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General Motors Opel-Verkauf wird für US-Mutter deutlich teurer

General Motors zahlt kräftig drauf, um die defizitäre Tochtermarke Opel loszuwerden. Insgesamt werde der Verkauf den Konzern noch eine Milliarde Dollar mehr kosten, muss Finanzchef Chuck Stevens nun eingestehen.
27.06.2017 - 09:16 Uhr 1 Kommentar
Mutterkonzern General Motors zahlt Milliarden, um die defizitäre Marke loszuwerden. Quelle: dpa
Opel

Mutterkonzern General Motors zahlt Milliarden, um die defizitäre Marke loszuwerden.

(Foto: dpa)

Berlin Der Verkauf von Opel an den französischen Konzern PSA Peugeot Citroën wird für den US-Autobauer General Motors (GM) teurer als erwartet. GM erwarte nun eine Belastung durch den Verkauf von 5,5 Milliarden Dollar, sagte Finanzchef Chuck Stevens am Montag vor Analysten. Bisher war der Konzern von 4,5 Milliarden Dollar ausgegangen.

Die Mehrkosten seien beispielsweise bedingt durch Strafzahlungen für vorzeitig beendete Verträge. Aber auch die zugesagten Pensionen lasten schwer auf der Bilanz. Um die Milliardenkosten für die Opel-Pensionen abzusichern, will GM einen kurzfristigen Kredit von rund drei Milliarden Dollar aufnehmen. Damit wolle man einen reibungslosen Übergang von Opel auf PSA garantieren, so Stevens weiter.

Ab dem kommenden Quartal soll Opel in der Bilanz als „nicht fortgesetzte Geschäftstätigkeit“ geführt werden. Der endgültige Abschluss des Verkaufs sei ab dem 31. Juli möglich, hieß es aus dem Konzern. Bisher liege man voll im Plan und wolle den Verkauf „so schnell wie möglich“ abschließen, so Stevens.

Insgesamt zahlt General Motors dafür kräftig drauf. Denn als Kaufpreis ihr Europageschäft erhalten die Amerikaner 2,2 Milliarden Euro, davon 900 Millionen für das angeschlossene Finanzgeschäft. Unterm Strich kostet der Verkauf der Rüsselsheimer daher deutlich mehr als er einbringt.

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    Diese Manager saßen bei Opel am Steuer
    Michael Lohscheller
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    Der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller ist neuer Chef von Opel. Er gehört seit September 2012 dem Opel-Vorstand an und ist seit dem 1. Juli 2014 Finanzvorstand und Geschäftsführer Finanzen der Opel Group. Der Diplom-Kaufmann sammelte schon vor seiner Zeit bei Opel über viele Jahre Erfahrungen in der Automobilbranche: Lohscheller arbeitete bei Daimler, Mitsubishi und Volkswagen. Der 48-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

    (Foto: Opel)
    Karl-Thomas Neumann
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    Lohscheller folgt auf Neumann, der überraschend zurückgetreten war. Der gebürtige Niedersachse (Jahrgang 1961) studierte Elektrotechnik in Dortmund und Duisburg. Zunächst arbeitete er bei Motorola, 1999 wechselte er dann zu VW. Von 2004 bis 2009 war er für den Automobilzulieferer Continental tätig. Danach ging Neumann 2009 zurück zu Volkswagen. Seit März 2013 war er Opel-Chef.

    (Foto: Reuters)
    Neumann nimmt Abschied
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    Im Juni 2017 trat Neumann ist von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurück. Jetzt wird erneut über ein Comeback bei VW spekuliert.

    (Foto: dpa)
    Thomas Sedran
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    Neumanns Vorgänger an der Opel-Spitze hieß Thomas Sedran. Er war von Juli 2012 bis Februar 2013 übergangsweise Opel-Chef. Später stand er der dem Mutterkonzern General Motors in Europa vor. 2015 verließ er GM. Im Zuge der VW-Abgasaffäre wurde er als neuer Chefstratege in Wolfsburg engagiert.

    (Foto: AFP)
    Karl-Friedrich Stracke
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    Der Ingenieur war zunächst für die Opel-Werke in Bochum und Rüsselsheim zuständig. Ab 2004 leitete er den Europa-Bereich von General Motors. Von April 2011 bis Juli 2012 war er dann Opel-Vorstandsvorsitzender. Nachdem er den Autokonzern nicht zurück in die Gewinnzone führen konnte, trat er 2012 zurück.

    (Foto: dpa)
    „Nick“ Reilly
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    David Nicholas „Nick“ Reilly heuerte 1975 bei General Motors an. Zum Jahreswechsel 2001/02 wurde er als Sanierer Vorsitzender des Übergangsvorstand bei Daewoo, das nach der Übernahme als GM Daewoo firmierte. Von 2006 bis 2009 war er Vizepräsident der GM-Gruppe und Präsident der General Motors Asia-Pacific-Group. Zwischen Januar 2010 und April 2011 übernahm er den Opel-Vorstandsvorsitz.

    (Foto: Reuters)
    Hans Demant
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    Der Maschinenbauer begann Mitte der 1970er-Jahre seine Karriere bei Opel. Zunächst war er in der Produktentwicklung tätig, 2001 wurde er Vize-Vorstandsvorsitzender bei General Motors in Europa. Von Juni 2004 bis zu seinem Rücktritt im Januar 2010 firmierte er als Opel-Chef. Seit Oktober 2010 verantwortet er die Koordination internationaler Projekte bei VW.

    (Foto: dpa)

    Dass GM keine Kosten scheut, um sich schnell von Opel zu trennen, zeigt, wie groß die Belastung durch die deutsche Automarke ist. Ohne die Rüsselsheimer wäre die Ebit-Marge schon 2016 auf rund 8,6 Prozent gestiegen und damit rund 1,3 Prozentpunkte besser ausgefallen, betonte Stevens. Gerade die Rentabilität der Amerikaner wird von Analysten derzeit besonders kritisch beäugt. 

    Denn das Heimatgeschäft gestaltet sich für GM zunehmend schwieriger. Im Gespräch mit den Analysten korrigierte Stevens die Konzernprognose für das Autogeschäft nach unten. „Der Markt kühlt sich definitiv ab“, sagte Finanzvorstand Chuck Stevens in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Es werde schwieriger, höhere Preise durchzusetzen. Bisher war GM von rund 17,5 Millionen verkauften Neuwagen in den USA ausgegangen. 2016 wurde dort mit 17,55 Millionen Stück ein Rekord aufgestellt. Der Konzern rechne damit, 200.000 bis 300.000 Fahrzeuge weniger zu verkaufen als im Vorjahr. 

    • bay
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    1 Kommentar zu "General Motors: Opel-Verkauf wird für US-Mutter deutlich teurer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mein erster Arbeitgeber hatte eine Firmenrente von 1,7%/Jahr des letzten Gehalts versprochen. Die Staatsrente wäre von dem Anspruch abgezogen worden. Leider bin ich nur 3 Jahre geblieben.

      Pensionsrückstellungen wurden und werden meist optimistisch vorgenommen. Das ist eine Herausforderung für einen grossen Teil der Aktiengesellschaften. Somit erstaunt es mich wenig wenn die Kosten für den "Verkauf" höher sind als zunächst angegeben.

      In der Vergangenheit war die Autokonjunktur dieseits und jenseits des Atlantiks häufig zeitverschoben. Es gab Zeiten in denen sich GM sehr über die Gewinne von Opel gefreut hat. Insgesamt denke ich, dass Opel hätte rentabel betrieben werden und erachte es nicht als Weisheit letzter Schluss diese Autofirma an PSA abzugeben.

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