General Motors mit Verlust Steuerreform drückt GM in die roten Zahlen

Die US-Steuerreform beschert dem Autobauer General Motors im vierten Quartal einen Milliardenverlust. Im Tagesgeschäft lief es jedoch rund.
Update: 06.02.2018 - 17:24 Uhr Kommentieren
General Motors: Steuerreform drückt GM in die roten Zahlen Quelle: Bloomberg
Der neue Chevrolet Silverado wurde auf der Automesse in Detroit vorgestellt

Trucks, wie die Amerikaner ihre Pick-ups nennen, erfreuen sich bei den US-Kunden weiterhin besonders großer Beliebtheit, klassische Limousinen hatten es dagegen zuletzt schwer.

(Foto: Bloomberg)

DetroitMilliardenschwere Sonderlasten durch die US-Steuerreform und den Verkauf von Opel haben General Motors in die roten Zahlen gestürzt. Der größte Autobauer der Vereinigten Staaten schrieb 2017 einen Nettoverlust von 3,9 Milliarden Dollar (rund 3,1 Milliarden Euro). Wie GM am Dienstag in Detroit mitteilte, schlugen die Folgen der Steuerreform mit 7,3 Milliarden Dollar zu Buche.

Der Verkauf des Europa-Geschäfts mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall an den französischen Rivalen PSA Peugeot Citroen kostete die Amerikaner demnach 6,2 Milliarden Dollar und damit mehr als gedacht. Operativ lief es zuletzt aber wieder rund. 2017 sei ein Übergangsjahr gewesen, sagte Vorstandschefin Mary Barra. Für 2018 zeigte sie sich zuversichtlich.

Im Schlussquartal hatte GM ohne die Sondereffekte besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Sparmaßnahmen und höhere Preise machten einen Absatzrückgang in der Heimat wett. Der US-Automarkt war nach dem Boom der vergangenen Jahre 2017 abgekühlt, was viele Hersteller zu spüren bekamen.

Der Ford-Rivale verkaufte von Oktober bis Dezember in Nordamerika 135.000 Fahrzeuge weniger. Der Umsatz sank um 5,5 Prozent auf 37,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten allerdings niedrigere Erlöse befürchtet. Auch beim Betriebsgewinn übertraf GM die Erwartungen. Bei den Anlegern kam dies gut an: Die Aktie legte mehr als fünf Prozent zu.

Weil große Geländewagen und Pickups gefragt waren, die mehr abwerfen als kleinere Modelle, und der Konzern auf der Kostenbremse stand, kletterte die operative Marge im Schlussquartal bereinigt von 6,5 auf 8,2 Prozent. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg um 18,7 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. GM habe ein Rekordquartal und ein Rekordjahr eingefahren, sagte Finanzchef Chuck Stevens.

Diesen Schwung wolle man im laufenden Jahr und darüber hinaus nutzen. 2018 werde in Nordamerika und weltweit ein starkes Jahr werden. Dabei setze GM auf weiteres Wachstum der US-Wirtschaft. Experten erwarten für den US-Automarkt jedoch 2018 einen Rückgang von zwei Prozent. George Galliers vom Analysehaus Evercore ISI lobte, das GM-Geschäft sei gut in Schuss und profitiere unter anderem von Kostensenkungen.

Der US-Autobauer hatte Opel im Sommer nach 88 Jahren an PSA verkauft. Dies wurde für den Konzern teurer als erwartet: Er hatte im Sommer noch mit einer Belastung von 5,5 Milliarden Dollar gerechnet. Opel widersprach indes am Montag einem Zeitungsbericht, wonach der Rüsselsheimer Hersteller 2017 mehr als eine Milliarde operativen Verlust eingefahren haben soll.

Diese Konzerne bauen die meisten Autos
Platz 10: Suzuki – weltweiter Absatz: 2,37 Millionen Autos
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Die Japaner sind vor allem auf dem indischen Markt stark vertreten. Mit einem Absatzplus von elf Prozent haben sie stärker zugelegt als die meisten Konkurrenten.

Quelle: EY, Stand: Januar bis Oktober 2017

Platz 9: PSA – weltweiter Absatz: 2,42 Millionen Autos
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Neben den drei Konzernmarken Peugeot, Citroën und DS ist seit wenigen Wochen auch Opel unter dem Dach der Franzosen. Global erreicht PSA dank des Zukaufs nun ein Plus von neun Prozent.

Platz 8: FCA (Fiat-Chrysler) – weltweiter Absatz: 3,49 Millionen Autos
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Das italienisch-amerikanische Duo (im Bild Arbeiter in Argentinien mit Staatspräsident Macri) hat mit der SUV-Marke Jeep und Maserati echte Perlen im Programm. Doch in wesentlichen Wachstumsmärkten ist der Konzern noch zu schwach aufgestellt. Durch die schwächelnden Verkäufe in den USA stagniert der globale Absatz.

Platz 7: Honda – weltweiter Absatz: 3,84 Millionen Autos
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Die Japaner sind vor allem im Heimatmarkt und in den USA erfolgreich. Mit einem globalen Plus von fünf Prozent beim Absatz waren sie in den ersten neun Monaten gut unterwegs.

Platz 6: Ford – weltweiter Absatz: 4,86 Millionen Autos
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Die Aktie schwächelte und auch der Absatz litt zuletzt – vor allem durch die schwierige Lage in den USA. Ford hat mit dem F-150 zwar einen absoluten Bestseller in der Modellpalette. Doch zuletzt gingen die globalen Verkäufe um zwei Prozent zurück.

Platz 5: Hyundai-Kia – Weltweiter Absatz: 5,36 Millionen Autos
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Die jahrelang erfolgsverwöhnten Koreaner haben miserable neun Monate hinter sich. Der Absatz bei Kia ist um sechs Prozent eingebrochen, bei Hyundai sogar um acht Prozent. Den Kampf um die Weltspitze müssen die beiden Schwestermarken vorerst zurückstellen.

Platz 4: General Motors – weltweiter Absatz: 7 Millionen Autos
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Die Amerikaner rund um CEO Mary Barra haben den Dreikampf um die Weltspitze lange verlassen. Aus Europa zieht sich der Konzern mit dem Verkauf von Opel zurück. Künftig gilt die Devise „Gewinn statt Volumen“. Der Absatz in den ersten neun Monaten sank um zwei Prozent.

  • rtr
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