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Geplante Übernahme Bayer holt frisches Kapital für Monsanto-Kauf

Durch eine Pflichtanleihe hat Bayer vier Milliarden Euro für die Finanzierung der Mosanto-Übernahme gesichert. Der Rest soll mit Hybridanleihen finanziert werden. Nun fehlt nur noch die Zustimmung der Kartellbehörden.
16.11.2016 - 17:28 Uhr Kommentieren
Für die größte Bar-Übernahme der Geschichte will der Konzern insgesamt 19 Milliarden Dollar Eigenkapital aufnehmen. Quelle: Reuters
Bayer AG

Für die größte Bar-Übernahme der Geschichte will der Konzern insgesamt 19 Milliarden Dollar Eigenkapital aufnehmen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Bayer hat die ersten vier Milliarden Euro frisches Kapital für die Finanzierung der Übernahme von Monsanto sicher. Der Chemie- und Pharmakonzern platzierte über Nacht eine Pflichtwandelanleihe bei großen Investoren, die spätestens in drei Jahren in Bayer-Aktien getauscht werden muss.

Die Nachfrage sei um ein Vielfaches höher gewesen, erklärte Bayer. „Die mehrfache Überzeichnung zeigt die Attraktivität der Anleihe für Investoren“, sagte Finanzvorstand Johannes Dietsch am Mittwoch. Bayer will für die größte Bar-Übernahme der Geschichte insgesamt 19 Milliarden Dollar (17,8 Milliarden Euro) Eigenkapital aufnehmen. Die Leverkusener zahlen für den US-Saatguthersteller Monsanto insgesamt 66 Milliarden Dollar.

Diese Manager sagten „Ja“ zu Monsanto
Werner Wenning (Vorsitzender)
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Wenn man so will, hat der gebürtige Leverkusener sein ganzes Leben in den Dienst des Chemie-und Pharmakonzerns gestellt. Der Industriekaufmann arbeitet seit 44 Jahren ohne Unterbrechung bei Bayer – in unterschiedlichen Sparten im In- und Ausland. Als der damalige Finanzvorstand 2002 das Amt als Vorstandsvorsitzender antrat, steckte Bayer im Skandal um das tödliche Medikament Lipobay. Dem Konzern drohte die Zerschlagung. Er meisterte diese Herausforderung. Im Jahr 2010 räumte Wenning seinen Schreibtisch und machte damit Platz für seinen Nachfolger Marijn Dekkers. Zwei Jahre später wurde er zum Vorsitzenden des Bayer-Aufsichtsrates ernannt. Auch ist er Vorsitzender des Kontrollgremiums von Eon und Mitglied bei den Dax-Konzernen Henkel und Siemens.

(Foto: dpa)
Oliver Zühlke
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Er ist seit 2015 Vizechef des Bayer-Aufsichtsrates. Der gelernte Chemikant ist Betriebsratschef, vertritt im Gremium daher die Arbeitnehmerseite. Was die geplante Bayer-Übernahme des US-amerikanischen Saatgutspezialisten betrifft, äußert er sich zuversichtlich. Er findet, dass Monsanto besser ist als sein Ruf. Der Bayer-Konzern habe den Mitarbeitern in einer mehrseitigen Erklärung umfangreiche Zusagen beim Kündigungsschutz und Standorten gemacht. „Es wird keinen Jobabbau geben“, sagte Zühlke der „Rheinischen Post“.

(Foto: Bayer)
Paul Achleitner
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Paul Achleitner kennt sich mit der Tätigkeit in Aufsichtsräten aus: Er sitzt bei Daimler im Gremium und ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank. Dort lief es zuletzt nicht rund: Großaktionäre wollen einen Wechsel an der Aufsichtsratsspitze, sobald Achleitners Vertrag 2017 ausläuft. Der Vorwurf: Achleitner habe zu lange am Ex-Vorstandschef Anshu Jain festgehalten. Gründe für die Wut der Aktionäre gibt es viele: Ein dramatischer Kurssturz, ungeklärte Skandale, keine Dividende und eine Schlammschlacht im Aufsichtsrat. Achleitner selbst will eine zweite Amtszeit nach 2017, auf der Hauptversammlung sagte er: „Deshalb stehe ich heute hier und würde mich auch wieder hier hinstellen, wenn dieses Jahr eine Wiederwahl anstünde.“ Die Aktionäre quittierten die Ankündigung mit Schweigen.

