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Gasehersteller Linde und Praxair legen Maßnahmenpaket für Milliardenfusion vor

Linde und Praxair haben der FTC ein Paket zu Verkäufen und Verpflichtungen vorgelegt. Die US-Wettbewerbsbehörde muss der Fusion der Konzerne bis zum 24. Oktober zustimmen.
15.10.2018 Update: 16.10.2018 - 00:13 Uhr Kommentieren
Wird die Fusion zwischen Linde und Praxair von den US-Behörden nicht bis zum 24. Oktober genehmigt, ist sie aus formalen Gründen gescheitert. Quelle: dpa
Linde AG

Wird die Fusion zwischen Linde und Praxair von den US-Behörden nicht bis zum 24. Oktober genehmigt, ist sie aus formalen Gründen gescheitert.

(Foto: dpa)

München Der Münchener Gasekonzern Linde ist im langwierigen Genehmigungsprozess für seine milliardenschwere Fusion mit dem US-Rivalen Praxair in den USA einen Schritt weiter. Auf Arbeitsebene habe man sich mit der US-Wettbewerbsbehörde FTC auf den Umfang der Unternehmensverkäufe und der Verhaltenspflichten geeinigt, die die Bedenken der Amerikaner gegen eine zu große Marktmacht des fusionierten Konzerns ausräumen sollten, teilte Linde am Montagabend mit.

Das Paket von Zusagen wird nun aber noch den Leitern (Commissioners) der FTC vorgelegt. Die Zeit für deren Entscheidung drängt: Linde und Praxair brauchen bis zum 24. Oktober grünes Licht, sonst ist die Fusion aus formalen Gründen gescheitert.

Der US-Newsletter „Capitol Forum“ berichtete am Montag, die Überprüfung dauere an, obwohl das Bureau of Competition bereits vor zwei Wochen ein positives Votum abgegeben und die Sache den Commissioners vorgelegt habe. Linde hat sich bereiterklärt, fast sein gesamten USA-Geschäft an den deutschen Konkurrenten Messer abzugeben, der sich mit dem Finanzinvestor CVC zusammengetan hat, um mit der Übernahme auf den US-Markt zurückzukehren.

Die Commissioners schauten sich derzeit genau an, wie sich Messer und CVC in früheren Kartellfällen verhalten hätten, berichtete der auf Fusionen und Wettbewerbsthemen spezialisierte Newsletter. Linde wollte sich dazu nicht näher äußern.

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    Bei Anlegern war zuletzt die Zuversicht gewachsen, dass die beiden Fusionspartner die nötigen Genehmigungen bekommen würden, nachdem weitere Zugeständnisse an die US-Behörden durchgesickert waren. Bis auf die Zustimmung der FTC und das Ja der EU-Kommission zum japanischen Käufer für das Europageschäft von Praxair liegen alle nötigen Erlaubnisse vor. Grundsätzlich hat auch die EU bereits dem Zusammenschluss zugestimmt. Zuletzt hatten die Wettbewerbsbehörden in China und Südkorea der Fusion grünes Licht erteilt.

    Mit den Zugeständnissen geben Linde und Praxair zwar mehr Umsatz ab als die 3,7 Milliarden Euro, die sie als Schmerzgrenze vereinbart hatten. Der damit verbundene operative Gewinn (Ebitda) und die geplanten Einsparungen von einer Milliarde Euro sind aber offenbar nicht in Gefahr.

    Nach Informationen des Handelsblatts dürften sich die Synergien jedoch kaum noch rechnen, wenn vier Milliarden Euro spürbar überschritten werden. Linde wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

    Von Beginn an war klar, dass das vor rund 20 Monaten gestartete 60-Milliarden-Euro-Projekt kartellrechtlich heikel ist – wollen sich doch auf dem von wenigen großen Anbietern geprägten Gasemarkt die Nummer zwei und die Nummer drei zusammentun.

    Käme es letztlich doch noch zu einem Scheitern des Deals, wäre das für den Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle und seinen CEO Aldo Belloni eine persönliche Niederlage. Reitzle hatte die umstrittene Fusion durch den Aufsichtsrat gepeitscht und nie einen Zweifel daran gelassen, dass es vor allem sein Deal ist. Belloni war eigens aus dem Ruhestand zurückgekehrt, um das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

    Bei einem Platzen müsste sich Linde in jedem Fall einen neuen Vorstandschef suchen – auch wenn der allseits geschätzte Belloni bei Bedarf den Übergang wohl noch etwas gestalten würde. In Industriekreisen geht man zudem davon aus, dass Reitzle bei einem Scheitern Konsequenzen ziehen würde.

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