiv wurde auch aufgenommen, dass der Konzern seinen Schuldenberg dieses Jahr fast halbieren will. Das könnte noch wichtig werden, weil das Unternehmen im schwelenden Abgasskandal mit Manipulationsvorwürfen konfrontiert ist. Die Affäre hat VW bereits viele Milliarden gekostet.

85 Prozent des Gewinns im vergangenen Jahr wurden in Nordamerika gemacht. Dort will das Management den Rückstand auf Ford und GM verkürzen. Fiat Chrysler kündigte an, in drei US-Werke zusammen 2,5 Milliarden Dollar zu investieren. 1700 Jobs würden dabei geschaffen.

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