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Gebrauchtwagenmarkt Dieselkrise im Autohandel spitzt sich zu

Beim Diesel ist die Lage im Autohandel dramatisch. Etwa jeder fünfte Händler nimmt nach einer aktuellen Umfrage keine Diesel-Gebrauchtwagen mehr in Zahlung.
7 Kommentare
Dieselkrise: Autohandel wird immer stärker belastet Quelle: dpa
Teure Ladenhüter

Diesel-Gebrauchte verkaufen sich zunehmend schlechter.

(Foto: dpa)

Berlin, Ostfildern Die Dieselkrise macht den Autohändlern in Deutschland immer mehr zu schaffen. Vor allem auf dem Gebrauchtwagenmarkt hat sich die Lage noch einmal deutlich verschlechtert. 87 Prozent der Händler können Diesel-Gebrauchtwagen nur noch mit höheren Abschlägen verkaufen. 22 Prozent nehmen überhaupt keine Diesel-Gebrauchtwagen mehr in Zahlung.

Das geht aus aktuellen Zahlen des Dieselbarometers der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) hervor. Das „Diesel-Dilemma“ beim Automobilhandel spitze sich zu, hieß es.

Das Image des Diesel ist schwer belastet. Gründe sind der Abgasskandal und drohende Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in Städten, in denen Schadstoff-Grenzwerte überschritten werden. Diesel sind ein Hauptverursacher. Die Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen sind seit Monaten auf Talfahrt.

Laut DAT-Barometer gaben 58 Prozent der Händler an, weniger Diesel-Neuwagen an Gewerbekunden verkauft zu haben. Bei den Privatkunden stelle sich die Entwicklung noch drastischer dar: 86 Prozent der Händler verkaufen weniger gebrauchte und neue Diesel-Pkw an Endverbraucher.

Viele Dieselfahrzeuge stehen bei Händlern auf dem Hof, und zwar im Schnitt 103 Tage. Gebrauchte Diesel-Pkw kosten den Handel pro Tag und Fahrzeug im Schnitt 28 Euro. 57 Prozent der Händler geben deutlichere Nachlässe auch auf Diesel-Neuwagen, 61 Prozent bilden Rückstellungen für drohende Verluste.

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Ende Februar, das Fahrverbote generell für zulässig erklärt hatte, hat sich der Beratungsaufwand im Handel deutlich erhöht. Außerdem gaben 93 Prozent aller Händler bei der Befragung an, das Urteil habe zu noch mehr Verunsicherung bei ihren Kunden geführt.

Die Händler hätten aktuell keine Chance, bei der Vermarktung von Diesel-Gebrauchtfahrzeugen auch nur ihre Kosten zu decken, sagte DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann. „Sie werden deshalb auf Unterstützungsleistungen von ihren Herstellern, Importeuren oder der Politik angewiesen sein, um nicht in eine wirtschaftliche Schieflage zu gelangen.“

Basis des Barometers ist eine repräsentative Befragung beim Automobilhandel, angereichert mit Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und mit Ergebnissen der DAT-Marktbeobachtung.

  • dpa
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7 Kommentare zu "Gebrauchtwagenmarkt: Dieselkrise im Autohandel spitzt sich zu"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herr Tom Schmidt 24.04.2018, 10:43 Uhr
    Zitat:
    "5. Die angeblichen hohen NOX-Werte in Deutschland, die die EU zum Handeln bringen, sind gar nicht nach EU-Spec gemessen worden. Die deutschen Messstationen liegen deutlich näher am Straßenverkehr, trotzdem werden dieselben Grenzwerte herangezogen."

    Genau so ist es, wie es scheint, werden die staatlich Messungen sogar noch zu unseren Ungunstenh manipuliert. Die Frage nach dem "Warum?" ist legitim. Nicht nur der Diesel ist bedroht, sondern auch unsere Freiheit.


    Siehe hier:
    https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/mobilitaet/grosse-leseraktion-wie-manipulieren-messstationen-die-umweltbelastung-in-ihrer-stadt-teil-8/

  • @Insam

    Wieso nicht? Toyota hat die Entscheidung getroffen nicht auf den Diesel zu setzen. Ok, können sie machen. Aber wieso dann Toyota der Deutschen Umwelthilfe Kampagnen NUR gegen den Diesel finanziert, erschließt sich mir nicht. Andere PKWs inklusive der Elektroautos haben auch Emissionen, z.B. Feinstaub. Aber das spielt gar keine Rolle, es geht nur um Diesel-PKWs. Das ist so absolut nicht in Ordnung! Von Toyota und von der DUH!!!

  • @Josef

    Bis auf die VWs tun das ja alle!!! Nur dann kommt z.B. irgendeine Umweltorganisation auf die Idee einen alten 320d von BMW mit über 160 km/h im 5ten Gang zu fahren und heult dann rum, dass die Werte nicht passen. Dafür hat das Ding aber eben den 6. Gang. Wenn man das Spielchen spielen will, braucht man nur den 1. Gang nehmen und einfach das Gaspedal durchdrücken, oder noch besser dasselbe ohne Gang...

