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Fusion mit Fiat Chrysler Das zeichnet den Peugeot-Chef Carlos Tavares aus

Der ehrgeizige Automanager hat durch die Fusion mit Fiat Chrysler seine Karriere gekrönt. Ihn erwartet eine „Titanenarbeit“.
19.12.2019 - 17:10 Uhr Kommentieren
Der Peugeot-Chef gilt als kompromissloser Sanierer. Quelle: AFP
Carlos Tavares

Der Peugeot-Chef gilt als kompromissloser Sanierer.

(Foto: AFP)

Paris Hinter dem dezenten Lächeln verbirgt sich ein immenser Ehrgeiz. Carlos Tavares, 61, strebt seit Langem nach Größe. Jetzt hat er es geschafft: Tavares, der Chef von PSA (Peugeot, Citroën), begründet durch die Fusion mit Fiat Chrysler den viertgrößten Autokonzern der Welt – und wird so zu einem der mächtigsten Automanager der Welt. In Frankreich feiern ihn die Medien als den Star der Allianz, „Le Figaro“ schreibt: „die Krönung von Carlos Tavares“.

Der hagere, sehr diskret wirkende Automanager steht nun im Rampenlicht der Branche. Und muss sich beweisen. Seinen Aufstiegshunger hatte er schon vor einigen Jahren gezeigt. „Irgendwann kommt der Moment, in dem man Energie hat und den Appetit, den Posten der Nummer eins anzustreben“, sagte er bereits 2013.

Er empfahl sich dabei selbst: Jeder Autokonzern könne ihn, Tavares, gebrauchen. Ganz ruhig sagte er das, ganz direkt – und ohne Komplexe. Damals war Tavares seit zwei Jahren die Nummer zwei bei Renault – hinter Carlos Ghosn. Doch Tavares‘ Ehrgeiz war so groß, dass eine weitere Zusammenarbeit unmöglich war. Er verließ Renault.

Dabei hatte er seine ganze Karriere bei Renault-Nissan verbracht, seitdem er dort als Ingenieur im Jahr 1981 eingestiegen war. Zuvor war der gebürtige Portugiese mit 18 Jahren zum Studium erst nach Toulouse und dann an die Eliteschule für Ingenieure, L‘Ecole centrale in Paris, gekommen.

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    Der Wechsel von Renault zum französischen Rivalen PSA hat sich für ihn gelohnt. Seit 2014 ist Tavares dort Chef. Durch die Fusion mit Fiat Chrysler (FCA) verwirklicht er jetzt seinen großen Traum einer interkontinentalen Allianz. Und nebenbei gelang es ihm, den Partner vor der Nase von Renault wegzuschnappen, wo man ebenfalls mit Fiat im Gespräch gewesen war.

    Irgendwann kommt der Moment, in dem man Energie hat und den Appetit, den Posten der Nummer eins anzustreben. Carlos Tavares (Automanager)

    Der dreifache Vater Tavares nannte sich schon einmal selbst „Psychopath der Leistung“. Nach seinem Abgang bei Renault sorgte er bei dem kriselnden Unternehmen PSA wieder für Rentabilität. „Er ist ein Killer, der lächelt“, sagte ein Gewerkschafter über Tavares, und ein Manager der Branche bescheinigte dem Automanager, er sei „kein Diplomat“.

    Wenn man nicht mit ihm einer Meinung sei, dann laufe es nicht gut, so ein ehemaliger Mitarbeiter von Renault. Angeblich gab es sogar Mitarbeiter, die sich bei Renault über ihn beschwerten, weil er so hart im Umgang war.

    Im Jahr 2017 stellte Tavares seinen Ehrgeiz erneut unter Beweis – Peugeot übernahm Opel. Herbert Diess, Chef von Volkswagen, kommentierte laut „Les Echos“: „PSA ist jetzt gefährlicher.“

    Tavares, der bislang kein Italienisch spricht, muss nach Peugeot und neben Opel nun Fiat wieder in Form bringen. „Cost-Killer“ wird er auch genannt, weil er ohne Gnade nach Posten sucht, die man streichen kann.

    Er geht mit bestem Beispiel voran, lebt selbst nicht auf großem Fuß, reist im Zug zweiter Klasse und fliegt Economy. Auf Dienstreisen steigt er gern in Drei-Sterne-Hotels ab. Bei der Sanierung von zugekauften Unternehmen setzt der Sanierer in der Regel auf eine kleinere Modellpalette und die Nutzung von einigen wenigen Fahrzeugplattformen über alle Marken hinweg.

    Viel Zeit für sein Hobby wird dem Hobby-Rallyefahrer jetzt nicht mehr bleiben. In der Allianz von PSA und FCA erwartet Tavares laut der französischen Zeitung „Les Echos“ nun eine „Titanenarbeit“. Er muss sichergehen, dass die Familienaktionäre von PSA notwendige Investitionen für die Restrukturierung durchwinken. Er muss sich im Machtkampf mit den Italienern und Fiat-Erbe John Elkann behaupten und entscheiden, ob Fiats notleidende Submarken wie Lancia oder Alfa Romeo noch eine Zukunft haben.

    Vor allem aber muss er den fusionierten Konzern fit machen für die Zukunft der elektrischen Mobilität. In diesem Punkt haben die Franzosen schon vorgearbeitet, die Italiener dagegen haben Nachholbedarf.

    Viel zu tun für den ehrgeizigen Aufsteiger. Während sein Ziehvater Carlos Ghosn nach Betrugsvorwürfen in Japan festsitzt, startet Tavares jetzt richtig durch.

    Mehr: Mega-Fusion zwischen Fiat-Chrysler und PSA – Gemeinsam wollen die Hersteller eine „Ära nachhaltiger Mobilität“ prägen. Doch der chinesische Markt dürfte ihnen auch weiterhin Probleme bereiten.

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