Gautam Adani: Asiens neuer reichster Mann wird von Klimaschützern gehasst – und an der Börse verehrt
Kurz vor seinem 60. Geburtstag im Juni ist der Unternehmer zum reichsten Mann Asiens aufgestiegen.
Foto: ReutersBangkok. Wenn Gautam Adani von dem riesigen Potenzial seiner Heimat Indien spricht, klingt er ein wenig wie ein Politiker im Wahlkampf. Bei einer Rede vor Kurzem in der Finanzmetropole Mumbai prophezeite der Unternehmer dem Land ein Ende der Armut und einen beispiellosen Aufstieg zu einer der global führenden Wirtschaftsmächte.
„Kein anderes Land wird in den kommenden drei Jahrzehnten so stark wachsen wie Indien“, sagte er. Nirgendwo sonst auf der Welt werde es eine ähnlich große Mittelschicht geben wie in dem schon jetzt 1,4 Milliarden Einwohner großen Schwellenland. Zwischen seinen Sätzen macht Adani lange Pausen, um dem Publikum genug Raum für Applaus zu geben. Der Mann mit dem markanten dunklen Schnurrbart und dem akkurat gezogenen Seitenscheitel gefällt sich in der Rolle als oberster Visionär und wirtschaftlicher Cheerleader des Subkontinents.
Die These, dass Indien das neue Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, kann der Sohn eines Textilhändlers anhand der eigenen Biografie unterstreichen: Als Studienabbrecher schaffte er es zum Multimilliardär. Allein in den vergangenen zwei Jahren konnte er sein Vermögen auf 112 Milliarden Dollar mehr als verzehnfachen. Kurz vor seinem 60. Geburtstag im Juni ist Adani nun zum reichsten Mann Asiens aufgestiegen – und kämpft mit der US-Investorenlegende Warren Buffett um Rang fünf auf der globalen Reichenliste.