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Fußball-Europameisterschaft Zwei Verletzte bei missglückter Greenpeace-Protestaktion vor EM-Spiel – Scharfe Kritik von Volkswagen

Ein Aktivist musste bei einer Aktion gegen den DFB-Haupt- und EM-Sponsor VW kurz vor Anpfiff der deutschen Partie mit einem Motorschirm im Stadion notlanden. Greenpeace tut das „wahnsinnig leid“.
16.06.2021 Update: 16.06.2021 - 09:50 Uhr 7 Kommentare
Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: „Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.“ Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei. Quelle: AP
Flugschirm von Greenpeace-Aktivist im Stadion

Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: „Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.“ Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei.

(Foto: AP)

München Schreckmoment kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich: Plötzlich gerät ein Motorschirm-Flieger über der Münchner Arena ins Taumeln, kommt Zuschauern gefährlich nahe und landet unsanft auf dem Rasen. Zwei Menschen werden bei der missglückten Aktion, die von Greenpeace initiiert wurde, verletzt.

Eigentlich wollte die Umweltorganisation damit gegen Volkswagen, offizieller Sponsor der Euro 2020 und zugleich Hauptsponsor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), protestieren. Später entschuldigt sich Greenpeace – und erntet heftige Kritik.

Der Aktivist, ein 38 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg, sei festgenommen worden, sagt ein Sprecher der Münchner Polizei. Sein Flieger wurde sichergestellt. Die Polizei ermittelt nun wegen verschiedener Delikte nach dem Strafgesetzbuch – und dem Luftverkehrsgesetz, wie sie am Mittwochmorgen in München mitteilte.

Der Motorschirm-Pilot flog zunächst über dem Stadion und versuchte, einen großen gelben Ball in die Arena sinken zu lassen. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln. Nur mit großer Mühe konnte er einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern. Nach der Notlandung eilten ihm noch zwei Spieler der deutschen Mannschaft zur Hilfe – dann wurde er von zwei Sicherheitskräften abgeführt.

Auf Bildern ist zu sehen, wie er zuvor noch einige Zuschauer streifte. „Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind“, sagt der Polizeisprecher. Über die Schwere der Verletzungen gibt es zunächst keine Informationen.

Greenpeace-Protest missglückt: Gleitflieger landet im Stadion

„Das Polizeipräsidium München betont, dass es keinerlei Verständnis für solche unverantwortlichen Aktionen gibt, bei denen eine erhebliche Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen wird“, hieß es in der Mitteilung der Polizei vom Mittwoch. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte Konsequenzen an. „Das wird genau behandelt, das sind klare Verstöße“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. „Das ist kein Kavaliersdelikt.“

Die Europäische Fußball-Union Uefa sprach von einer „rücksichtslosen und gefährlichen Aktion“, die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können.

Mehr: Nach Protestaktion bei EM-Spiel: Friedrich Merz stellt Gemeinnützigkeit von Greenpeace infrage

Auch der Deutsche Fußball-Bund verurteilte den Protest. „Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar“, sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich.

„Wichtiges Thema, aber krass idiotische und unverantwortliche Aktion“

Eigentlich hätte laut Greenpeace alles ganz anders ablaufen sollen: Die Umweltorganisation forderte bei Twitter von Volkswagen, keine klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos mehr zu verkaufen.

Dazu sei eigentlich der Plan gewesen, dass der Pilot mit einem großen Latexball über das Stadion schwebt, erklärte ein Sprecher. Der Ball hätte dann hinab sinken sollen – der Pilot, der auch einen Propeller auf dem Rücken festgeschnallt hatte, sollte gar nicht landen. Technische Schwierigkeiten hätten ihn aber zur Notlandung auf dem Spielfeld gezwungen.

Der Greenpeace-Sprecher räumte noch während des laufenden Spiels ein, dass die Aktion missglückt sei – und entschuldigte sich. „Das tut uns wahnsinnig leid“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: „Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.“ Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei.

Volkswagen kritisierte, Greenpeace habe mit der Protestaktion „Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht und es wurden sogar Menschen verletzt.“ VW sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit und bekenne sich klar zum Pariser Klimaabkommen bis 2050.

Auch in den Sozialen Medien erntete Greenpeace Spott und scharfe Kritik. „Wichtiges Thema, aber krass idiotische und unverantwortliche Aktion“, schrieb der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz bei Twitter.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nannte den Piloten in der „Bild“-Zeitung einen unverantwortlichen Abenteurer, „der seine Flugkünste selbst maßlos überschätzt hat und dadurch Leib und Leben von Zuschauern im Stadion ernsthaft gefährdet hat“.

Mehr: Trotz Corona: Der Businessplan der Fußball-EM duldet keine Zweifel

  • dpa
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7 Kommentare zu "Fußball-Europameisterschaft: Zwei Verletzte bei missglückter Greenpeace-Protestaktion vor EM-Spiel – Scharfe Kritik von Volkswagen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist wirklich beschämend, mit welchen radikalen Mitteln Greenpeace vorgeht.Es geht Greenpeace nur darum Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erhalten. Eine Mittel/zweck Relation gibt es nicht mehr. Man nimmt die Verletzung von wichtigen Rechtsgütern, selbst Leben und Gesundheit einer Vielzahl von "Unschuldigen" billigend in Kauf. Ein Flug mit einem Motorschirm ist an sich gefährlich, auch ohne Stadion mit Tausenden von Menschen.
    Greenpeace ist eine gemeinnützige Organisation/Verein , für die viele Menschen spenden.
    Der Kollateralschaden dieser Aktion ist enorm. Eine TWITTER Entschuldigung reicht nicht.
    Das Finanzamt Hamburg sollte sofort die Gemeinnützigkeit entziehen.

  • Unglaublich, aber das ist Deutschland! Liebes Handelsblatt team - könnt ihr bitte dranbleiben und bei einer evtl. Verurteilung auch wieder berichten? Nicht dass vor lauter Wahlkampf dieses unglaublich radikale Vorgehen in Vergessenheit gerät....

  • Offensichtlich ist die Dummheit grenzenlos.
    Stellt sich doch die Frage wie dumm die Wähler sind. Lese ich die Prognosen für die "Grünen" und ihr Gefolge haben wir in der BRD sehr viele sehr dumme Wähler.
    Was sich extreme Aussenseiter in der BRD erlauben ist nicht tolerierbar!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. https://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/

  • Mich wundert mittlerweile nichts mehr. Egal, ob TV, Radio, Internet: Spätestens 5 Minuten nach dem Einschalten wird man mit Klimawandel, Klimakrise, Klimakatastrophe berieselt. Kein Wunder, dass mittlerweile alle durchdrehen und glauben, der Weltuntergang stünde bevor.

  • ... und ich dachte immer, für ein so großes Stadion und Ereignis, bestünde ein umfassendes Sicherheitskonzept und nicht "Jedermann" könne in ein Stadion fliegen (vielleicht mit Bombe statt Ball).
    Beschämend - nicht nur für Greenpeace!

  • Das war eine Greenpeace-Aktion ohne jeden Sinn und Verstand. Im Hinblick auf die Ereignisse des Spiels Deutschland-Frankreich 2015 im Stade de France hätte das auch als terroristische Aktion verstanden werden können mit unabsehbaren Folgen.

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