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Frühestens 2006 Aufwind erwartet Talfahrt auf dem Bau geht weiter

Die seit langem krisengeschüttelte deutsche Baubranche musste zum Jahresanfang weitere deutliche Umsatzeinbrüche verkraften. Das Jahr 2005 ist fast schon abgeschrieben. Frühestens 2006 wird wieder ein leichter Aufwind erwartet.

HB BERLIN. „Wir gehen davon aus, dass nach elf Jahren der Baurezession im Verlaufe des Jahres 2006, spätestens aber 2007 die Talsohle durchschritten sein wird“, sagte der neue Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Hans-Peter Keitel, am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. Für 2005 rechnet der Verband nun sogar mit einem Umsatzminus von 4,5 % nach bisher 3,5 %. Auch beim Abbau der Stellen ist der HDB nun pessimistischer: Er geht im Jahresdurchschnitt von einem Verlust von 47 000 auf 720 000 Arbeitsplätze aus. Bisher hatte der Verband nur den Abbau von 32 000 Stellen erwartet.

Die mittel- bis langfristigen Perspektiven der Branche bezeichnete Keitel aber als gut und verwies vor allem auf vielversprechende Projekte mit der öffentlichen Hand (Public Private Partnership).

Der HDB begründete seine Skepsis damit, dass die Branche im ersten Quartal unter der Schwäche der Gesamtwirtschaft gelitten habe. „Wir können unverändert keine freudige Botschaft vermitteln“, sagte Keitel. Die Umsätze seien um etwa 20 % einbrochen, der Rückgang sei aber wegen des schlechten Wetters und Sondereffekten im Eigenheimbau überzeichnet.

Langfristig verspricht sich die Bauindustrie Impulse etwa für den Mietwohnungsbau. „Wir erwarten, dass es in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts eine regional konzentrierte Belebung des Neubaus von Miet- und Eigentumswohnungen gibt“, erklärte der HDB. Wegen des Engagements ausländischer Finanzinvestoren stehe eine Modernisierungswelle bevor. Beim Wirtschaftsbau erhofft sich die Branche Investitionen, da beispielsweise bis zum Jahr 2020 Kraftwerkskapazitäten nachgerüstet werden müssten.

Beim öffentlichen Bau setzt die Branche auf mehr Projekte, die gemeinsam aus privater und öffentlicher Hand finanziert werden. Das erste große Autobahnprojekt, ein Teilstück der A8, sei hier ein Meilenstein, sagte Keitel, den die HDB-Mitglieder am Vormittag zu ihrem neuen Präsidenten gewählt hatten.

Keitel, zugleich Chef des Baukonzerns Hochtief, sagte, Deutschland sei hinter den USA und Schweden nach wie vor Nummer Drei in der Welt und dürfe sich nicht auf einen Preiskampf mit der Niedriglohnkonkurrenz einlassen, auch wenn sich seit der Boomphase 1994/95 die Zahl der Arbeitsplätze in der deutschen Bauwirtschaft fast halbiert hat. Die Branche müsse sich auf ihren Stärken wie Qualität und technisches Know-how konzentrieren.

Mit Blick auf mögliche Neuwahlen im Herbst forderte Keitel von der künftigen Bundesregierung eine Unternehmenssteuerreform. Wenn es hier zu deutlichen Vereinfachungen und Steuersenkungen komme, halte die Baubranche nicht mehr „sakrosankt“ an der Eigenheimzulage fest. Keitel sagte aber einschränkend: „Die Eigenheimzulage kann nicht zur Disposition stehen, nur weil man im Moment irgendwelche Haushaltslöcher stopft.“

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