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Geplatztes Kraftwerksprojekt Lichtblick will Schadensersatz von VW

Lichtblick und VW sind sich bei einem Öko-Vorzeigeprojekt nicht mehr grün. Die Kooperation für Mini-Kraftwerke ist geplatzt, die Hamburger erheben schwere Vorwürfe gegen den Autobauer. Viele Jobs stehen auf dem Spiel.
Update: 28.05.2014 - 14:59 Uhr Kommentieren
Ein sogenanntes Zuhausekraftwerk: Das Kraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt von Volkswagen und dem Ökostrom-Anbieter Lichtblick. Quelle: dpa

Ein sogenanntes Zuhausekraftwerk: Das Kraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt von Volkswagen und dem Ökostrom-Anbieter Lichtblick.

(Foto: dpa)

Wolfsburg/Hamburg In der Energiepartnerschaft zwischen Volkswagen und dem Hamburger Ökostrom-Unternehmen Lichtblick ist ein Streit eskaliert. Die einst mit hochfliegenden Zielen angekündigte Kooperation bei kleinen Blockheizkraftwerken (BHKW) mündete am Mittwoch in eine auch öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung, in der Lichtblick schwere Vorwürfe gegen den Autoriesen erhebt.

Die Wolfsburger hätten „wesentliche wirtschaftliche Vertragsvereinbarungen“ verletzt und am Ende die Zusammenarbeit mit angeblich realitätsferner Preistreiberei vor die Wand gefahren, erklärte Lichtblick in einer Mitteilung. Man sei sehr enttäuscht, hieß es.

Die 1998 gegründete Firma mit 470 Mitarbeitern bangt nun nach eigenen Angaben um Jobs „im höheren zweistelligen Bereich“. Für das entgangene künftige Geschäft will sie Schadenersatz fordern. „Letztendlich wollte VW uns Bedingungen diktieren, die vollkommen inakzeptabel sind“, sagte Lichtblick-Chef Heiko von Tschischwitz.

Volkswagen sprach von Schwierigkeiten bei Vertragsverhandlungen und bedauerte das Ende der Kooperation für die kleinen Kraftwerke, die dezentral über Gasmotoren Häuser, kleine Firmen, Kitas, Kirchen oder Hotels versorgen. Die Wolfsburger setzten nun auf ihre „bestehenden alternativen Vertriebspartner“. Laut Lichtblick hätte man nur zu gern weitergemacht. Doch alle Rettungsversuche seien gescheitert.

Für den Konzernumsatz von Lichtblick spiele das BHKW-Geschäft bisher nur eine untergeordnete Rolle, hieß es vom Unternehmen.

Die Partner treiben derzeit noch zwei weitere gemeinsame Projekte voran. Diese bleiben von dem BHKW-Projektende unberührt, hieß es. VW glaube weiter an den Erfolg der laufenden übrigen Projekte mit Lichtblick, sagte ein Sprecher. Und Lichtblick ließ wissen: „Wir würden die Kooperationen gern fortführen.“

Lichtblick und Volkswagen arbeiten auch bei Ökostromtarifen für die Elektroautos der Marken VW-Pkw, Audi und Porsche zusammen. Außerdem testen sie seit kurzem in Berlin mit einem Feldversuch, inwieweit batteriebetriebene Wagen aus E-Fahrzeugflotten während der Standzeit als intelligente Stromspeicher taugen. Der Weg weg von den großen Atom- oder Kohlemeilern und hin zur dezentralen Versorgung über alternative Quellen wie Sonne und Wind gilt als eine der größten Herausforderungen bei der Energiewende.

Zum Start der Kooperation hatte es vor fünf Jahren nicht an großen Zielen gemangelt. Satte 100.000 dezentrale „Zuhause-Kraftwerke“, so der Name für das von Gasautomotoren betriebene BHKW-Produkt, wollte Lichtblick langfristig verkaufen und dabei zu Deutschlands größtem virtuellen Gaskraftwerk vernetzen. Ganze zwei Atomkraftwerke sollten damit überflüssig werden, hieß es Ende 2010 zum Startschuss der ersten Installationen bei Privat- und Gewerbekunden. Nach aktuellem Stand sind bisher aber nur 1500 Mini-Kraftwerke verkauft worden.

Für Immobilienbesitzer, die bereits ein Blockheizkraftwerk von Lichtblick im Keller haben, ändert sich nichts. Bestehende Kundenverträge werde Lichtblick langfristig erfüllen, teilte das Unternehmen mit.

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