Frimo Finanzinvestor DBAG kauft Werkzeugbauer

Der westfälische Werkzeug- und Anlagenbauer Frimo bekommt einen neuen Besitzer: Finanzinvestor DBAG übernimmt 80 Prozent des Unternehmens. Frimo-Werkzeuge und Anlagen sind vor allem in der Autozulieferung im Einsatz.
Werkzeuge und Anlagen von Frimo werden vor allem für die Herstellung von in Autos verbauten Plastikteilen wie beispielsweise im Armaturenbrett benötigt. Quelle: dpa
Plastik fürs Auto

Werkzeuge und Anlagen von Frimo werden vor allem für die Herstellung von in Autos verbauten Plastikteilen wie beispielsweise im Armaturenbrett benötigt.

(Foto: dpa)

MünchenDer börsennotierte Finanzinvestor DBAG übernimmt den westfälischen Werkzeug- und Anlagenbauer Frimo. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und ihr Fonds VI übernähmen zusammen 80 Prozent an dem Unternehmen aus Lotte bei Osnabrück, teilte die Beteiligungsgesellschaft am Dienstag mit. Die bisherigen Eigentümer Hans-Günter Bayer und Rainer Wittkorn behalten 20 Prozent der Anteile.

Frimo ist einer der weltweit größten Hersteller von Werkzeugen und Anlagen, mit denen Plastikteile produziert werden, wie sie vor allem in Armaturenbrettern, Türverkleidungen oder Armlehnen von Autos verbaut werden. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit rund 1400 Mitarbeitern einen Umsatz von 207 Millionen Euro. Frimo ist auch Hauptsponsor des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte.

Was die Hersteller an ihren Autos verdienen
Platz 15: GM Europe (Opel, Vauxhall)
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Opel arbeitet wieder rentabel – in diesem Jahr kann der deutsche Autobauer den ersten Quartalsgewinn seit 2011 verzeichnen. Insbesondere der hohe Anteil an Kleinwagen machte sich bemerkbar. Dennoch: Der Umsatz pro Fahrzeug ist mit 14.566 Euro niedriger als bei den meisten Konkurrenten und beim operativen Gewinn (Ebit) pro Fahrzeug landen die Rüsselsheimer mit 190 Euro auf dem letzten Platz. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei 1,3 Prozent.

Das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen unter Professor Ferdinand Dudenhöffer hat untersucht, wie profitabel die europäischen Automobilkonzerne sind. Die Studie zeigt, wie viel Gewinn die Hersteller pro Fahrzeug im ersten Halbjahr machten. Berechnet wurden dabei die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) für die reine Automobilsparte, Zuliefereraktivitäten oder andere Geschäftsfelder blieben dabei unberücksichtigt.

Quelle: CAR-Institut

Platz 14: VW-Pkw
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Die vom Dieselskandal erschütterte Kernmarke VW setzte im ersten Halbjahr 2016 mit jedem Fahrzeug 23.750 Euro um – mehr als die gesamte Konkurrenz der europäischen Hersteller. Doch Produktions- und Entwicklungskosten lassen die Ebit-Marge auf 1,7 Prozent oder 375 Euro pro Auto schrumpfen.

Platz 13: Seat
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Die Volkswagen-Tochter Seat konnte sich in Europa deutlich verbessern. Pro verkauftem Fahrzeug machte der Hersteller 337 Euro Gewinn – die Ebit-Marge lag bei 2,1 Prozent.

Platz 12: VW-Konzern
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Beim Marktführer VW bleibt die Lage schwierig. Der Konzern wird durch Porsche und Audi getragen, während das klassische Massengeschäft kaum Erträge erwirtschaftet. In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielten die Wolfsburger in Europa 801 Euro Gewinn je Auto, die Ebit-Marge lag bei 4,5 Prozent. Autoexperte Dudenhöffer weiß: „Die Gewinne des VW-Konzerns kommen aus China und von den Töchtern.“

Platz 11: Renault
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Runderneuerte Modelle wie der Clio (im Bild) oder der Twingo haben Renault wieder in die schwarzen Zahlen gebracht. Die Franzosen machten mit jedem verkauften Auto 715 Euro Gewinn. Die Ebit-Marge lag im ersten Halbjahr bei 4,7 Prozent.

Platz 10: Ford Europe
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Lange hatte Ford in seinem Europageschäft mit hohen Verlusten zu kämpfen. Doch statt im Preiskampf unterzugehen, hat der Autobauer den Anteil an höherwertigen Ausstattungen gesteigert. Damit hat nicht nur der Umsatz pro Fahrzeug deutlich zugelegt. Pro verkauftem Neuwagen verdiente Ford in Europa 973 Euro. Die Ebit-Marge lag bei sechs Prozent.

Platz 9: PSA
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Pro Auto blieb bei den Franzosen im ersten Halbjahr 844 Euro Gewinn hängen. Die Ebit-Marge belief sich damit auf 6,8 Prozent.

Die DBAG dürfte sich die Übernahme knapp 100 Millionen Euro kosten lassen. Aus der Bilanz fließen nach eigenen Angaben 15 Millionen Euro Eigenkapital, dazu kommen Mittel aus dem parallel investierenden Fonds und Kredite. Über den Gesamt-Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärte die DBAG.

Der Finanzinvestor, der viel Erfahrung im Maschinen- und Anlagenbau hat, will Frimo vor allem bei der Expansion in China, den USA und Mexiko helfen. Auch Zukäufe verwandter Technologien und Anwendungen seien geplant.

  • rtr
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