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General Electric GE macht nach Abschreibung auf Energiesparte fast 23 Milliarden Dollar Verlust

Der Konzernumbau drückt die angeschlagene Industrieikone tief in die roten Zahlen. Zudem gibt es neue Ermittlungen der US-Behörden gegen GE.
Update: 30.10.2018 - 14:00 Uhr Kommentieren
GE muss 23 Milliarden Dollar auf Energiegeschäft abschreiben Quelle: AP
General Electric

Der Industriekonzern kürzt seine Dividende auf 1 Cent je Aktie.

(Foto: AP)

New York Der Siemens-Rivale General Electric hat im dritten Quartal nach einer Abschreibung auf seine Energiesparte einen Verlust 22,8 Milliarden Dollar (20,1 Milliarden Euro) erzielt und streicht nun die Dividende fast komplett. Anleger sollen künftig statt zwölf nur noch einen US-Cent ausgezahlt bekommen. GE will so jährlich rund 3,9 Milliarden Dollar sparen.

Die Abschreibung ist vor allem auf den Kauf von großen Teilen des Energiegeschäfts von Alstom zurückzuführen. Fast der gesamte Goodwill der Sparte – also die Differenz zwischen Kaufpreis und Buchwert – von 23 Milliarden Dollar musste abgeschrieben werden, hatte GE Angfang Oktober erklärt.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass wegen der Abschreibungen das Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC eine Untersuchung gegen den Konzern eingeleitet haben. Bereits im Januar hatte GE 6 Milliarden Dollar auf das Gesundheitsgeschäft abgeschrieben, auch hier laufen Ermittlungen.

Der Umsatz ging im Berichtsquartal auf 29,6 Milliarden Dollar von 30,7 Milliarden Dollar zurück. Der neue Vorstandschef Larry Culp will das Energiegeschäft nun umbauen und in zwei Gesellschaften teilen.

Traditionskonzern steckt in einer schweren Krise

„Unsere Ergebnisse sind weit vom vollen Potenzial entfernt“, sagte Culp. „Die Priorität in den ersten 100 Tagen meines Amtes liegt darauf, das Unternehmen wieder auf die Gewinnerstraße zurückzubringen.“ Er hatte den Spitzenjob erst Anfang Oktober übernommen, nachdem das Traditionsunternehmen Vorgänger John Flannery vor die Tür setzte – es war bereits der zweite Chefwechsel innerhalb von nur 14 Monaten.

An der Börse war bereits mit einem milliardenschweren Verlust gerechnet worden. Die GE-Aktien notierten im vorbörslichen US-Handel zunächst rund drei Prozent fester. Als die Ermittlungen der US-Behörden bekannt worden, drehten die Titel jedoch um gut drei Prozent ins Minus.

Der einstige Vorzeigekonzern GE steckt derzeit in einer der schwersten Krisen seiner 126-jährigen Geschichte. Im Sommer flog die Aktie sogar aus dem wichtigen Börsenindex Dow Jones, dem sie seit 1907 angehört hatte. Beim Börsenwert hat Siemens das einstige Vorbild überholt.

Noch unter dem langjährigen Chef Jeff Immelt hatte GE 2015 das Alstom-Geschäft übernommen. Doch kurz nach dem Kauf brach die Nachfrage weltweit ein. Mit den Problemen in der Kraftwerkssparte steht GE nicht allein da: Der Markt vor allem für große Gasturbinen ist weltweit eingebrochen.

In Boomzeiten hatten die Anbieter Kapazitäten für 400 Turbinen im Jahr aufgebaut. Verkauft werden derzeit laut Industriekreisen gerade einmal 70 bis 80 Stück. Die massiven Überkapazitäten haben zudem zu einem Preisverfall geführt. Geld verdienen die meisten Anbieter nur noch mit dem Service. Siemens hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr die Streichung von mehr als 6000 Stellen in der Sparte beschlossen.

Culp will nun das schwächelnde Geschäft mit Gasturbinen vom Rest der Kraftwerkssparte trennen. Er hatte sich in seinem früheren Job beim US-Mischkonzern Danaher bereits einen Namen als erfolgreicher Sanierer gemacht. Neue Jahresziele nannte der Manager zunächst nicht, obwohl dies Anfang Oktober signalisiert wurde.

  • HB
  • ax
  • kk
  • dpa
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