Gebrauchtgeräte Gesundheit vom Recyclinghof

Ärzte und Kliniken müssen sparen. In der Medizintechnik boomt daher der Verkauf von Second-Hand-Geräten – ein gutes Geschäft für Siemens, Philips & Co, denn auch die Unternehmen selber können mit den recyclten Produkten sparen.
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Prüfung eines gebrauchten Röntgengerätes bei Siemens: Aufbereitete Maschinen kosten 15 bis 25 Prozent weniger als neue. Quelle: Pressebild

Prüfung eines gebrauchten Röntgengerätes bei Siemens: Aufbereitete Maschinen kosten 15 bis 25 Prozent weniger als neue.

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HAMBURG/ERLANGEN. Zwei Jahre lang kämpften Medizintechnikhersteller mit der Kaufzurückhaltung der Kliniken und Arztpraxen. Jetzt sind medizinische Großgeräte wie Röntgenapparate oder Kernspintomographen wieder gefragt. Doch die Krise hat das Kaufverhalten der Kunden verändert: Funkelnagelneu müssen die Maschinen nicht sein. Deswegen nimmt der Handel mit preiswerteren Gebrauchtgeräten zu.

„Viele Kunden gerade in den USA investieren sehr viel kostenbewusster“, beobachtet Elisabeth Staudinger, CEO von Siemens Refurbished Systems, der Einheit, die gebrauchte Großgeräte wieder aufbereitet und verkauft. Der Absatz von gebrauchten Großgeräten sei in Nordamerika zeitweise schneller gestiegen als der von neuen. Etwa jeder dritte Computertomograph, der in den USA verkauft wird, ist mittlerweile ein gebrauchtes Gerät, in Europa ist es jeder vierte. „Die Wiederaufarbeitung von medizinischen Großgeräten ist mehr als ein Nischenmarkt“, sagt Staudinger. Den globalen Markt für Second-Hand-Geräte schätzt die Managerin derzeit auf eine Mrd. Euro. Der Umsatz mit neuen dürfte bei etwa zehn Mrd. Euro weltweit liegen.

Seit zehn Jahren hat Siemens wiederaufbereitete Geräte im Portfolio. Auch Konkurrent Philips bereitet am Standort Hamburg seit mehr als zehn Jahren Röntgengeräte auf. Die Sparte Retouren & Recycling gründete Philips, damit die Kunden ihre Geräte fachgerecht entsorgen konnten. Mittlerweile sind die Hersteller sogar verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen. Dafür zahlen sie eine Art Pfand – „Credit for Housing“ heißt das bei Philips.

Der niederländische Konzern ist stolz darauf, dass der Recyclinganteil seiner Produkte deutlich angestiegen ist: Ließen sich bei einer Röntgenröhre im Jahr 2005 noch 40 Prozent der Geräteteile wieder verwerten, sind es inzwischen 70 Prozent. Mit der Wiederaufbereitung von Altgeräten will Philips einerseits sein „grünes“ Image stärken. Doch kann der Konzern zugleich seine Produktionskosten deutlich senken. Klaus Jänichen, Manager im Bereich Environmental Health & Safety der Philips Medizintechniksparte in Hamburg, erläutert: „Durch das Recycling konnten wir im vergangenen Jahr 170 Tonnen Rohstoffe einsparen. Das macht etwa 15 Prozent des Materialvolumens der gesamten Produktion aus.“

Zudem wird in der Fertigung weniger Energie verbraucht. Die gesamte Energieersparnis durch die Weiter- und Wiederverwertung der Rohstoffe betrug 2009 zwei Mio. Kilowattstunden. Laut Hamburger Umweltbehörde konnte Philips so 273 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen. Der Siemens-Konzern, der vermehrt Großgeräte recycelt, beziffert seine Kohlenstoffdioxid-Ersparnis sogar auf 10 000 Tonnen jährlich. Das ist so viel wie 3 000 Drei-Personen-Haushalte im Jahr verbrauchen.

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