  • Den Ausführungen stimme ich teilweise zu: Die Politik unterstützt den Dieselskandal, da diese davon profitiert. Im Zuge der allgemeinen Hysterie greifen die Verbraucher zum Benziner und denken hierbei nicht an Mehrkosten durch Mehrverbrauch und höheren CO2-Ausstoß. Genau hier greift jedoch Vater Staats NIchtstun:
    Diesel werden abgestoßen und Neuwagen gekauft (MwSt.,) was übrigens genau dem Übeltäter VW in die Karten spielt, wenn man sich die Absatzzahlen ansieht. Mal davon abgesehen, dass derartiger Beschiss an Verbraucher und Staat mit Kaufverweigerung bestraft werden sollte sieht man ganz beiläufig, wie passiv - um nicht zu sagen dämlich - sich viele Verbraucher verhalten.
    Weiterhin profitiert der Staat von höheren Mineralölsteuereinnahmen, da die Benziner im Alltagsbetrieb mehr verbrauchen und der Liter Benzin mehr als der Liter Diesel kostet. Käme noch die ab Ende September greifende Neuregelung der KFZ-Steuer für Neuzulassungen. Basis ist hier der CO2-Ausstoss. Der ist beim Benziner höher.
    Hier allerdings irgendwie wieder die Japaner ins Spiel zu bringen ist nicht fair. Der Übeltäter sitzt in Wolfsburg.

  • Autos die ihre Zulassungsnorm nicht erfüllen gehören nicht auf die Strasse sondern verschrottet. Kein Bock mehr hinter Diesel Dreckschleudern fahren zu müssen obwohl meine Klimaanlage automatisch auf Umluft umschaltet wenn der ganze Dieseldreck droht mich zu ersticken. Und ich habe kein Hunderttausende Euro teueren Messgerät in meiner Klimanalage eingebaut.

  • @Horn
    Natürlich! Der Steuerzahler haftet immer für den Schwachsinn der Politik. Die Dieselkrise wäre gar keine wenn wir unsere Politiker nicht hätten. Aber ein Teil der Abgeordneten (bezahlt vom Steuerzahler) lebt halt von der Skandalisierung und der Rest der vernünftigen hat nicht die Eier in der Hose, denen entgegen zu treten und öffentlich zu sagen, dass die Empörungswelle die Basis von Unbildung und Dummschwätzen ist.

    Nur nochmal die Fakten:
    1. Diesel PKW sind für 13 % der NOx-Emissionen in Deutschland verantwortlich (ALLE zusammen!!!)
    2. Mit Ausnahme der VW-Mainpulation entsprechen die Diesel-PKW der deutschen oder ausländischen PKW Industrie der Zulassung und der Abnahme-Spezifikation
    3. Das die Abnahme-Spezifikation etwas mit den Emissionen im Realbetrieb zu tun hat und deswegen so festgelegt wurde ist reiner Bullshit (wird aber als implizite Annahme immer kolportiert)
    4. die deutsch Umwelthilfe bekommt Geld von Toyota die im Diesel-Geschäft schlecht aufgestellt sind und daher sich neu aufstellen wollten. Dazu nutzen sie das Modell "steuerbefreite gemeinnützige PR-Abteilung".
    5. Die angeblichen hohen NOX-Werte in Deutschland, die die EU zum Handeln bringen, sind gar nicht nach EU-Spec gemessen worden. Die deutschen Messstationen liegen deutlich näher am Straßenverkehr, trotzdem werden dieselben Grenzwerte herangezogen.
    Und das sind nur die Punkte die einem spontan einfallen. Also warten wir auf die Straßensperrungen in Hamburg... und messen nochmal nach, wenn die Schiffe in die Innenstadt fahren. Nur zur Erinnerung: das Gericht hat nur gesagt, dass Dieselfahrverbote nicht ausgeschlossen sind, wenn sie eine geeignete Massnahme sind die Luftqualität zu verbessern. Jetzt muss nur noch jemand erklären warum der Schiffsdiesel plötzlich sauberer ist, wenn kein Diesel-PKW mehr in der Stadt fahren darf...

  • Zitat:

    „Sie werden deshalb auf Unterstützungsleistungen von ihren Herstellern, Importeuren oder der Politik angewiesen sein, um nicht in eine wirtschaftliche Schieflage zu gelangen.“

    Das ist danhn ungefähr so, wie bei den Versorgern mit der Bereithaltungsprämie für konventionelle Kraftwerke.
    Da Hersteller und Importeure sich für nicht zuständig erklären, bleibt nur die Politik, der deutsche Michl zahlt wieder doppelt: einmal über den Wertverlust der Fahrzeuge und über die Unterstützung der Händler.

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