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Geely Zhejiang Chinesen steigen auch bei Volvo-Lkws ein

Der Finanzinvestor Cevian verkauft sein milliardenschweres Aktienpaket des Lkw-Bauers Volvo an den chinesischen Geely-Konzern. Dem gehört bereits der Pkw-Hersteller Volvo. Werden beide Marken nun wieder vereint?
Update: 27.12.2017 - 14:29 Uhr 1 Kommentar
Volvo AB: Cevian verkauft Anteile an Autobauer Geely Quelle: Volvo
Volvo-Lkw

An der Börse ist der Nutzfahrzeughersteller mehr als 34 Milliarden Euro wert.

(Foto: Volvo)

Stockholm, London Der chinesische Eigentümer des schwedischen Autobauers Volvo bekommt auch beim gleichnamigen Nutzfahrzeug-Riesen einen Fuß in die Tür. Zhejiang Geely übernimmt die Beteiligung des aktivistischen Investors Cevian Capital an der börsennotierten Volvo AB im Marktwert von fast 2,8 Milliarden Euro und steigt mit 8,2 Prozent zum größten Einzelaktionär des Lkw- und Omnibus-Herstellers auf, wie Cevian und Geely am Mittwoch mitteilten.

Pläne, die beiden in Göteborg ansässigen Volvo-Unternehmen nach beinahe 20 Jahren wieder zu vereinen, gebe es nicht, betonte ein Geely-Sprecher. Einem Bericht der Zeitung „Dagens Nyheter“ zufolge haben die Chinesen 3,25 Milliarden Euro für das Anteilspaket bezahlt. Geely und Cevian wollten sich dazu nicht äußern.

Ein Sprecher von Volvo AB gab sich reserviert: „Wir werden die neuen Anteilseigner genauso behandeln wie unsere anderen Aktionäre.“ Cevian-Mitgründer Christer Gardell begründete den Verkauf damit, dass Geely dem Nutzfahrzeug-Hersteller einen besseren Zugang zum chinesischen Markt verschaffen und seine Erfahrung im autonomen Fahren und mit Elektroantrieben einbringen könne.

Volvo AB ist als Großaktionär der Lkw-Sparte von Dongfeng und mit einer eigenen Baumaschinen-Produktion schon in China vertreten. „Nach unseren Erfahrungen mit der Volvo Car Group kennen und schätzen wir die stolze skandinavische Geschichte und Kultur, die führende Marktposition, die bahnbrechenden Technologien und die Umweltfähigkeiten der Volvo AB“, erklärte Geely-Chairman Li Shufu.

Volvo hatte die Pkw-Sparte 1999 an den US-Autobauer Ford verkauft. In einer tiefen Krise stieg 2010 Geely ein. Der vom ehemaligen MAN-Chef Håkan Samuelsson geführte Pkw-Hersteller will vom übernächsten Jahr an nur noch Modelle mit Elektromotor auf den Markt bringen.

Gardell sagte, Geely sei auf Cevian zugekommen. „Wir haben schon seit einer ganzen Weile verhandelt.“ Der Investor, der auch als Großaktionär von Thyssen-Krupp und ABB bekannt ist, war vor gut elf Jahren bei dem Lkw- und Omnibus-Konzern eingestiegen.

Volvo zeigt den elektrischen Nobelschweden
600 PS Elektro-Power
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Von der neuen Volvo-Elektromarke Polestar wurde das erste Modell präsentiert. Der 600 PS starke Polestar 1 soll ab Mitte 2019 vom Band rollen.

(Foto: PR)
Schweden-Autos aus China
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Insgesamt hat die Volvo-Tochter drei neue Elektro-Modelle angekündigt. Diese sollen in einer eigens dafür errichteten Fabrik in China gebaut werden.

(Foto: PR)
Ein Deutscher an der Spitze
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Polestar-Chef Thomas Ingenlath nennt den Polestar 1 einen „wunderschönen GT mit beeindruckender Technologie darin“. Der Deutsche ist seit Juli Chef der Elektromarke, zuvor war er Chefdesigner bei Volvo.

(Foto: PR)
150 Kilometer Elektro-Reichweite
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Das Premierenmodell der Marke ist ein zweitüriges Gran Tourer Coupé mit einem sogenannten „Electric Performance Hybrid“-Antriebsstrang. Rein elektrisch hat der Nobelschwede eine Reichweite von 150 Kilometern.

(Foto: PR)
Produktion in China
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Gefertigt wird der Polestar 1 im neuen Polestar Produktionszentrum im chinesischen Chengdu. Die derzeit im Bau befindliche Anlage soll nach Firmenangaben Mitte 2018 fertiggestellt werden.

(Foto: PR)
Abschied vom Autohaus
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Auch beim Verkauf hat sich Polestar etwas Neues einfallen lassen. Die Autos werden in Abonnements über zwei oder drei Jahre nur online angeboten. Eine Anzahlung ist nicht notwendig. In den Abos enthalten sind Abhol- und Bringdienste sowie die Möglichkeit, alternative Fahrzeuge von Volvo und Polestar zu mieten.

(Foto: PR)
Smartphone als Schlüssel
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Wer ein Abo abgeschlossen hat, soll einen virtuellen Schlüssel auf seinem Handy erhalten, der sich mit Dritten teilen lässt und verschiedene weitere Dienste ermöglicht.

(Foto: PR)

Das Investment habe sich gelohnt, erklärte Gardell. Cevian habe damit fast 20 Milliarden schwedische Kronen (zwei Milliarden Euro) verdient. Das wäre laut der Bank Nomura der höchste Gewinn, den ein aktivistischer Investor je mit einem Engagement erzielt hat. Aber auch der Konzern habe von dem Investor profitiert. „Volvo AB ist mit unserer Beteiligung zu einem wettbewerbsfähigeren und wertvolleren Unternehmen geworden.“

Die Ertragslage habe sich strukturell verbessert. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag der operative Gewinn bei mehr als einer Milliarde Euro. An der Börse ist der Nutzfahrzeughersteller mehr als 34 Milliarden Euro wert. Zuletzt hatte Cevian gefordert, das Volvo-Geschäft mit Baufahrzeugen und den Motorenbauer Volvo Penta abzuspalten.

Geely übernimmt 88,5 Millionen A-Aktien und 78,8 Millionen B-Aktien. Die A-Aktien haben mehr Stimmrechte. Daher bleibt die börsennotierte schwedische Beteiligungsgesellschaft Industrivärden nach Stimmrechten der mächtigste Volvo-Aktionär, obwohl er nur sieben Prozent des Kapitals hält. Geely kommt künftig auf 15,6 Prozent der Stimmrechte.

Den Chinesen gehören neben der gleichnamigen Automarke Geely auch der Sportwagenbauer Lotus und der Hersteller der typischen Londoner Taxis. Mit dem Ansinnen, mit fünf Prozent bei Daimler einzusteigen, war Geely zuletzt aber in Stuttgart abgeblitzt.

  • HB
  • rtr
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1 Kommentar zu "Geely Zhejiang: Chinesen steigen auch bei Volvo-Lkws ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Chinesen haben die Schnauze voll von US Junk Bonds. Diese werden verkauft. Die "Gewinne" werden dann in Aquisitionen gesteckt.

    Wenn das Kartenhaus zusammenbricht, wollen sie handfeste Sachen besitzen.

    Verständlich.

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