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Geplatzte Übernahme Gerüchte über neues Gebot für Stada

Der milliardenschwere Verkauf von Stada an Finanzinvestoren ist knapp gescheitert. Doch nun kursieren schon neue Übernahmegerüchte. Stada betont die eigene Stärke - und zeigt sich zugleich offen für weitere Offerten.
27.06.2017 Update: 27.06.2017 - 15:28 Uhr Kommentieren
Der hessische Arzneimittelhersteller betont nach der geplatzten Milliardenübernahme durch zwei Finanzinvestoren seine Wachstumsziele. Quelle: dpa
Stada

Der hessische Arzneimittelhersteller betont nach der geplatzten Milliardenübernahme durch zwei Finanzinvestoren seine Wachstumsziele.

(Foto: dpa)

Bad Vilbel Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch für den hessischen Arzneimittelhersteller Stada haben am Dienstag bereits neue Kauffantasien die Runde gemacht. Auch der im MDax notierte Konzern zeigte sich offen für neue Gebote. Zugleich pochte der Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad und der Sonnenmilch Ladival auf seine Wachstumspläne aus eigener Kraft. Der Betriebsrat begrüßte dagegen das Aus für den Kauf durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven. Deren Offerte war gescheitert, da nicht genug Stada-Aktionäre zugestimmt hatten.

Jedoch könnte das Ringen um Stada bald in eine neue Runde gehen. Vornehmlich Hedgefonds sollen auf Bain und Cinven zugekommen sein, um über Bedingungen über ein mögliches neues Angebot zu reden, erfuhr die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag aus informierten Kreisen. Die Hedgefonds haben Interesse an einem neuen Deal: Dem Vernehmen nach waren sie zu hohen Kursen bei Stada eingestiegen und befürchten Verluste mit der Aktie. Die Gerüchte halfen, das Minus der Papiere einzudämmen. Die Aktie notierte am Nachmittag 3,3 Prozent tiefer bei über 59 Euro, nachdem es zunächst abgestürzt war.

Bain und Cinven hatte die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent um nur rund 2 Prozentpunkte verfehlt. Dabei galt ihr Angebot von 66 Euro je Stada-Aktie als hoch. Doch gerade viele Privatanleger hatten den Finanzinvestoren ihre Anteile nicht angeboten. Zudem konnten Indexfonds, die den MDax abbilden, ihre Papiere nicht andienen, da kurz vor Ablauf der Frist bestimmte Schwellen nicht erreicht wurden.

Das Zünglein an der Waage sollen laut Bankenkreisen aber Hedgefonds gewesen sein. Sie hätten ihre Aktien nicht angedient, da sie nach einem erfolgreichen Deal auf ein noch höheres Abfindungsangebot für die verbliebenen Minderheitsaktionäre gerechnet hatten.

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    Die Stada-Führung hatte bis zuletzt für die Übernahme geworben. „Aber unsere Aktionäre haben anders entschieden, dieses Votum haben wir voll und ganz zu akzeptieren“, sagte Vorstandschef Matthias Wiedenfels in einer Telefonkonferenz. Stada stehe derzeit nicht in Gesprächen mit Bain und Cinven über Möglichkeiten, wie diese doch noch zum Zuge kommen könnten. „Es gibt keinen Masterplan B oder C.“ Der Manager machte aber zugleich deutlich, dass Stada weiter Übernahmeangeboten offen gegenüberstehe.

    Die größten Pharmakonzerne der Welt
    Platz 20: Astellas
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    Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

    (Foto: dpa)
    Platz 19: Boehringer
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    Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

    (Foto: ap)
    Platz 18: Takeda
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    Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

    (Foto: Reuters)
    Platz 17: Allergan
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    Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

    (Foto: AP)
    Platz 6: Bayer
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    Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

    (Foto: dpa)
    Platz 15: Novo Nordisk
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    Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

    (Foto: Reuters)
    Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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    Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

    (Foto: ap)

    Der Stada-Betriebsrat begrüßte derweil das Scheitern der Übernahme. Er hatte den Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet. Wiedenfels zeigte sich gelassen: „Wir machen ganz normal weiter mit dem, was wir uns ohnehin vorgenommen haben.“ Er verwies auf die begonnene Strategie, die etwa Einsparungen, einen stärkeren Vertrieb und neue Medikamente für die internationalen Märkte vorsieht.

    Die Geschäftsziele für 2017 und auch die ehrgeizige Prognose bis 2019 lässt Stada unangetastet. Für das laufende Jahr peilt der Konzern bis zu 2,35 Milliarden Euro Umsatz sowie einen Gewinn von bis zu 205 Millionen Euro an. Indes hat der Übernahmeprozess Kosten verursacht, etwa für Berater. Dies werde sich im Halbjahresergebnis niederschlagen, kündigte Wiedenfels an.

    • dpa
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