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Gasfelder in NRW Exxon hofft auf Milliardenerlöse und tausende Jobs

In Nordrhein-Westfalen werden riesige Vorkommen an Erdgas vermutet. Mit geschätzten 2 100 Milliarden Kubikmeter Gas wären es die zweitgrößten Europas. Wie Exxon diese Schätze heben will, erläutert Gernot Kalkoffen, Chef der Exxon Mobil Central Europe, im Gespräch mit dem Handelsblatt.
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Gernot Kalkoffen, Vorstandsvorsitzender von Exxon Mobil. Quelle: dpa

Gernot Kalkoffen, Vorstandsvorsitzender von Exxon Mobil.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Internationale Energiekonzerne setzen auf gewaltige Erdgasfelder in Nordrhein-Westfalen und hoffen auf Milliardenerlöse. Der US-Ölkonzern Exxon Mobil plant, große Summen in das „Dallas im Münsterland“ zu investieren, um nach Erdgasquellen zu suchen. „Wir rechnen in der Explorationsphase mit einem deutlich dreistelligen Millionenbetrag“, sagte Gernot Kalkoffen, Chef von Exxon Mobil Central Europe, dem Handelsblatt.

Wie hoch die Summe tatsächlich ausfallen werde, hänge davon ab, ob das Gas in der nötigen Konzentration vorliege und sich wirtschaftlich fördern lasse. „Im Erfolgsfall könnten Milliardenbeträge fließen“, sagte Kalkoffen. Er äußerte sich erstmals seit Bekanntwerden der möglichen Vorkommen öffentlich.

Neun Unternehmen wollen in Nordrhein-Westfalen nach Erdgas suchen und haben sich Optionen auf verschiedene Gebiete des Bundeslandes gesichert. Insgesamt könnten im nordrhein-westfälischen Gestein mit einem geschätzten Vorkommen von 2 100 Milliarden Kubikmeter Gas die zweitgrößten Erdgasvorkommen Europas schlummern.

Das Bundesland würde im Erfolgsfall von Förderabgaben und neuen Arbeitsplätzen profitieren. Außerdem kassieren die Gemeinden Gewerbesteuern, wenn auf ihrem Gebiet Erdgas gefördert wird. Das zeigt das Beispiel Niedersachsen, wo insgesamt 2 7000 Arbeitsplätze durch Erdgasförderung entstanden sind. Gernot Kalkoffen, Chef der Exxon Mobil Central Europe, äußert sich im Gespräch mit dem Handelsblatt zu den Funden.

Herr Kalkoffen, Deutschland ist nicht im Gold-, sondern im Gasrausch. Glauben Sie, dass die Vorkommen wirtschaftlich nutzbar sind?

Gernot Wir sind erst in einem frühen Stadium der Exploration. Aber das theoretische Potenzial ist relativ groß. Die Frage ist, ob das Gas in der nötigen Konzentration vorliegt und sich wirtschaftlich fördern lässt.

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Erste Probebohrungen sind ja bereits gemacht. Wie sind die Ergebnisse?

Für eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit ist es noch zu früh. Bei unkonventionellem Erdgas gibt es zwei Komponenten, die bisher nicht in Deutschland gefördert wurden: Gas in Kohleflözen und in Schiefervorkommen. Exxon Mobil hat zwei Kohleflözbohrungen vorgenommen und vier Bohrungen in Schiefergas. Das sind Kernbohrungen gewesen, bei denen vor allem Gesteinsproben genommen werden.

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14 Kommentare zu "Gasfelder in NRW: Exxon hofft auf Milliardenerlöse und tausende Jobs"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Gerade kam ein interessanter beitrag dazu auf Kabeleins, wie mit der gleichen Methode in den USA das Trinkwasser im großen Stil und auf lange Zeit verseucht wurde. Lasst das bloß nicht zu uns kommen! Was wollen wir mit Petroldollars wenn unsere Lebensgrundlage zerstört ist?

  • @[9] Doc_x

    Zustimmung. Genaus so ist es

    Man muß mal die Frage stellen, wo sind denn unsere deutschen Unternehmen?
    Forschung etc. findet ofenbar gar nicht mehr statt

    Und so allmählich muß mal die Frage gestellt wrden, was gehört uns in Deutschland eigentlich noch?90

  • Warnung: diese Art der Gasförderung zerstört die Umwelt, das Grundwasser und die Wasserversorgung und entlässt Gase, die sonst im Stein gebunden blieben in großem Umfang in die Athmosphäre!