(Foto: AFP)
Clemens Börsig
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Der promovierte Betriebswirtschaftler Börsig hat viel Erfahrung in Führungs- und Aufsichtsratsfunktionen: Von 1997 bis 1999 war er Finanzvorstand bei RWE, von 2006 bis 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. Als solcher hatte ihm die Staatsanwaltschaft im Deutsche-Bank-Prozess schweren Prozessbetrug vorgeworfen – genauso wie Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, den Vorgängern Josef Ackermann und Rolf-E. Breuer sowie Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck. Sie hätten in einem früheren Prozess gelogen, um Schadensersatzansprüche des Medienunternehmers Leo Kirch abzuwenden, so die Staatsanwaltschaft. Dafür fanden sich keine Beweise, das Verfahren endete mit einem Freispruch. Seit 2013 ist Börsig Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank Stiftung. Mitglied des Aufsichtsrates ist er bei Bayer seit April 2007.

(Foto: Imago)
Simone Bagel-Trah
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Sie ist wohl die einflussreichste Frau im Dax: Simone Bagel-Trah ist die erste und bislang einzige Aufsichtsratsvorsitzende eines Dax-Konzerns. Als Mitglied der fünften Generation der Henkel-Familie leitet sie nicht nur das Kontrollgremium des Persil-Konzerns, sondern hat auch im Gesellschafterausschuss das Sagen. Seit 2014 ist Bagel-Trah Mitglied im Bayer-Aufsichtsrat. Für dieses Amt bringt die gebürtige Düsseldorferin Fachwissen mit. Denn: Bagel-Trah hat im Bereich Mikrobiologie und Pharmazie promoviert – und ist bis heute geschäftsführende Gesellschafterin des Biotech-Dienstleisters Antiinfectives Intelligence. Das schlechte Image des Saatgutspezialisten Monsanto ist der Naturwissenschaftlerin daher durchaus bekannt. Trotzdem hat sie der Milliarden-Übernahme durch Bayer zugestimmt.

(Foto: dpa)
Thomas Ebeling
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Thomas Ebeling sitzt seit April 2012 im Aufsichtsrat von Bayer. Mit der Pharmabranche kennt sich der gebürtige Hannoveraner aus: Von 2000 bis 2007 war er CEO des Pharmageschäfts von Novartis, anschließend für ein Jahr Chef der Sparte Consumer Health. 2009 wechselte er dann in die Medienbranche als Vorstandsvorsitzender von Pro Sieben Sat 1, der im März der Sprung in den Dax gelang.

(Foto: dpa)
Johanna W. (Hanneke) Faber
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Die gebürtige Niederländerin ist ein Neuzugang im Bayer-Aufsichtsrat. Sie gehört dem Gremium seit April an. Als Chief Commercial Officer ist sie beim niederländischen Handelskonzern Ahold für die Werbung zuständig und Mitglied der Geschäftsleitung.

(Foto: Ahold)

Als nächstes wird in Finanzkreisen eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht erwartet, aller Voraussicht nach aber erst im neuen Jahr. Den Rest will der Konzern mit Hybridanleihen finanzieren. Dabei fehlt für die Monsanto-Übernahme noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Die Aktionäre des US-Konzerns sollen am 13. Dezember darüber abstimmen.

Bayer zahlt 5,625 Prozent Zinsen pro Jahr auf die Anleihe, das liegt im Rahmen dessen, was andere zuletzt für vergleichbare Papiere gezahlt haben. Der Zins liegt am oberen Ende der Spanne, in der Bayer die Anleihe angeboten hatte. Im Vergleich zu einer Kapitalerhöhung erspart sich Bayer damit 320 Millionen Euro.

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    Der Wandlungspreis von 90 bis 108 Euro liegt bis zu 20 Prozent über dem Aktienkurs, der am Mittwoch um fünf Prozent auf 90,09 Euro fiel. Mit dem Verwässerungseffekt durch die Pflichtwandelanleihe lasse sich der Kurssturz nicht erklären, sagte ein beteiligter Banker. Es handele sich eher um Gewinnmitnahmen.

    Wenn der Bayer-Aktienkurs bis zum 22. November 2019 unter 90 Euro fällt, liegt das Kursrisiko bei den Zeichnern der Anleihen. Liegt er dann bei maximal 108 Euro, bekommen sie Bayer-Aktien zum geltenden Kurs. Viele Profi-Investoren haben sich deshalb beim Kauf der Papiere abgesichert und gleichzeitig Bayer-Aktien leerverkauft. Für Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Euro haben die begleitenden Banken BofA Merrill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs und JPMorgan über Nacht neue Eigentümer gefunden.

    • rtr
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