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Geofencing Plug-in-Hybride von BMW sollen automatisch auf Elektroantrieb schalten

Künftig soll bei BMW die Technik entscheiden, wann Plug-in-Hybride elektrisch fahren. Damit will der Hersteller Fahrverbote verhindern.
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Viele BMW-Modelle sollen künftig (halb-)elektrisch unterwegs sein. Quelle: Reuters
Bei Bedarf elektrisch

Viele BMW-Modelle sollen künftig (halb-)elektrisch unterwegs sein.

(Foto: Reuters)

München Die halbelektrischen Plug-in-Hybridautos galten lange als Lösung für die Emissionsprobleme der Autoindustrie. Denn in der Theorie können die Autos in der Innenstadt emissionsfrei und vollelektrisch fahren, und trotzdem müssen Fahrer nicht auf Reichweite verzichten, da auch ein Verbrennungsmotor an Bord ist.

Auch BMW hat darum viel in die Technologie investiert, um den Flottenausstoß zu senken. Denn auch im strengeren WLTP-Test schneiden die halbelektrischen Modelle deutlich besser ab als reine Verbrenner. In den Firmenflotten sollen sie perspektivisch den Diesel ersetzen. Deswegen werden sie beim Kauf wie reine Elektroautos mit einer staatlichen Kaufprämie gefördert und steuerlich bevorzugt.

Doch im Ausland, wo die Modelle schon länger im Einsatz sind, kennt man die Schattenseiten der Technologie. Denn viele Hybridkunden fahren öfter im Verbrennungsmodus als sie müssten, weil die Batterie selten geladen wird. Gerade bei Firmenwagen mit Tankkarte achten die Fahrer seltener auf den Verbrauch. Doch ohne geladene Batterie sind die Plug-in-Hybriden durstiger als reine Verbrenner und belasten so die Umwelt. Ein Problem für die Akzeptanz der Technik.

In den Niederlanden wurde die staatliche Förderung für die halbelektrischen Autos darum schon 2017 zusammengestrichen. In China, dem größten BMW-Einzelmarkt, gibt es die Förderung noch, doch das das permanente Fahren im Verbrennermodus gilt dort als Steuerbetrug.

Auf der Hausmesse „NextGen“ in München präsentiert BMW nun eine Lösung für die Ladeproblemen der halbelektrischen Modelle. Über ein GPS-Signal erkennen die Bordcomputer der BMW-Modelle künftig, ob sie in die Umweltzone einer Stadt einfahren – und schalten dann automatisch auf Elektrobetrieb. Damit sollen die Hybridfahrer vor Strafen oder Einfahrverboten geschützt werden, wie sie Paris, London oder Madrid geplant sind.

Mit dem so genannten „Geofencing“ nimmt das Auto dem Fahrer die Entscheidung künftig ab. „Dabei trägt die Erhöhung der elektrischen Fahranteile nicht nur zur Optimierung der Effizienz bei, sondern auch zur Reduzierung der Betriebskosten für den Kunden.

Dies gilt insbesondere für den Stadtverkehr, in dem der Elektroantrieb durchgängig einen höheren Wirkungsgrad erreicht als ein Benzin- oder Dieselantrieb“, erklärt BMW. Erste Tests in Rotterdam seien erfolgreich verlaufen, so dass BMW ab dem kommenden Jahr jeden Hybrid mit der Technik ausstatten will.

Plug-in-Hybride liefern Standortdaten

Die Teilnahme ist noch freiwillig. Doch wer mitmacht, wird mit Punkten und Rabatten belohnt. „Mit der BMW Points App werden die PHEV Kunden auf spielerische Weise dazu motiviert, das maximale Potenzial des elektrischen Antriebs auszuschöpfen“, erklärt BMW. Die Punkte können dann beispielsweise gegen Ladestrom oder Mobilitätsdienste eingetauscht werden.

Nebenbei könnte die neue Funktion aber auch Probleme beim Datenschutz nach sich ziehen. Denn das Auto liefert Standortdaten, die vom Hersteller oder auch staatlichen Behörden weiterverarbeitet werden könnten. Bislang sichert BMW allerdings zu, dass die personenbezogenen Daten Eigentum des Kunden bleiben.

Für die Münchener ist das politische Vertrauen in die Technologie wichtig, um die Elektrooffensive wie geplant starten zu können. Bereits 2023 will der Autobauer 25 Elektro- oder Hybridmodelle im Markt haben, zwei Jahre früher als bislang geplant. Bis zum Jahr 2021 wollen die Münchener ihren jährlichen Absatz von heute 140 000 Elektroautos auf knapp 300 000 Elektroautos im Jahr 2021 verdoppeln, dazu gehören sowohl reine batterieelektrische Fahrzeuge als auch Autos mit Hybridmotoren.

„Wir drücken beim Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität aufs Tempo und machen unser Unternehmen fit für die Zukunft: In den vergangenen zwei Jahren haben wir konsequent zahlreiche Entscheidungen getroffen, die wir jetzt auf die Straße bringen“, sagte Konzernchef Harald Krüger auf der Hausmesse „NextGen“.

Anders als etwa Volkswagen setzt BMW stärker auf Plug-in-Hybride als auf reine Elektroautos. Die Kombination aus Verbrennern und Elektromotoren hat aus Sicht der Münchener viele Vorteile: Solange nicht genug Ladestationen vorhanden sind, kann das Auto weiter konventionell mit Diesel oder Benzin betankt werden.

Mehr: Die Lücke, die der Diesel hinterlässt, soll bei vielen Herstellern vom Hybridantrieb ersetzt werden. Das sind die fünf Spielarten des Antriebs.

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