  • Klasse!
    Da kommt ein US-Konzern (gerne demnächst auch Chinesen oder sonst wer), bohrt auf unserem Grund und boden nach unseren Rohstoffen, und belohnt uns dann im Falle der Förderung mit ein paar tausend Arbeitsplätzen und etwas Gewerbesteuer ...
    Ähnlich toll wie die ganzen Crossborder-Leasinggeschäfte, wo Großteile städtischer infrastrukturen nach USA verkauft und wieder zurückgemietet wurden.
    Globalisierung pervers, nur dass wir, wenn wir so weitermachen, uns bald die Hand mit Afrika und anderen armen Ländern geben dürfen, bei denen das Geschäft seit eh und je so läuft. Europa - das Entwicklungsland und der Lohnsklave der ferneren Zukunft?
    Das kommt dabei heraus, wenn man seine Stärke (und zwar durchgängig: technisch, kulturell, militärisch) peu á peu verliert.
    Mann, wie rasant geht das hier abwärts in Europa ...

  • Hier im Münsterland haben sich bereits initiativen gegen die Gasförderung durch Fracking gebildet. Die "Wutbürger" sind schon unterwegs. Wir werden unsere schöne Parklandschaft nicht dem Raubtier-Kapitalismus eines US-amerikanischen Öl- und Gasgiganten überlassen. Die Vertreter dieses Konzerns und auch die politisch Verantwortlichen unserer Landesregierung im fernen Düsseldorf haben wohl gedacht, sie hätten es hier nur mit ein paar hinterwäldlerischen bauern zu tun, die leicht zu beeindrucken und über den Tisch zu ziehen sind. Diese Herrschaften werden sich an der sprichwörtlichen Sturheit und dem Dickschädel der Münsterländer noch die Zähne ausbeißen!

  • ist doch schön, wie man hier im Hb beiträge verschwinden läßt, die kritische Kommentare enthalten.
    Zum Thema: Schon die Überschrift ist haarsträubend: Natürlich hofft Exxon auf wenige Jobs, denn das sind ja Kosten und die schmälern den Gewinn. Man will hier in Europa Gas mit einem Verfahren gewinnen, bei dem kanzerogene Stoffe ins Trinkwasser geraten können.
    Selbst in den USA gerät dieses Verfehren in Verruf.

    www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711107,00.html

    Und nun hofft man auf die erfahrungsgemäß wirtschaftsfreundliche CDU/FDP-Regierung, daß die interessen der Menschen auf Gesundheit keine ROlle spielen und die Gewinne hier in Europa sprudeln können.

    Und da werden Tausende notfalls Zehntausende Arbeitsplätze ins Feld geführt, die eh nie entstehen. Ein Argument ist dann immer noch die Abhängigkeit von Rußland (die von den USA ist nicht unkritischer).

  • Was für ein Wahnsinn !!
    bei jedem fossilen Verbrennungsprozess entsteht CO2.
    bei der Verbrennung von 12 g Kohenstoff entstehen 44g CO2 !!! Der Gnadenstoß für die Generationen die nach uns kommen.
    Mutter Erde wird ganz gut ohne Menschen leben können)
    Warum die "Erneuerbaren" nicht in den Fokus der Eneergieversorgung gestellt werden ist mir absolut unbegreiflich und unverantwortlich, für die die nach uns kommen.

  • Der Artikel grenzt an Kaufjournalismus. Die Probleme der Gasförderung in dicht besiedelten Regionen werden beiläufig angesprochen und Antworten wohlwollend aufgenommen. Die investitionen und Arbeitsplätze sind sicherlich wichtig, aber doch nicht um jeden Preis!

  • Das Handelsblatt zählt zu den Massenmedien, die eigentlich recht gut und kritisch informieren.
    Aber dieser Artikel ist reine unkritische Propaganda für die Förderung von unkonventionellen Gas. ich kann mich den Vorrednern nur anschließen und alle bitten, sich mal bei u-tube genannte Filme anzusehen. Das hat am Ende S-21 Qualitäten, wenn die das durchziehen sollten.

    Übrigens, ein Schelm wer sich böses dabei denkt, dass ein US-Unternehmen den Russen ihr Gasgeschäft in der bRD versauen will. Deren Gasquellen sin konventionell, somit viel umweltfreundlicher ausbeutbar.

    Also was soll das um Gottes Willen nur alles wieder...?

  • Frechheit wie sehr in diesem interview die Probleme des Fracking heruntergspielt werden.

    Wer sich darüber informieren will suche nach dem Film "Gasland" oder bei Youtube nach "burning Tap Water"

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