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Frans van Houten Strategieschwenk auf Medizintechnik: Philips-Chef meistert die Coronakrise

Die Coronavirus-Pandemie hat den niederländischen Medizintechnikkonzern Philips im zweiten Quartal nicht so hart getroffen wie befürchtet. Die Aktie legt kräftig zu.
20.07.2020 - 16:00 Uhr Kommentieren
Der Philips-Chef sieht zuversichtlich in die Zukunft. Quelle: Philips
Frans van Houten

Der Philips-Chef sieht zuversichtlich in die Zukunft.

(Foto: Philips)

Berlin Frans van Houten, Vorstandschef des niederländischen Technikherstellers Philips, hat es nicht leicht in diesen Tagen. Auf der einen Seite kaufen Verbraucher in der Coronakrise weniger Haushaltsgeräte und Konsumprodukte. Das Unternehmen stellt unter anderem elektrische Zahnbürsten, Kaffeemaschinen und Staubsauger her.

Auf der anderen Seite beschert die Pandemie dem Konzern allerdings auch einen gewaltigen Umsatzschub mit Medizinprodukten. Krankenhäuser bestellten im Kampf gegen die Covid-19-Erkrankungen medizinische Ausrüstung wie Computertomographen und Beatmungsgeräte. In der Folge legte der Auftragseingang von Philips im abgelaufenen zweiten Quartal um 27 Prozent zu.

Damit lief das zweite Quartal für den Philips-CEO besser als von vielen Experten erwartet. Der Umsatz fiel zwar mit sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 4,4 Milliarden Euro. Auch der bereinigte Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (Ebita) brach um fast ein Viertel auf 418 Millionen Euro ein. Analysten waren aber mit Blick auf die Coronakrise von einem deutlich schlechteren Ergebnis ausgegangen.

Wandel zum Medizintechnikhersteller

Offenbar zahlt sich die Strategie aus, die der Philips-Chef seit Jahren vorantreibt. Der 60-Jährige hat das Unternehmen stark auf digitale Medizintechnologien ausgerichtet. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler arbeitete zunächst im Marketing der Unternehmenssparte Data Systems. Von dort schaffte er bald den Sprung in die Führungsetage, unter anderem als stellvertretender Vorsitzender der Unterhaltungselektronik-Sparte. Seit April 2011 ist er Vorstandsvorsitzender.

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    In dieser Zeit verkaufte van Houten unter anderem die Audio-, Video- und TV-Sparte des Unternehmens. Die Fernseher stehen weiterhin unter dem Namen Philips im Regal, werden allerdings vom asiatischen Unternehmen TPV hergestellt und verkauft. Anfang des Jahres kündigte van Houten schließlich an, sich von den bei Konsumenten bekannten Haushaltsgeräten trennen zu wollen.

    Der Konzern prüft einen Verkauf oder Börsengang der Sparte für das kommende Jahr. Mit Produkten wie Fritteusen und Kaffeemaschinen erzielte Philips 2019 einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Mit dem Unternehmen, in dem van Houten Ende der 1980er-Jahre seine Karriere begann, hat Philips heutzutage also nicht mehr viel gemein.

    Gleichzeitig investierte der Niederländer in Medizinproduktehersteller und fokussierte sich auf cloudbasierte Lösungen und Gesundheits-IT. So übernahm Philips unter anderem das Software-Unternehmen Vital Health, den US-Beatmungsgerätehersteller Wellcentive und RespirTech mit seiner Technologie für Patienten mit Atemwegserkrankungen.

    Mit Zuversicht in die Zukunft

    In der Coronakrise ist es vor allem dieser Unternehmensbereich, der gut läuft. In der Sparte Connected Care, zu der auch Monitoring- und Beatmungsgeräte zählen, hätten sich die Bestellungen im zweiten Quartal mehr als verdoppelt. Philips habe deswegen die Produktion von Beatmungsgeräten von April bis Ende Juni verdreifacht und will ab Juli 4000 Geräte pro Woche herstellen, sagte van Houten am Montag.

    Den Aktionären stellte er in Aussicht, bis zum Jahresende den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. „Wir erwarten im zweiten Halbjahr die Rückkehr zu Wachstum und verbesserter Profitabilität“, sagte van Houten. Entscheidend sei, dass die Nachfrage darüber hinaus weiter anziehe. Die Coronakrise sorgte dafür, dass unter anderem Geräteinstallationen in Krankenhäusern verschoben wurden.

    Die Zuversicht machte allerdings Eindruck bei den Aktionären. Das Philips-Papier zogen am Vormittag um rund 3,7 Prozent auf 45,04 Euro an. Die Kursverluste im Zuge des Corona-Crashs sind nun wettgemacht. Die schlechten Zeiten versprechen also für van Houten durchaus Gutes.

    Mehr: Patienten können sich künftig per Videosprechstunde krankschreiben lassen.

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